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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 23

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Ein Sanatorium auf dem Carmel
Date
1902-01-01
Page
Seite 23 (sequence 1)
Language
German
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— .23 — EIN SANATORIUM AUF DEM CARMEL. Von Dr. E. Simonson, Schöneberg-Berlin. In einem neuerdings erschienenen deutschen Konsulatsberichte über Haifa und Akka wird auch eines auf dem Carmelgebirge bestehenden Sanatoriums Erwähnung gethan. Diese Mitteilung war für mich von hohem Interesse, weil sie einem seit mehreren Jahren von mir ins Auge gefassten und vielfach erwogenen Plane entspricht, und auch jetzt noch verdient die Idee die Beachtung und wohlwollende Erwägung iüdischer Kapitalistenkreise. Die in Cairo, Alexandrien, Port-Said und anderen Städten Aegyptens wohnenden Engländer der bemittelten Stände pflegen in den heissen Sommermonaten nach England zu flüchten. Dieser Strom der Sommerfrischler Hesse sich, wie mir von Kennern des Landes und der Verhältnisse bestätigt wird, leicht zu einem guten Teile nach einer auf dem Carmel nahe dem Meere zu schaffenden Sommerfrische, verbunden mit einem Sanatorium, ableiten. Auch aus den Kreisen der deutschen und französischen Kaufmannschaft Aegyptens, und nicht zuletzt aus den höheren Klassen der eingeborenen Aegypter wäre ein reger Zuspruch zu erwarten. Als Beweis für das Bestehen eines Bedürfnisses nach einer derartigen Einrichtung in diesen Gegenden mag auch die Thatsache gelten, dass der Khedive neuerdings, gelegentlich eines Besuches auf Cypern, die Gründung eines Sanatoriums auf der Insel angeregt hat. Selbstverständlich würde auch mit Zuzug aus Palästina und einem Teile von Syrien zu rechnen sein, wenn auch bei der Rentabilitätsberechnung Aegypten im Vordergrunde stehen müsste. Durch die klimatischen Verhältnisse ist die Oertlichkeit zur Sommerirische und für eine Kuranstalt geradezu prädestiniert. Die Höhenlage entspricht ungefähr Thüringer und schlesischen Verhältnissen (ca. 550 m), während das nahe Meer mildernd und erfrischend wirkt. Aus dem erwähnten Konsulatsbericht ist ersichtlich, dass die Fichte dort sehr gut gedeiht. Es ist demnach zu erwarten, dass in Verbindung mit der übrigen einheimischen Flora sich ein abwechselungsreiches Landschaftsbild wird schaffen lassen. Eine solche Doppellage als See- und Gebirgsbad können selbst nur wenige europäische Sommerfrischen aufweisen. Das Sanatorium müsste, um die erhoffte Anziehungskraft auf die begüterten Stände auszuüben, in vornehmem Stil gehalten und, etwa nach dem Vorbilde der Professor Winternitz'schen Anstalt in Kaltenleutgeben bei Wien, mit allen Einrichtungen ausgestattet sein, welche eine wirksame Anwendung der heute im Vordergrunde der Heilkunst stehenden . physikalisch-diätetischen Heilfaktoren ermöglichen. Neben Nerven- und Stoffwechselerkrankungen würde auch die Malaria mit ihren Folgeerscheinungen für diese Behandlungsweise ganz besonders in Frage kommen. Im Zusammenhange mit dem Sanatorium wäre, zunächst in kleinem Massstäbe, eine Versuchsstation für Gartenbau und Bodenkultur

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