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Palästina · 1902-03-01 · Heft 3-4 (März 1902) · p. Seite 115

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 3-4 (März 1902)
Article
Gummi arabicum aus Palästina
Date
1902-03-01
Page
Seite 115 (sequence 1)
Language
German
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GUMMI ARABICUM AUS PALAESTINA. Von Professor Dr. 0. Warburg. Bekanntlich ist dieser bedeutende Handelsartikel der Hauptsache nach afrikanischer Herkunft; Kordofan und Senegambien sind die bei weitem wichtigsten Bezugsquellen, alle übrigen Herkünfte, Sennaar, Suakim, Berbera (Somali), Geddah (Arabien), Tunis, Mogador (Marokko), Südwest-Afrika, Cap, Indien, kommen erst sekundär in Betracht. Der Grund ist der, dass nur die Acacia Verek das allerbeste arabische Gummi liefert, und auch diese Art nur in den halb wüstenärtigen Gebieten südlich von der Sahara; eine andere Akazienart, Acacia horrida, der Dornbaum wSüdafrikas, liefert gleichfalls ein recht gutes Gummi; einen etwas geringeren Wert hat schon das Gummi der Acacia gummifera von Marokko, immerhin ist es aber im Handel noch beliebt; desgleichen wird das Geddahgummi Arabiens, dessen genaue Herkunft man noch nicht kennt, wegen seiner Klebkraft und wegen anderer Eigenschaften für Appretur von Geweben recht gern genommen. Aus dem inneren Sudan werden jedoch über Khartum auch weit geringere Sorten in grosser Menge exportiert, namentlich die sogenannten Ghezireh- und Gedarefsorten, die aus dem Gebiet von Sennaar kommen, und zwar sind es hauptsächlich die rötlichen bis braunen Gummisorten von Acacia seyal (seyal), tortilis (kitr). stenocarpa (talch) und nilotica (ssant). Wegen ihrer Farbe, der geringeren und langsameren Löslichkeit im Wasser und der relativ geringen Klebkraft sind diese Sorten wenig beliebt, und werden nur dann genommen, wenn es auf grössere Billigkeit ankommt, oder wenn der Markt wenig Prima-Ware enthält, wie es z. B. während des Abschlusses Kordofans zur Zeit des Mahdi- Aufstandes mehrere Jahre hindurch der Fall war. Kürzlich erhielten wir aus der Umgegend des Toten Meeres Gummiproben, die nach der Untersuchung gleichfalls zu diesen schlechteren Sorten gehören. Das Gummi bestand aus schwach bräunlichen, unregelmässig kugeligen Stücken, die teils durchsichtig, teils trübe waren und häufig eine rissige Oberfläche zeigten. Die Untersuchung im chemisch-pharmazeutischen Laboratorium der Universität Berlin durch Herrn Mannich ergab, dass die trüben Stücke viel feine Verunreinigungen enthalten, die sich auch in der Lösung bemerkbar machen, weswegen diese Stücke auch minderwertig sind. Die Lösung des Gummis in der doppelten Menge Wasser ist wegen reichlichen Bassoringehaltes sehr dickflüssig, sie reagiert weder mit basischem Bleiacetat, noch mit Eisenchlorid, verhält sich also anders als echtes arabisches Gummi, und ist demnach auch chemisch anders zusammengesetzt. Der Aschegehalt wurde zu 1,48 % bestimmt.

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