Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1915
- Issue
- Heft 23 (Dezember 1915)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1915-12-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Tätigkeit aufzufordern. Allein die eingelaufenen Antworten waren nicht besonders ermutigend; sie lauteten fast wörtlich übereinstimmend: „Der hiesige Verein, der seit Herbst 1914 seine Tätigkeit eingestellt hat, wird und kann sie vor Ablauf des Krieges nicht wieder aufnehmen." Eine stattliche Anzahl von Vereinen war in der Fortsetzung ihrer Wirksamkeit dadurch gehindert, daß sie zur Veranstaltung von Vorträgen keine geeigneten Säle erhalten konnten, da diese in Lazarette umgewandelt sind oder für andere Kriegszwecke gebraucht werden. In manchen Gemeinden ruhte das Vereinsleben, weil ein großer Teil der Mitglieder im Felde steht, auch die leitenden Herren des Vorstandes eingezogen sind und von den Heimgebliebenen keine Beiträge beigetrieben werden konnten. Am schwersten haben unter der Wirkung des Krieges die kleinen unbemittelten Vereine gelitten, deren Existenz auch in Friedenszeiten leider keine besonders gesicherte ist. Diese Vereine in jeder Beziehung zu fördern, hat der Verband stets als seine höchste Aufgabe betrachtet und sie auch im vergangenen Jahre, allerdings nur in vereinzelten Fällen, nach der Maßgabe seines Könnens zu erfüllen gesucht. So erhielten einige dieser Vereine, auf ihr Ersuchen, unentgeltlich wissenschaftliches Material und sonstige Auskünfte für Vorträge, einige andere rnanigfache Publikationen für ihre Bibliotheken, fast alle einen Sonderabzug aus dem Jahrbuch 1915, den „Rückblick auf das Jahr 5674" von Professor vr. Martin Philippson, während sämtlichen Vereinen zugleich mit dem alljährlich zur Versendung gelangenden Fragebogen für die Mitteilungen die Schrift von Geheimrat Professor vr. Hermann Cohen „Deutschtum und Judentum" gratis übermittelt worden ist. Die von einigen Vereinen eingegangenen Gesuche, ihnen auf Verbandskosten tüchtige Redner zu schicken, konnten sowohl aus Mangel an Mitteln als auch an geeigneten Kräften nicht berücksichtigt werden. Zum zweiten Male während seines Bestandes hat der Verband von der Herausgabe seiner Rednerliste Abstand genommen, und zwar aus dem Grunde, weil