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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 150 (sequence 28)
Language
German
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— 150 — Saida und Beyruth grosse Mengen von weisser und gelber Seide, welche auf den europäischen Märkten gesucht wurde. Der Seidenbau entwickelte sich unaufhaltsam immer mehr und mehr. Denn die Pebrinekrankheit, welche in Syrien erst 1872 aultrat, war vorübergehend und verursachte nicht die Verheerungen, die sie in anderen Ländern anrichtete. Während der Krankheitsperiode Hessen . die syrischen Züchter mehrere Jahre hindurch japanische Samen kommen. Dann aber wendeten sie sich den französischen Samen zu. Bis etwa 1895—1898 importierte man aus Frankreich jährlich 230 000 bis 250 000 Kisten von je 1 Unze im Werte von 3—6 Frcs. pro Kiste. Nun aber beginnt man, sich von diesem jährlich ans Ausland gezahlten Tribut zu befreien, denn in den letzten Jahren werden schon 30 % der gezüchteten Samen im Lande selbst erzeugt. Da Syrien noch keine Stationen und Institute gleich anderen Ländern besitzt, die eine richtige, den modernen Anforderungen entsprechende Aufzucht von Samen durchführen könnten, so sind wir geneigt, in der momentan ausgeübten Selbsterzeugung von Samen durch die syrischen Seidenzüchter eher eine Gefahr, oder wenigstens einen Nachteil für die Seidenzucht, als einen Vorteil zu erblicken. Die seidenbauenden Distrikte Syriens werden bezüglich der örtlichen Bedingungen in drei natürliche Zonen eingeteilt: 1. die Ebene mit Saida, Beyruth und Tripoli; 2. das Hügelland und das ansteigende Gebirge mit den Libanonabhängen in der Nähe von Beyruth, mit der Ebene von Bekaa und mit dem niedrigen Teile des Antilibanon bis zur Umgebung von Damaskus, schliesslich 3. das eigentliche Gebirge, d. h. die Erhebungen des Libanon. Und so beginnt auch die Kokonernte im Mai in der ersten Zone und endet im Juli in .der letzten. Eine besondere Ausdehnung des Seidenbaues wird in den letzten Jahren im Vilayet von Suria (Damaskus) bemerkt. Man schätzt die Anzahl der Maulbeerbäume im Vilayet von Suria auf 3 595 000, welche sich auf die verschiedenen Distrikte in folgender Weise verteilen: Distrikt von Bekaa ....... 2 000 000 Bäume1) Baalbeck...... 600 000 , Duma....... 100 000 , Wadi-el-Adschem . . . 130 000 „ Hasbeya u. Merdsch-Ajun 500 000 .. Raschaya ...... 15000 .. Nebk....... 10 000 r Kunetra...... 140 000 „ Hauran u. Dschebel-Druz 100 000 Ein grosser Teil des Distriktes Hasbeya und Merdsch-Ajun, sowie die Distrikte Kunetra und Hauran liegen schon im eigentlichen Palästina. Die gesamte mit Maulbeerbäumen bestandene Fläche übersteigt in ganz Suria (Damaskus) nicht 2000 ha. Da im Lande selbst sehr viele kleine und grosse Spinnereien existieren, so wird aus dem Lande hauptsächlich Rohseide exportiert und nur wenig Kokons. Syrien besitzt menr als 150 Spinnereien, *) B. C. C. C.f No. 155, 1900.

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