Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Greater Palestine
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 154 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 154 — OREATER PALESTINE. Von DAVIS TRIETSCH. (Anlässlich des letzten Communiques des zionistischen Actions.-Comites.) . . An erster Stelle des Heftes der „Welt" vom 8. August 1902 'findet sich ein Bericht über den Verlauf der Verhandlungen, welche Dr. Herzl mit Vertretern Sr. Majestät des Sultans gegen Ende Juli 'geführt hatte. „Die Verhandlungen sind," wie die Welt schreibt, „auch diesmal ohne Resultat geblieben." Doch sei damit die Verbindung keineswegs abgebrochen, man dürfe vielmehr weiter guter Hoffnung sein etc...... Nicht dieses Resultat giebt uns zu den folgenden Ausführungen Veranlassung. Man kann es für einen wesentlichen Fortschritt in der zionistischen Bewegung erachten, wenn man sich an leitender Stelle verpflichtet fühlt, die jüdische Oeffentlichkeit über die gethanen Schritte zu unterrichten. Auch dass ein negatives Resultat verkündet wird, verdient eher Zustimmung als Kritik. Wir wollen hier vielmehr auf die folgenden Sätze der erwähnten "Mitteilung eingehen. Es heisst da: ...... „In diesen Exposes „führte Dr. Herzl den Standpunkt der Zionisten aus und formulierte „die Bedingungen der jüdischen Ansiedelung in einem zusammenzuhängenden Teile von Palästina und in noch anderen Gebieten Klein- „asiens auf der Grundlage eines Charters." Weiter heisst es: . . . „aber '„die Zugeständnisse, die Se. Majestät einer jüdischen Ansiedelung zu „machen sich bereit erklärte, konnten nicht als ausreichend nach „unserem zionistischen Programm erachtet werden." Diese Sätze sind geeignet, in den Kreisen der denkenden Palästinenser — Zionisten und anderer — starkes Befremden hervorzurufen,, und es wäre dringend zu wünschen, dass das Aktionskomitee;die unklaren Stellen der sicherlich mangelhaft abgefassten Notiz möglichst bald und mit aller Ausführlichkeit, die der Gegenstand verdient, klarstellen möge.*) Zunächst würden sich aus den oben wörtlich zitierten Sätzen folgende Thatsachen ergeben: 1. Die zionistische Partei erstrebt die Schaffung einer sicheren Heimstätte vorerst in zusammenhängenden Teilen Palästinas und Kleinasiens —, es ist also nicht von ganz Palästina zunächst die Rede und nicht von Palästina allein —, sondern ausser Palästina auch von dem recht entfernten Kleinasien. 2. Se. Majestät der Sultan hat sich, bereit erklärt, einer jüdischen Ansiedelung gewisse Zugeständnisse zu machen. *) Seither sind — bis zu der Drucklegung dieser Zeilen — noch 5 Hefte der „Welt" erschienen, in denen die befremdliche Kundmachung in keiner Weise modifiziert wurde. Auch die übrigen jüdischen Zeitungen gehen fast ausnahmslos über den Kern der Sache hinweg Um so nötiger erscheint es, dass der Gegenstand in „PALAESTINA" zur Sprache gebracht wird.