Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland · 1909-12-01 · Heft 17 (Dezember 1909) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
Volume
1909
Issue
Heft 17 (Dezember 1909)
Article
Zur Geschichte des Verbandes
Date
1909-12-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2378030-2378053-2378054-2378958--0861-2378978
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wird in den Annalen des Verbandes sortleben, aber mit goldenen Lettern wird in ihnen der Name Gustav Karpeles eingegraben bleiben, dessen für uns noch heute geltende Devise: „Die Verbreitung der Kenntnis der jüdischen Geschichte und Literatur ist die allernotwendigste Forderung der Zeit" der deutschen Judenheit auch in künftigen Zeiten als Richtschnur dienen wird. Was Gustav Karpeles dem Verbände gewesen ist, können nächst denen, die an seiner Arbeit für den Verband teilgenommen, die Literaturvereine selbst, denen seine Wirksamkeit galt, am besten beurteilen. Wir können es mit einigen Worten ausdrücken: Gustav Karpeles war die Seele dieser weitverzweigten Körperschaft, die den Namen Verband führt. Sein ganzes Leben, sein Sinnen und Denken standen im Dienste unserer Vereine, in deren Bestand, Förderung und Entwickelung er die sicherste Bürgschaft für die Zukunft des Judentums in Deutschland erblickte. Sein Bestreben war darauf gerichtet, den Verband auf eine sichere finanzielle Basis zu stellen, und er war trostlos darüber, daß die großen und begüterten Gemeinden es nicht für eine Ehrenpflicht halten, durch die Abführung eines regelmäßigen Jahresbeitrages an den Verband ihn in den Stand zu setzen, die kleinen und minderbegüterten Vereine in ihrem Verlangen nach Wissen und Belehrung zu unterstützen. Doch hielt ihn dies von seiner Tätigkeit für den Verband nicht ab. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß dieser früher oder später sich doch zu einer dauernden Institution der deutschen Judenheit entwickeln wird, war für ihn die Hauptsache, daß die Vereine ihrer Aufgabe gerecht werden, dem Judentum und der Wiederbelebung seiner Literatur dienen sollten. Und nach dieser Richtung hin erstreckte sich auch seine Haupttätigkeit, die ihm zur Befriedigung und den Vereinen zum Segen gereichte. Die ungeteilte Wertschätzung und Liebe, deren sich der treue Heimgegangene bei Lebzeiten zu erfreuen hatte, bekunden die anläßlich seines Hinscheidens in fast allen Vereinen veranstalteten Trauerfeiern, die Zeugnis dafür ablegen, daß seine von höheren Idealen getragene Wirksamkeit auf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.