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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Notizen über einen Besuch von El-Arisch im Juli 1901
Date
1902-01-01
Page
Seite 32 (sequence 2)
Language
German
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— 32 — Werk, steht Indes vermutlich auf der Stelle einer älteren Baulichkeit. Ich habe mehrere in die Wälle eingefügte Steine gesehen, die deutlich Spuren einer viel älteren Bearbeitung zeigen. Auch befindet sich in dem Hof des Forts, welches die Wohnung des Gouverneurs, Baracken, ein Hospital u. s. w. enthält, ein schmaler ,,Nows" aus schwarzem Granite, etwa drei Fuss lang, welcher als Wassertrog benutzt wurde. Derselbe ist auf beiden Seiten mit Hieroglyphen beschrieben; eine Front ist indes sehr von den Witterungseihflüssen verwischt. Die andere Front ist dagegen last vollständig erhalten, trotzdem habe ich bei aller Sorgfalt keine Königskartouche darauf finden können, nach der man sein Alter bestimmen könnte. Nach der Arbeit würde ich auf die zwanzigste ägyptische Dynastie schliessen. El-Arisch ist von Major Conder R. E. von der „Palestine Exploration Survey" als der in der Bibel mit dem Namen „Bach Aegyptens" bezeichnete Ort identifiziert worden. Das Thal, durch welches man von der Wüsten- oder Ost-Seite dahin gelangt, zeigt starke Spuren eines in alten Zeiten vorhanden gewesenen Wasserlaufes; da indes dieser ganze Küstenstrich langsam emporsteigt (ich habe eine Menge von Bimstein, der vom Wasser geformt worden war, vier Meilen weit von der Küste gefunden), so ist es nicht zu verwundern, dass der „Wadi El-Arisch" gegenwärtig trocken ist. Zehntausende von Kamelen machen jährlich in El-Arisch auf ihrem Wege nach Aegypten via Kantara zum Verkauf Halt. Sie gehen aus den schon angegebenen Gründen niemals an der Küste entlang. El-Arisch hat keinen Hafen irgend welcher Art, nur eine offene Reede, und niemand besitzt anscheinend ein Boot. Einige wenige Fischer fristen ein kärgliches Leben, indem sie mit dem gewöhnlichen Küstennetz vom Strande aus fischen, aber selbst diese werden in ihrer Arbeit sehr durch den scharfen Rand eines Kalksteinfelsens behindert, * der nur wenige Fuss unter der Wasserfläche viele Meilen weit an der Küste sich'hinzieht. Soviel ich erfahren konnte, leben in El-Arisch keine Europäer, und es besteht wenig Aussicht auf einen Verkehr mit Europa. Der ganze Distrikt erhält sich selbst, indem die Einwohner von dem leben, was in der Umgebung erzeugt wird. Die Mehrzahl des Volkes macht einen sehr ärmlichen Eindruck und lebt in jämmerlichen Schlammhütten. Im Arabischen bedeutet „El-Arisch" die Deichsel oder die Deichselstangen eines Wagens. Südwestlich von der Stadt in einer Entfernung von 16 bis 18 engl. Meilen befindet sich die Spitze des Sees Bordonil, dem berühmten „Skribonischen Sumpf" des Herodot. Es giebt mehrere Oeftnungen von dem See in das Meer, durch welche das Wasser mit grosser Gewalt stürzt. Dieser See ist voll von ausgezeichneten Fischen, deren getrockneter Rogen nach allen Teilen der Levante ausgeführt wird und als grosse Delikatesse gilt. — Als einen kleinen Beweis für die Richtigkeit der Beschreibung, welche Herodot von dem Skribonischen Sumpf gegeben hat, möchte ich erwähnen, dass mein Kamel plötzlich und ohne jede vorherige Warnung in Flugsand zwischen dem Meer

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