Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse von Jaffa und Jerusalem
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
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— 86 — grossen Mengen von Bauholz, Baueisen, Steinkohlen, Cement, Kalk, Dachziegeln, Backsleinen für die nach europäischer Art ausgeführten ständigen Erweiterungen und Neubauten der Klöster, Schulen, Waisenhäuser u. s. w. und von billigen Stoffen und Kleineisenwaren für deren Insassen. Hierbei ist zu bemerken, dass diese Artikel, soweit sie gekauft werden müssen, stets aus dem Heimallande der Besteller bezogen werden. In ähnlicher Weise wird der erhebliche Konsum von Schmiedeeisen zur Herstellung von Ackergeräten, von Petroleummotoren und landwirtschaftlichen Maschinen für Getreidebau und Obstzucht durch die Hauptthätigkeit der ausländischen Kolonisten erklärt. Deutschlands Beteiligung an der Einfuhr ist auf etwa 500 000 bis 600 000 Mk., d. h. 11% der Gesamteinfuhr zu schätzen, wenn man die grossen Konsumartikel Reis, Kaffee, Zucker, Petroleum u. s. w., die für Deutschland ja nicht in Betracht kommen, von der Gesamtsumme abzieht. Die Hauptimportartikel Deutschlands sind Eisen und Eisenwaren, billige Stoffe, Bier, Drogen und Apothekerwaren und Luxusgegenstände in Metall und Holz. An der Ausfuhr ist Deutschland mit etwa 500 000 Mk., d.h. über 5% der Gesamtausfuhr, beteiligt. Hauptartikel ist hier der nach Hamburg exportierte Wein. (Nach einem Bericht des Handelssachverständigen bei dem Kais, deutschen General-Konsulat in Konstantinopel.) NOTIZEN. Die Schwammfischerei in der Levante. Die griechischen und türkischen Badeschwämme sind seit Jahrhunderten ein viel begehrter Handelsartikel. Wenn sie von der modernen Chirurgie auch nicht mehr in dem früheren Umfange gebraucht werden, so ist ihre übrige Nachfrage neuerdings um so stärker gewachsen. Hiermit hängt es zusammen, dass die Schwammfischerei des östlichen Mittelmeeres sich sehr unzweckmässiger, die junge Brut dieser am MeeresbodenhaftendenPllanzentieremassenweis vernichtender Fangmethoden bedient, so dass die Erhaltung des wertvollen Naturprodukts ernstlich bedroht erscheint, wenn nicht einzelstaatliche Gesetzgebung und internationale Vereinbarung eine wirksame Schonung der Schwammbänke, besonders im Frühling zur Zeit der Eibefiuchtung und LarvenbilduDg, erzwingen. Im Gegensatz zu den seit Mitte des vorigen Jahrhunderts in den Handel gekommenen sehr groben, lockeren und dunkelfarbigen Bahamaschwämmen, die, wie der Name sagt, in den Gewässern zwischen Kuba und Florida g-efischt werden, bilden die Levanteschwämme eine erheblich feinere und teuerere Ware des Welthandels. Man unterscheidet vornehmlich drei Arten der marktgängigen Mittelmeerschwämme, den feinen, weichen Badeschwamm, Euspongia ofiicinalis, den ordinären, gröberen Pferdeschwamm, Hippospongia equina, und die seltenere Abart Euspongia zimocca. Thatsächlich stellen diese Schwämme ein Naturmonopol des Mittelländischen und des Roten Meeres dar, besonders aber des ersteren. In diesem wird die Schwammfischerei an allen Küsten mit Ausnahme des nordwestlichen Beckens zwischen Italien und Spanien eifrig betrieben. Die Hauptfanggründe liegen an der syrischen und kleinasiatischen Küste sowie im ägäischen Archipel. Besonders reich an guten Schwammbänken ist der Meeresboden um die Inseln Cypern, Kreta, Rhodos, Samos und Kalymnos. Ferner gewähren die Gewässer an der adriatischen und jonischen Ostküste sowie an der ganzen afrikanischen Küste von Aegypten bis Marokko, hauptsächlich die Uferstreck e westlich von Tunis, eine ergiebige Ausbeute. Die Hauptstapelplätze und Ausfuhrhäfen für die Schwämme aus der Levante sind Lattakia, Smyrna und'Piräus, das Exportcentrum des westlichen Mittelmeeres ist das afrikanische Tripolis. Die nächsten Absatz- und Sortierungsmärkte des gesamten mittel-