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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 143

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 143 (sequence 21)
Language
German
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— 143 — u.s. w. bezwecken. Es ist anzunehmen, dass die Regierung ihrerseits nichts fehlen lassen wird, um dem Seidenbau zu einer Entwickelung zu verhelfen. Es steht also in Frankreich eine bedeutende Vermehrung der Produktion zu erwarten. Niemals wird aber Frankreich den Standpunkt einnehmen, auf dem es im Jahre 1853 stand. SPANIEN. Die Beteiligung Spaniens an der Weltproduktion ist eine sehr geringe. 1895 1896 1897 1898 1899 aus % der, 5 Jahren Weltprod. 100 000 102 000 73 000 80 000 78 000 86 600 0,56 Die Lage der Seidenzucht ist in Spanien eine ähnliche wie in Frankreich, mit dem Unterschied, dass dort weder die Regierung noch die Gesellschaft der Sache Aufmerksamkeit schenkt. Es ist mit dem Seidenbau nicht anders, wie mit der Industrie, Handel, Ackerbau etc. in diesem Lande. OESTERREICH-UNGARN. Ungarn begann im 18. Jahrhundert den Seidenbau einzuführen. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Produktion 400 000 kg Kokons pro Jahr. Die Pebrine trat in Ungarn im Jahre 1850 auf und machte der noch jungen Industrie den Garaus. Als im Jahre 1867 die ungarische Konstitution wiederhergestellt wurde, begann man dem Seidenbau von neuem Aufmerksamkeit zu schenken. Aber die Fortschritte waren sehr langsam: 1879 gab es nur 150 Züchter, welche 2507 kg Kokons erzeugten. Die Regierung gründete nun 1880 ein spezielles Inspektorat für den Seidenbau, welches zuerst in den Gegenden, wo man die besten Kokons erzeugte, Samenzuchtstationen gründete. In Szegrad wurde ein Laboratorium geschaffen, in welchem 150 Mikroskope nach, dem System Pasteur mit jährlich 7 000 000 Prüfungen beschäftigt sind. Weiter -werden jährlich 20 000 Unzen französische und italienische Samen zur Kräftigung der ungarischen Rasse eingeführt. Ausserdem hat das Inspektorat eine Anleitung und Ueberwachung der ca. 100 000 Seidenzüchter durchgeführt, welchen nicht allein Samen, sondern die eben ausgebrüteten kleinen Würmchen verteilt wurden. Ja noch mehr, die Regierung verteilt gratis alljährlich 8 000 000 junge Maulbeerbäumchen im Alter von 2 bis 3 Jahren. Es sind des Weiteren 180 Staatsbaumschulen eingerichtet worden, welche jährlich 200 000 4—5jährige Bäumchen ebenfalls umsonst verteilen. Schliesslich bestimmte die' Regierung, dass in allen Gemeinden, wo die Seidenzucht nur wahrscheinlich ist, solche Baumschulen errichtet, und dass zwei Drittel der nationalen Strassen von Maulbeerbäumen umsäumt werden sollen. Diese in der That anerkennenswerten Bemühungen der ungarischen Regierung brachten es auch zu einem sehr zufriedenstellenden Resultate. Die folgende Tabelle zeigt die Entwickelung des Seidenbaues in Ungarn.

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