Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Eine Handelsgesellschaft in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379787-2379791-2380416--00298-2380518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 163 — .Serie von Vermittlern wandern zu lassen,;da doch jeder Vermittler dabei seinen -Nutzen haben will und muss, welcher doch auf Kosten des Landwirtes geht. Wir werden den Kleinwirt erleichtern, indem wir direkt von ihm die Produkte zum Export nach 'Ländern übernehmen werden, wo der Absatz uns am gesichertsten erscheinen wird. . ' Das Beispiel -der Karmel-Weine zeigt •uns schon, wie wichtig für die Bevölkerung in Palästina der Export ist; wenn der Ab- .satz gesichert ist, wird die Arbeit lohnend, und immer mehr und mehr. Leute finden Beschäftigimg. Wir hoffen also, durch das zu gründende Agenturgeschäft Hand in Hand der Landwirtschaft wie der Kleinindustrie grosse Dienste zu leisten. , * Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina. Wie wir dem Jahresbericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina, Sitz in Frankfurt a. M., entnehmen, haben sowohl :das Waisenhaus als auch die Schule in Jerusalem Fortschritte im. Vereinsjahr gemacht. Infolge der vermehrten Einnahmen konnte die Zahl der Waisenzöglinge von 29 auf 32 erhöht werden. Der deutsche Konsul, wie auch der österreichische, haben bei vielen Gelegenheiten der Anstalt ihre Teilnahme bewiesen. Durch Einschreiten des deutschen Konsuls ist es u. a. gelungen, der Anstalt die Zollfreiheit beim Zollamt in Jaffa, die ihr seit ihrer Gründung gewährt, neuerdings aber entzogen worden war, wieder zu erhalten. Die Lämmelschule war zu Beginn des Schuljahres 1901 von 147 Schülern gegen 127 im Vorjahre besucht, in diesem Jahre ist die Zahl der Schüler auf 172 angewachsen. Diese Zunahme zeigt, wie notwendig es war, dass ein neues eigenes Schulgebäude errichtet wird, was durch eine Zuwendung von 70 000 Frcs. seitens der Jewish Colonization Association nunmehr geschehen kann. Die Einnahmen des Vereins beliefen sich auf 45 641 M., die Ausgaben .auf 37 951 M., der Effektenbestand auf 155 755 M. Zahlreiche Geldgeschenke waren auch in , diesem Jahre wieder von privater Seite eingelaufen. * Zu dem Artikel über den Seid nbau in Palästina geht uns zur Ergänzung noch eine neuere Information zu, die jedenfalls interessant genug ist, um hier veröffentlicht zu werden: "■ Vor einigen Wochen hat die Dette Publique hier in Beyrut ihr erstes Kon-. kurrenz-Ansschreiben für Seidenzucht des Vilayets Beyrut stattfinden lassen. Von den eingereichten 98 Bewerbungen sind nur 50 acceptiert worden; darunter diejenigen von Meir Schefayeh bei Zichron- Jacob. Es sind 9 Preise verteilt worden, die beiden ersten fielen auf das klassische Seidenland, den Libanon; den dritten Preis, aus einer silbernen Medaille und 8 türkischen Pfund bestehend, erhielten die Cocons von Schefayeh. Dieser Erfolg ist noch ein Beweis mehr, dass unsere Kolonien leicht schöne Cocons erzielen könnten. Es handelt sich nur darum, die Gewissheit zu verbreiten und populär zu machen, däss es an sicheren Absatz quellen nicht fehlen wird. Wenn man für die Wichtigkeit unsei er Vorschläge noch Beweise braucht, so sind sie durch diesen Wettbewerb geliefert worden. Während die Cocons von Schefayeh für ihre Qualität den dritten Preis erhielten und ausserdem als mustergültig verpackt anerkannt wurden, hiess es von den Cocons von Mikweh-Israel dagegen, dass sie eine zu markante Aehnlichkeit mit Olivenkernen hätten (wörtliche Bezeichnung der Jury), und dass ihre Verpackung unter aller Kritik wäre. Die Sendung von Mikweh ist' das Gespött des g-anzen Wettbewerbs gewesen. * Dem letzten „Quarterly Statement" des „Palestine Exploration Fond" entnehmen wir: Nach den Beobachtungen von James Glaisher war der höchste Barometer-Stand des Jahres 1901 in Jerusalem 27,722 Zoll im Januar und 27,706 im Dezember. Der höchste Barometer-Stand in den letzten 40 Jahren war 27,818 im Dezember 1879 und der nächst höchste 27,8 im November 1870. Der niedrigste Stand des Jahres 1901 war 27,184 im Januar und der nächstniedrige 27,21 im Juli. Der niedrigste Stand in den letzten 40 Jahren war 26,86 im März 1898 und der nächstniedrigste 26,97 im März 1896. Die Temperatur erreichte 91.5° Fair enheit, die höchste Temperatur des Jahres war 98° am 30. August, während die höchste Temperatur der letzten 19 Jahre 108° und zwar im Juni 1894 erreichte. Auf 40° Fahren!)eit und tiefer fiel das Thermometer in 18 Nächten des Jahres. Die niedrigste Temperatur des Jahres war 31° am 18. Januar. Die mittlere Jahrestemperatur war 86,7, also 3 Grad mehr als der Durchschnitt der letzten 19 Jahre. Der Ahsland zwischen Maximal- und Minimal-Stand des Thermometers betrug während des Jahres 67 Grad: der grösste