Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 14)
- Language
- German
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besitz in Serbien an, wo der Grossgrundbesitz, d. i. Güter von mehr als 50 ha, nur 0,06 % der gesamten bebauten Fläche ausmacht, pro Familie mit 11 ha an. In Serbien beschäftigen sich 86% der völkerung mit dem Ackerbau. Deutschland, in welchem der Grossgrundbesitz stärker vertreten ist, hat pro Grundbesitzer 7,7 ha Bodenbesitz durchschnittlich. In Japan haben wir es also mit einer für die europäischen Verhältnisse einfach undenkbaren Besitzzersplitterung zu thun. Bedenke man nur, dass 90 % der ackerbautreibenden Bevölkerung weniger als 2 ha ihr eigen nennen und nur 1 °/0 über 10 ha besitzt. Diese ausserordentliche Zerstückelung des Bodenbesitzes musste zu einer sehr intensiven Ausnützung des Bodens führen. 27 % der bebauten Fläche liefern dank der künstlichen Bewässerung zwei Ernten jährlich. Von der gesamten landwirtschaftlich ausgenutzten Fläche von 5 324 (JOO ha werden 296 400 ha zu Maulbeerbaumpflanzungen verwendet, d. h. 5,55 % der gesamten angebauten Fläche. Die Zucht des Seidenwurmes wurde stets in Japan als ein Nebenerwerb von den Landwirten betrachtet, die sie im Kleinen ausübten. Eine Installation erzeugt durchschnittlich 12 bis 13 hl Kokons. Da die Gesamterzeugung von Kokons rund 3 600 000 hl ausmacht, so beschäftigen sich mit dem Seidenbau rund 300 000 Familien, was 7,4 °/0 der ackerbautreibenden Bevölkerung ausmacht. Bei dieser Kultur fällt auf eine Familie weniger als 1 ha mit Maulbeerbäumen bestandene Fläche. Das Verhältnis der Erträge von den verschiedenen Kulturen in Japan zeigt uns, dass die Erträge von den Maulbeerpflanzungen nur durch diejenigen vom Thee übertroffen werden. So liefert 1 ha Reisfeld . , 330 Fr es. Maulbeerpflanzung . 482 Frcs. Getreidefeld .198 „ Thee „ .618 „ Dieser Bruttoertrag müsste um die Regierungsabgaben, sowie die Produktionsspesen verkleinert werden, um. den Reingewinn einer Familie aus der Seidenzucht anzugeben. Leider fehlen uns jegliche Angaben über die Höhe der Abgaben und Auslagen, welche mit dieser Kultur verbunden sind. Dass aber nach Abzug dieser Ausgaben noch ein ansehnlicher Betrag übrig bleiben muss, wird aus der Thatsache ersichtlich, dass in Japan für die Maulbeerbaumebenso wie für die Theepflanzungen die allerbesten Böden ausgesucht werden. Nun könnte aber entgegengehalten werden, dass die Arbeiterlöhne in Japan recht niedrig sein müssen und die Seidenzucht aus diesem Grunde rentabel sein könne. Die Löhne sind in der That im Vergleich mit den in Europa gezahlten nicht hoch. So wurde ein beim Seidenbau beschäftigter Arbeiter im Jahre 1897 mit 0,71 Frcs. pro Tag bezahlt, eine Arbeiterin mit 0,45 Frcs. Dabei steigen die Löhne von Jahr zu Jahr merklich in die Höhe. Trotzdem hat sich die Seidenproduktion nicht vermindert. In Palästina haben wir es aber auch mit ähnlichen Löhnen zu thun. Hier werden in der Seidenzucht ebenfalls die Arbeiter mit 0,40—0,75 Frcs. pro Tag bezahlt. Die nachfolgende Tabelle wird uns die Gesamtproduktion, sowie