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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 142 (sequence 20)
Language
German
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— 142 — Die Tabelle auf S. 141 giebt uns die Produktion von frischen Kokons, die Zahl der Züchter u. s. w. für die letzten 5 Jahre an.1) Das Jahr 1900 ergab also eine Vermehrung der Zahl der Züchter um 8100. Der Ertrag von 1 Unze (25 g) Samen war 44655 kg, d. i. der allerhöchste im vergangenen Dezennium. Da im Jahre 1900 der Preis der Kokons durchschnittlich 4 Pres, pro Kilo betrug (die vom Staate gewährte Prämie von 0,60 Frcs. pro Kilo lassen wir ausser Rechnung), so erhielten die 136214 Züchter eine Gesamteinnahme von 36721616 Frcs. Der durchschnittliche Erwerb eines Züchters von der Seidenzucht ist ca. 270 Frcs. Das ist der gegenwärtige Zustand des Seidenbaues in Frankreich. Wir sehen eine Verbesserung desselben seit den letzten 3 Jahren. Umaber richtig den gegenwärtigen Stand zu bemessen, müssen wir uns die französische Produktion vom Jahre 1853 ins Gedächtnis zurückrufen. Damals erzeugte Frankreich 26 000 000 kg frische Kokons, welche zum durchschnittlichen Preise von 4,50 Frcs. pro Kilo 117000000 Francs dem Volke lieferten. Jetzt sind es kaum 6 bis 10 Millionen Kilo jährlich, welche 20 bis 35 Millionen Franken ergeben. Hier, wie in den anderen Ländern, war es die Pebrine, welche dem Seidenbau in 60 Jahren den ersten bedeutenden Schlag versetzte. Dazu gesellte sich später das Reben-Rekonstitutionsfieber. Man pflanzte überall, wo nur die Bedingungen es zuliessen, Weinreben und vernachlässigte oder vernichtete die Maulbeerbaumpflanzungen. Schliesslich kam noch die Seidenkrise im letzten Dezennium hinzu. Alle drei , Ursachen zusammengenommen brachten es dahin, dass Frankreich von Jahr zu Jahr an Maulbeerbaumbeständen verlor, so dass schliesslich Stimmen laut wurden, welche die vollständige Vernichtung der Baumbestände in nicht entfernter Zukunft voraussagten. Mozziconacci2), Directeur de la Station sericicole d'Alais, stellte eine Enquete bei den Maires von verschiedenen Kommunen an und kam zu dem Ergebnis, dass im Arrondissement Alois (Gard), das noch jetzt 1 000 000 kg Kokons erzeugt, alle Bäume an verschiedenen Krankheiten leiden, von den Züchtern vernachlässigt und fast gar nicht gepflegt werden. Dieser Zustand ist für das ganze Land allgemein. Sollten aber die Züchter eines Preises von 4,50 Frcs. pro Kilo frische Kokons sicher sein, so würden sie von neuem Maulbeerbäume pflanzen, die alten gut pflegen und gegen verschiedene Krankheiten ernst ankämpfen. Mozziconacci meint hierbei: „Die Zucht des Seidenwurms, in kleinen Sätzen vom Besitzer mehrerer Maulbeerbäume ausgeführt, der die Würmer in der Familie ohne Zuhilfenahme fremder Handarbeit aufzieht, ist noch, was man auch sagen mag, bei dem gegenwärtigen Preise der Kokons und der Prämie eine der besten Kulturen." Es werden jetzt von verschiedenen Seiten der Regierung Vorschläge gemacht, welche die kostenlose Verteilung von Pflanzenmaterial aus den Staatsbaumschulen, Prämien für die besten Züchtungsmethoden x) Notizie sulla Agricoltora in Italia, inviate dal ministero di agricoltora. Roma 1900. 2) Mozziconacci, La sericiculture et l'avenir du murier. Semaine agricole, 27. Jan. 1901.

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