Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- Die wirtschaftliche und kulturelle Wirksamkeit der Juden in Palästina un den Nachbarländern
- Date
- 1902-02-01
- Page
- Seite 75 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379787-2379790-2380287--00133-2380347- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 75 — den Kolonisten auch nur Zeit zur Ueberlegung zu gönnen, ohne ihnen die Möglichkeit zu lassen, ihre Vorbereitungen zu treffen, hat man den Preis der Trauben um 25°/0 des vorjährigen, bereits genug herabgesetzten, Preises niedriger gestellt. Viele, besonders die ärmsten Kolonisten haben ihre Trauben anderweitig um jeden Preis verkauft, andere haben ihre Trauben in den Keller gestellt, in Vorahnung dessen, was da kommen sollte. In derThat bewilligte Paris aufdringendes Bitten des lokalen Agenten von Juda nicht bloss die 25%> sondern auch 10% über den Preis des Vorjahres. Als man aber von allen Seiten einen modus vivendi für 3 Jahre, bevor systematische Studien und die Erfahrung die Frage entscheiden können, beantragte, einem modus vivendi, welcher dem mittleren Kolonisten gestattet, von einer mittleren Weinlese zu leben, wurden diese Anträge energisch zurückgewiesen. Selbst jetzt bewilligt man diese Summen bloss, weil der für eine gewöhnliche Wein-Lese berechnete Kredit nicht erschöpft war, da die Anzahl der von den Kolonisten gelieferten Trauben dies Jahr bedeutend geringer war, als in dem letzten Jahre. (Wir haben die Ursache erklärt.) Und jetzt wollen wir nur die Thatsache konstatieren, dass eine nicht zu unterschätzende Menge Weines (350—400 Hektoliter) wirklich zu 18 Frcs. für die schlechteste Gattung und zu 22 Frcs. für die gewöhnliche .... den deutschen Kolonisten von Sarona an Ort und Stelle verkauft wurde! Das verflossene Jahr hatte eine besonders schlechte Ernte im Distrikt von Saffed aufzuweisen. Die ganze landwirtschaftliche Bevölkerung hat dringende Schritte gethan, um die übermässigen Abgaben zu vermindern, die man ihr aufbürden wollte. Rosch.-Pina, Mischmar- Hayarden und Yessad-Hama'ala hatten schon mit den Behörden von Saäed den Nachlass von 30% vereinbart, als ein Telegramm von der Centraidirektion der Kolonien ankündigte, dass sie bereits in dieser Angelegenheit reüssiert hätte und dass dank ihres Einschreitens die Autoritäten von Beyrut .... 13% nachgelassen hätten. Das Angeführte genügt zur Beleuchtung des gefährlichen Charakters der gegenwärtigen Wirksamkeit der J. C. A. Wir müssen jedoch zugeben, dass dieselbe eine grosse Tugend besitzt, d. i. das aufrichtige Bestreben, die Administration zu vereinfachen und Ersparnisse zu realisieren. Ernstliche Ersparnisse zu realisieren, ist nach der vorhergehenden Verwaltung kein grosses Kunststück, aber immerhin ein Fortschritt. Unglücklicherweise schwebt auch über den von der J. C. A. eingeführten Reformen etwas wie ein Fluch. Die lokalen Administrationen der Kolonien sind zum grossen Teil beseitigt oder auf ein Minimum reduziert. Sie werden jedoch von den neugeschaffenen Centren ersetzt. Es existiert ein — numerisch — sehr respektabler Stab in Beyrut, und ein nicht minder stattlicher in Jaffa. Anstatt jedoch sich an den Orten aufzuhalten, wo die Angelegenheiten der Gesellschaft hauptsächlich sich abwickeln, und wo man täglich die Arbeit verfolgen, die Ansprüche der Kolonisten oder Arbeiter auf ihre Begründung hin prüfen kann, sind diese Herren in den Städten beschäftigt. Und diejenigen, die an Ort und Stelle geblieben sind, haben gegenwärtig eine Aufgabe, welche aller anderen Thätigkeit vorausgeht und sie gänzlich