Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1913
- Issue
- Heft 21 (Dezember 1913)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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wie gering die ihm zur Verfügung stehenden Mittel auch sind, liegt nicht auf finanziellem, fondern vorzüglich auf ideellem Gebiet, und um diese Aufgabe zu erfüllen, hält er es für seine Pflicht, in seinen Wirkungskreis auch diejenigen Vereine einzuschließen, die sich ihm gegenüber — sagen wir — recht passiv verhalten. Treu seiner alten Devise „Die Verbreitung der Kenntnis des Judentums ist die wichtigste Forderung unserer Zeit" ist ihm kein Opfer zu schwer und jede Gelegenheit willkommen, wenn es gilt, das Seinige zur Erfüllung dieser Forderung beizusteuern. Das bekundet er dadurch, daß er, ohne auf eine auch nur einigermaßen entsprechende Gegenleistung zu achten, die von ihm getroffenen Einrichtungen sämtlichen Vereinen zugänglich macht, sein dauerndes Interesse aber hauptsächlich denjenigen Vereinen zuwendet, die auf seine Unterstützung angewiesen sind. So hat er auch im letzten Jahre auf seine Kosten in mehreren kleinen Vereinen Vorträge halten lassen und vielen anderen diverse Publikationen sowie wissenschaftliches Material zu Vorträgen gratis überwiesen. Bei dieser Gelegenheit sprechen wir dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unseren verbindlichsten Dank dafür aus, daß er bei der Versendung seiner Schrift „Zur Jahrhundertfeier des Juden- Ediktes vom 11. März 1812" auch an die Literaturvereine gedacht hat. Wir haben die uns übermittelten Exemplare weiter befördert und besitzen noch eine geringe Anzahl, die wir den Mitgliedern der Literaturvereine gern zur Verfügung stellen. Leider hat der Verband auch in diesem Jahre schmerzliche Verluste erlitten. Es sind in das Reich der Ewigkeit eingegangen die Herren Rabbiner vr. Ehrlich in Tilsit, vr. Landsberger in Kaiserslautern, der Mitbegründer des Verbandes I. Goldfrecht in Hamburg, der Begründer und langjährige Vorsitzende des Vereins in Lissa Justizrat Nürnberg und erst in den letzten Tagen Professor Or Wilhelm Bacher in Budapest. Wir 'werden das Andenken dieser Männer, die zu den Freunden und Gönnern des Verbandes und seiner Bestrebungen