Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 1 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- Zur Einführung
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 3)
- Language
- German
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-5 .- den Eindruck, den die mesopotamische Ebene — heute so trostlos — auf ihn gemacht hat: „Jedesmal wenn ich morgens die Sonne aufgehen sehe, will es mir vorkommen, als ob es eine Erkundungs- und Entdeckungsreise im unbekannten Lande ist, das noch kein anderer so gesehen hat, wie ich es sehe — mit den Augen eines Mannes, der in die Fremde gegangen ist, Brot für die Seinen zu suchen, und der nun die Stelle gefunden hat, wo das Erdreich den nährenden Segen birgt und nur auf die Hände wartet, die ihn ans Licht fördern . . . Das ungefähr ist unser Fall. Nur dass wir ganz unvergleichlich mehr Grund haben, diese Länder, die zudem unseres Volkes einzige Heimat sind, liebevoll ins Auge zu fassen. Der Deutsche, für den der Autor des Citats Länder und Völker dienstbar machen will, hat doch schliesslich Land und Brot genug.....Güter, welche die gewaltige Mehrzahl des jüdischen Volkes bitter entbehrt. Uns ist deshalb Palästina mit seinen Nachbarländern mehr als eine ziemlich ferne Kornkammer, die wir uns etwa mittels unseres Geldes unterthan machen wollen: wir denken an die Tausende von Stammesgenossen, die in Palästina selbst und an die Hunderttausende, die in Osteuropa ein heimatloses Hungerdasein führen. Für diese wollen wir unser verwahrlostes und entvölkertes Heimatland zu neuer Blüte bringen helfen, damit sie dort finden mögen, was sie überall umsonst gesucht haben: Land, Brot, Freiheit!