Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1902)
- Article
- Die Zukunft des Seidenbaues in Palästina
- Date
- 1902-03-01
- Page
- Seite 135 (sequence 13)
- Language
- German
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Indien hat also eine sehr geringe Rolle aui dem Welt-Seidenmarkte. Allerdings müssen wir die Fortschritte verzeichnen, welche der Seidenbau nunmehr in Indien, wie überhaupt in den englischen Kolonien, zu machen beginnt. Diese Fortschritte sind besonders den fruchtbaren Anstrengungen von Sir Thomas Wardle, des Präsidenten der Silk Association von Grossbritannien und Irland, zu verdanken. Sollten sich aber auch die indischen Ernten in einer gewissen kurzen Periode sogar verdoppelt haben, so würde diese Verdoppelung nur eine Steigerung der Weltproduktion um 2 % bedeuten. Zugleich mit dieser Verdoppelung der Produktion wird aber auch wahrscheinlich der örtliche Verbrauch des Landes selbst wachsen müssen. JAPAN. . Die Bedeutung Japans für den Welthandel mit Seide ist eine sehr grosse. Die Ausfuhr durch den Hafen von Yokohama umfasst ziemlich die ganze Exportation dieses Landes an Seide. Seine prozentische Beteiligung am Welthandel ist die folgende in Kilogramm Seide : 1895 1896 1897 1898 1899 Mittel aus % der 5 Jahren Weltprodukt. 3 410 000 2 999 0U0 3 507 000 3 122 000 3 542 000 3 316 OuO ca. 21 u/0 Also mehr als ein Fünftel der Gesamtproduktion der Welt wird von Japan geliefert. Hierbei ist der örtliche Verbrauch, welcher von Jahr zu Jahr immer bedeutender wird, unberücksichtigt geblieben. Gerade für Japan sind wir in der Lage, die Verhältnisse der Seidenproduktion, ihre Beziehung zur gesamten Landesproduktion etc. etwas genauer zu studieren. Es wird zweifellos von grossem Interesse sein, die Rolle der Seidenproduktion in der gesamten Staatsökonomie des Landes kennen zu lernen. Wir haben es in Japan mit einem Lande zu thun, in welchem grosse Besitze fast vollständig abhanden sind. Der für das Land charakteristische Besitz ist der Kleinbesitz. Von der Gesamtbevölkerung des Landes widmen sich 55% dem Ackerbau.1) Es sind 4067 149 Familien, welche sich ihre Subsistenzmittel ausschliesslich durch den Ackerbau erwerben. Weitere 1 537 171 Familien beschäftigen sich zum Teil mit dem Ackerbau, zum. Teil haben sie andere Erwerbszweige. Die gesamte ertragliefernde Pläche ist 5 324 000 ha gross. Die nach folgende Tabelle wird uns die Besitzverhältnisse in den drei grössten Verwaltungsbezirken Japans klar vor Augen führen. Besitzgrösse Zahl der Familien % vom Gesamtbesitz mehr als 10 ha 37 265 Familien ca. 1 % 2 bis 10 ha 266 665 „ . 9 °/0 weniger als 2 ha 3 468 541 n „ 90 % Der Bodenbesitz pro Familie der ackerbautreibenden Bevölkerung ist nur 1,25 ha. Demgegenüber geben wir vergleichsweise den Boden- *) Die nachfolgenden Angaben rühren von den folgenden zwei offiziellen Veröffent^ Heilungen her: L'Agriculture au Japon und General view of commerce and industrie in the empire of Japan, beide anlässlich der Pariser Ausstellung 1900.