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Palästina · 1902-01-01 · Heft 1 (Januar 1902) · p. Seite 3

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Journal
Palästina
Volume
1 (1902)
Issue
Heft 1 (Januar 1902)
Article
Zur Einführung
Date
1902-01-01
Page
Seite 3 (sequence 1)
Language
German
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— 3 — ZUR EINFUEHRUNG. Eine jüdische Palästina-Zeitschrift sollen diese Blätter werden —■ eine Zeitschrift, deren Aufgabe es ist, darzuthun/was Palästina für die Juden und was die Juden für Palästina sein können — eine Zeitschrift, die in Palästina nicht nur ein heiliges Land sieht, umwoben von der Glorie einer grossen Vergangenheit, aber tot für die Gegenwart, sondern die mithelfen will, Palästina wieder zu einem Lande zu machen, „fliessend von Milch und Honig", d. h. zu einem Lande voller Leben und Wohlstand, voll Gewerbfleiss und Handel, voll Verkehr und Fortschritt. Um unser altes Heimatland aus seinem tausendjährigen Schlaf zu wecken, wollen wir es dem Bewusstsein unserer Stammesgenossenwieder näher bringen, indem wir seinen gegenwärtigen Zustand erforschen und die Entwickelungs-Möglichkeiten darlegen, die es in, reicher Fülle bietet. Wir wollen angesichts der stets wachsenden Schwierigkeit, ein einwandfreies Land lür den Stromder Emigranten aus dem Osten Europas zu finden, anhaltend, energisch und sachgemäss auf den Orient hinweisen, als das grösste, natürlichste und nächstgelegene Einwanderungsgebiet, so dass diese Ländergruppe ebenso lebhaft und so verlockend vor den Augen der Unterdrückten stehen soll, wie bisher England und Amerika. Und wie bisher England und Amerika, so sollen diese armen und uncivilisierten Juden fortan das Morgenland entwickeln helfen und zu neuer Blüte bringen, — den verträumten Orient, welcher mit einem geringen Bruchteil der jüdischen Intelligenz und Energie, die sich nach den Ländern des Westens ergossen haben, in einen blühenden Garten und in ein Feld regster Betriebsamkeit zu verwandeln wäre. Wir wenden uns vor allem an die bewährten Palästinaireunde, an die Kolonisationsvereine — an die grossen und kleinen jüdischen Gesellschaften sowie die Einzelnen, welche sich mit der Emigrationsfrage beschäftigen. Wir wenden uns an die Judenheit Ost-Europas, welche die Auswanderungsnot, und an die Judenheit Amerikas und Englands, welche die Einwanderungsnot täglich vor sich sieht, und wir wenden uns nicht in letzter Linie auch an die Judenheit der mitteleuropäischen Länder, welche dank der eigentümlichen Verhältnisse im grossen und ganzen von beiden Üebeln verschont ist, aber, doch keinesfalls sich dem Ernste der Lage verschliessen kann.

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