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Palästina · 1902-02-01 · Heft 2 (Februar 1902) · p. Seite 52

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 2 (Februar 1902)
Article
Die wirtschaftliche und kulturelle Wirksamkeit der Juden in Palästina un den Nachbarländern
Date
1902-02-01
Page
Seite 52 (sequence 2)
Language
German
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— 52 — übrigen Völkern dort der Fall ist — sind ja auch die jüdischen Kolonisationsbestrebungen ganz anderen Ursprungs —, wohl aber dürfen wir annehmen, dass auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes die Juden einen entscheidenden Einfluss ausüben, und in dieser Hinsicht unter der europäischen Gesamtbevölkerung einen hervorragenden Platz einnehmen.1) Natürlich kommen für uns hier hauptsächlich in Betracht die jüdischen Ansiedlungen auf dem Lande, die sogenannten jüdischen Kolonien, in denen unsere Kolonisationsthätigkeit sich besonders bemerkbar macht, und die doch in der That die Grundlagen jeder Kolonisation bilden. Zweifellos sind in landwirtschaftlicher Beziehung die Juden als die Hauptkolonisatoren zu betrachten. Verfügen wir doch bereits heutzutage über einen Besitz von etwa 30 000 Hektar kulturfähigen Landes (siehe Tabelle), . einen Besitz, der von keiner anderen europäischen Nation in Palästina übertroffen wird! Daher auch die enorme Bedeutung der jüdischen Bevölkerung für die palästinensische Landwirtschaft, und zugleich natürlich für alle diejenigen Produktionszweige, die mit derselben in mehr oder weniger engem Zusammenhange stehen. Leider fehlt es uns noch an einem übersichtlichen Werk, welches uns alle die interessanten kolonisationstechnischen Versuche, die drüben angestellt worden sind, vorführen, und uns ein Bild von all den kostspieligen Einführungen und Neueinrichtungen bieten würde; aber alles was man weiss, lässt erkennen, was für einen einflussreicher Faktor der landwirtschaftlichen Produktion und dadurch auch der Organisation der gesamten Volkswirtschaft die jüdischen Kolonien bilden. Und in der That, betrachten wir den Entwickelungsgang der Kolonien während der letzten 12 Jahre und die dort vorgenommene Thätigkeit, so finden wir kaum eine andere Nation (in Betracht kommen hier fast nur die deutschen Tempelkolonien*), die ähnliche Leistungen auf dem Gebiete der Produktionstechnik, der Verbesserung der Landeskulturen etc. aufweisen kann. Abgesehen von den grossen Ländereien, die urbar gemacht, in blühende Felder und Gärten verwandelt worden sind, haben sich die Bodenerzeugnisse vielfach vermannigfaltigt und neue Produktionszweige und technische Nebengewerbe sind entstanden. So sind z. B. die Herstellung des Cognac's, die Verfertigung von Aromatölen, die Seidenzucht eingeführt worden. Es sind Versuche mit neuen Kulturen gemacht worden, so ist der Weinbau mit amerikanischen und vielen europäischen Sorten bereichert worden, der Obstbau gewann an neuen Arten von Mandeln; weiter sind gepflanzt worden die Heramium Rosa, die Accacia Farnesiana, die Bergamotte, vor allem aber Maulbeerbäume (siehe Tabelle). Ferner sind Anforstungen vorgenommen und zur Verbesserung der sanitären Verhältnisse die Eucalyptus (siehe Tabelle) und andere Arten Bäume angelegt worden — ein Unternehmen, das von allgemeiner Bedeutung für das Land ist! Besonders erfolgreich ist auf die rationelle Bewirtschaftung des Bodens hingewirkt *) Noel Verney et G. Dambmann: „Les puissances etrangefes dans le Levant, en Syrie et en Palestine. Paris-Lyon 1900, (Siehe Anmerkung auf Seite 81.)

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