Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1917
- Issue
- Heft 25 (Dezember 1917)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1917-12-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 2 — zftgenommen hat. Allein ein Grund zur Entmutigung liegt trotzdem nicht vor' wir haben auch keine Veranlassung,, an der ferneren Existenzfähigkeit dieser Vereine zu zweifeln. Es "ist nicht, wie uns immer von neuem versichert wird, der Mangel an Interesse für unsere Bestrebungen, sondern? lediglich die Unmöglichkeit, die durch den Krieg entstandenen und mit seiner Dauer alljährlich steigenden Schwierigkeiten zu beseitigen, die die Mehrzahl der Literaturvereine zur Untätigkeit bestimmt hat. Wir zweifeln darum nicht, daß mit der Wiederkehr des von der Welt sosehnsüchtig erwarteten Friedens auch in unsere Vereinedie alte Begeisterung und Schaffensfreudigkeit einkehren wird. In dieser unserer Zuversicht werden wir auch , dadurch bestärkt, daß fast sämtliche Vereine, auch diejenigen,, die während der Kriegszeit weder Vorträge noch sonstige- Versammlungen veranstalteten und, wie sie uns schreiben, bis, yüf weiteres auch keine Mitgliederbeiträge einziehen, die Verbindung mit uns insofern ausrecht erhalten, indem sie unsere Fragebogen regelmäßig beantworten und unszugleich ersuchen, sie aus dem Verzeichnis der Literatur- Vereine nicht.zu streichen. Wir wollen auch nicht unerwähntlassen, daß die meisten Vereine nach wie vor das Jahrbuch beziehen und daß eine stattliche Anzahl der von uns inv September d. I. mittelst eines Rundschreibens gegebenen Anregung, den hundertsten Geburtstag von Heinrich Graetz durch die Veranstaltung eines Vortrages feierlich zu begehen, freudig gefolgt ist. — Nur einige wenige kleine Vereine, die auch iw Friedenszeit ein kümmerliches Dasein fristeten, hüben nuw ihre Tätigkeit endgültig eingestellt, was wohl bedauerlich, ist, aber auch zu erwarten war. Um so mehr wird es, wenn erst ruhige Zeiten wiederkehren, unsere Aufgabesein müssen, den kleinen unterstützungsbedürftigen Vereinen' tatkräftig zur Seite zu stehen, was freilich nurdann möglich sein wird, wenn der Verband hierfür die nötige- Förderung seitens der begüterten Vereine finden wird. Bisher war und ist der Verband in seiner Wirksamkeit fast ausschließlich auf die Unterstützung des Berliner- Vereins angewiesen. Selbst das regelmäßige Erscheinen des-