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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 153 (sequence 31)
Language
German
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— 153 — 3. Wir sind im stände, deutlich zu zeigen, dass der Absatz für Seide ein gesicherter ist, da bei allen Völkern, dank den Fortschritten in der Seidenfabrikation, speziell in der Erzeugung von billigen, allen zugänglichen Seidenstoffen, ein gesteigerter Verbrauch von Seide konstatiert wurde. Folglich hat man jetzt in absehbarer Zeit keine neue Stockung auf dem Weltmarkte zu befürchten. 4. Des Weiteren ist es klar, dass eine besonders starke, unerwartete Vergrösserung der Produktion von Seide nicht zu befürchten ist, da die Erzeugungsgebiete natürlich begrenzt sind. Eine Ausdehnung des Seidenbaues ist in Persien, Turkestan, Kaukasus, Indien, Bulgarien, Ungarn, Anatolien und Syrien zu erwarten. Alle diese Länder zusammen erzeugen jetzt kaum 12% der Weltproduktion an Seide. Sollte sich sogar in absehbarer Zeit in allen diesen Ländern die Produktion verdoppeln, so würde die Weltproduktion um nur 12°/o zunehmen Es steht wohl zu erwarten, dass diese Mehrerzeugung bei den Völkern den Absatz finden wird. 5. Syrien und Palästina gehören zu den von der Natur begünstigten Gebieten, in denen der Seidenbau die für seine Entfaltungnotwendigen Bedingungen vorfindet. Syrien und der nördliche Teil Palästinas erzeugen schon jetzt eine Seide, die auf dem Lyonnaiser Markte ganz besonders geschätzt wird. Ihre Eignung für diese Industrie unterliegt keinem Zweifel. 6. Der in den jüdischen Kolonien unternommene Versuch mit dem Seidenbau misslang infolge der von uns eingangs auseinandergesetzten Umstände. Dass er gelingen konnte, haben wir zur Genüge bewiesen. Es ist jetzt an der Zeit, den Versuch von neuem aufzunehmen. Dieses Mal aber nach einem konsequent durchdachten Plane. Der Seidenbau kann in Palästina zweilellos den jüdischen Kolonisten zu einer wichtigen Erwerbsquelle werden. Für das ganze Land können die von Juden ins Leben gerufenen modernen Einrichtungen von einer Bedeutung werden, welche derjenigen der Institutionen von Brussa für Anatolien gleich ist. Wir glauben nun, die Bedeutung des Seidenbaues für Palästina zur Genüge bewiesen zu haben. In einem speziellen Artikel würden wir uns, falls eine Tendenz zur Wiederautnahme des Versuches mit dem Seidenbau in den massgebenden Kreisen sich zeigen sollte, mit den besonderen Fragen und Aufgaben einer sachgemässen Seidenkultur beschäftigen. Zichron-Jacob, im Februar 1902. 5

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