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Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1898-03-01 · Heft 5 (März 1898) · p. Seite 23

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Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1898
Issue
Heft 5 (März 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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23 ift dieses Wort. Jakob und Esau können wegen ihrer weit auseinandergehenden Religionsanschauungen noch nicht Zusammengehen. Esau hat den väterlichen Segen erhalten, „von deinem Schwerte sollst du leben", er soll durch seine Waffe die Welt erobern, Jakob soll auch erobern, aber nicht die Erde und nicht durch das Schwert, sondern die Menschen, deren Herzen und Geister mittelst der Kraft der Wahrheit. Der Siegeszug des Schwertes schreitet aber schneller als der der Wahrheit; die Wahrheit geht langsam weitem, oft in einem Jahrhundert nur einen Schritt, aber was sie erobert, das besitzt sie für alle Zeiten. Da spricht denn Jakob zu seinem Bruder: „Ich kann mit dir nicht gleichen Schritt halten, ich muß mich richten nach der Größe der Arbeit, die mir zu vollenden obliegt, ich muß die Kinder, die Jugend im Auge behalten, der ich meine Weltmission übertragen muß, aber ich komme zu dir, spät, in der Zeiten Ferne, wenn Gott allein thront im Himmel und auf der Erde, und alle Menschen einen Bruderbund bilden und Wahrheit, Recht, Gerechtigkeit, Liebe und Gottesfurcht auf Erden herrschen werden, dann, ja dann reichen wir uns die treue Bruderhand und gehen für alle Zeiten miteinander." Bis dahin aber, verehrte Damen und Herren! werden noch Jahrhunderte und Jahrtausende der Weltgeschichte vorüberrauschen, bis dahin liegt uns noch eine große Arbeit der Selbsterziehung, der Entwickelung und der Vervollkommnung ob, bis dahin werden wir noch viele Kämpfe zu bestehen und noch unzählige Male unseren Glauben und unser Judenthum gegen innere und äußere Feinde zu vertheidigen haben. Lernen wir aus unserer Geschichte, vor allem aus der berühmten Makkabäerepoche, kämpfen und siegen, und bereiten wir uns für die vielfältigen Kämpfe in den Vereinen für jüdische Geschichte und Litteratur vor; allen voran aber schreite der Verein der hiesigen größten und intelligentesten jüdischen Gemeinde Deutschlands! Dieser Verein wachse, blühe und gedeihe, das walte Gott! * Als der rauschende Beifall verklungen war, den die Rede gesunden, stimmten die Versammelten stehend den Gesang des Moaus zur jeschuossi an. Der Verband jüdischer Litteratur-Vereine in Deutschland wird diesen Tag als einen Ehrentag, dessen Segnungen nicht ausbleiben werden, in seinen Annalen verzeichnen.

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