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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Notizen über einen Besuch von El-Arisch im Juli 1901
Date
1902-01-01
Page
Seite 31 (sequence 1)
Language
German
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— 31 — NOTIZEN UEBER EINEN BESUCH VON EL-ARISCH IM JULI 1901. Von Rev. Strange. El-Arisch, die Grenzstadt auf ägyptischer Seite zwischen Aegypten und der Türkei, liegt auf 31° 8' N. von 33° 50' O. und etwa 70 engl. Meilen ONO. von Port Said, von wo es auf zwei Wegen zu erreichen ist: 1. über Kantara am Kanal von Suez, oder 2. indem man der Küstenlinie des Mittelländischen Meeres folgt. Der erste Weg ist bei weitem vorzuziehen, da auf dem anderen nur ein Brunnen für Menschen und Kamele zu finden ist, bis man fast El-Arisch erreicht. Ausserdem muss man auf diesem Wege drei Verbindungen zwischen dem Meer und dem See Bordonil überschreiten, und bei einer derselben ist alles Gepäck von den Kamelen abzuladen und in Booten überzuführen, während die Kamele selbst zusammengekoppelt und von den Einwohnern eines an dem See gelegenen kleinen Fischerdorfes durch das Wasser gebracht werden. Auf dem anderen Wege über Kantara giebt es mehrere Brunnen, deren Wasser in allen Fällen entweder einen alkalischen Charakter hat oder brackig ist, obwohl Kamele es gern trinken. Andererseits ist dieser Weg viel mühevoller und ermüdender, da er vornehmlich aus tiefem Treibsand besteht, der zumeist jede Spur der Strasse verwischt. El-Arisch liegt, obwohl Geographen es an die Küste verlegen, thatsächlich anderthalb engl. Meilen ins Land hinein auf dem Rücken eines der zahlreichen Sandhügel, welche diesen Teil der Wüste charakterisieren. Die Stadt ist von der See aus nicht zu sehen, und man erreicht sie von der Küste aus über eine Reihe Dünen von Treibsand, der über einem weissen, brennbaren Kalkstein liegt; letzterer tritt da, wo der Wind den Sand fortgeweht hat, zu Tage. Dem Vorhandensein dieses Kalksteins, der den Charakter von Thon weiter von der See fort annimmt, ist es offenbar zu verdanken, dass in El-Arisch eine verhältnismässig grosse Bevölkerung leben kann. Der Gouverneur, welcher zuvor den gleichen Posten in Ismailia am Suez-Kanal innegehabt hat, erzählte mir, dass in El-Arisch jährlich viel mehr Regen falle als im Kanaldistrikt. Meine Ansicht ist, dass der Regen, nachdem er niedergegangen, von diesem Bett thonartiger Deposite festgehalten wird und nicht zu der mehr porösen Schicht von reinerem Kalkstein durchdringen kann. Feigenbäume gedeihen in grossen Mengen um die Stadt herum und es giebt zahlreiche Brunnen; das Wasser derselben ist indes brackig und für Fremde nicht schmackhaft. Auen viele Dattelpalmen giebt es; ferner gedeihen Wassermelonen sowie die gewöhnlichen süssen Melonen in Menge in den Gärten. In allen Fällen treiben die Bäume und Pflanzen ihre Wurzeln offenbar bis zu der das Wasser haltenden Thonschicht unter der Sandoberfläche. Die Häuser in der Stadt sind sehr zerstreut, und die Stadt selbst hat leeine Strassen. Sie wird beherrscht von einem viereckigen Steinfort, welches vier Kanonen an seinen Ecken hat. Dasselbe ist ein modernes

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