Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 23 (Dezember 1915)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1915-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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weder ein dringendes Bedürfnis für eine solche vorlag, noch die in Betracht kommenden Redner, von denen ein großer Teil dem Heere angehört, ein anderer in dieser bewegten Zeit aus triftigen Gründen an den Heimatsort gebunden ist, sich zur Uebernahme von Vorträgen hätten verpflichten können. Der Verband hat aber eine rege Korrespondenz mit verschiedenen Vereinen unterhalten und ihnen eine Anzahl von Rednern namhaft gemacht, die sich dem Sekretariat gegenüber bereit erklärt haben, den an sie ergehenden Einladungen zum Abhalten von Vorträgen unbedingt Folge zu leisten. In der Hauptsache hat der Verband sein Augenmerk auf das Jahrbuch gerichtet, daß es pünktlich in dem gleichen Umfange wie in den Vorjahren erscheine und, was die Hauptsache ist — auf der literarischen Höhe bleibe; und wir dürfen hoffen, daß auch der Jahrgang 1916 eine freundliche Aufnahme bei den Mitgliedern unserer Vereine finden wird. Leider können wir auch diesmal unfern Bericht nicht schließen, ohne eine Reihe schmerzlicher Verluste zu verzeichnen. Es sind im vergangenen Jahre von dannen gegangen: Professor Dr. Abraham Berliner, in dem wir einen treuen Freund und Mitarbeiter verlieren, Professor Dr. I. Horowitz, der seit fünf Jahren dem Ausschüsse des Verbandes angehört und für seine Bestrebungen stets reges Interesse bekundet hat, ferner Rabbiner Dr. Isaak Stein, 1. Vorsitzender des Vereins in Memel, der berühmte Philologe, Professor Dr. Leopold Cohn, stellvertretender Vorsitzender des Vereins in Breslau, Rentier Gustav Ledermann, der Begründer und langjährige Vorsitzende des Vereins in Gotha und Rabbiner Dr. G. Rülf, ebenfalls Begründer und 1. Vorsitzender des Vereins in Braunschweig. Das Andenken dieser Männer wird in der Geschichte des Verbandes als ein gesegnetes fortleben, zur Ehre des Judentums und zur Nacheiferung für alle, die in der Verbreitung der Kenntnis unserer Geschichte und Literatur eine Verjüngung und Kräftigung des jüdischen Stammes und seiner Lehre erblicken.