Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1905
- Issue
- Heft 13 (Dezember 1905)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1905-12-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 ihm verfolgten Zieles im Wege stehen; allein er hofft noch immer auf Verständnis für feine Aufgabe bei den Vereinen der Großgemeinden, die sich sagen müssen: „Wenn wir nur für uns sind, was sind wir?" In höherem Maße als bisher wird der Verband feine Aufmerksamkeit den kleinen Vereinen, wo das Bedürfnis nach geistiger Nahrung sich weit mehr als in den Vereinen der großen Gemeinden geltend macht, zuwenden und auf Mittel und Wege sinnen müssen, um ihre Hoffnung auf Förderung und Unterstützung seitens des Verbandes nicht zu enttäuschen. Leider sind die Mittel, die dem Verband gegenwärtig zur Verfügung stehen, so knapp, daß er es nur mit der größten Anstrengung ermöglicht, neben der Bestreitung der laufenden Ausgaben, den an ihn gestellten Anforderungen einigermaßen gerecht zu werden. Indessen hat die Leitung des Verbandes noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben, daß die Vereine sowohl in ihrem eigenen als auch im Interesse der Gesamtheit ihre Verpflichtung dem Verbände gegenüber erfüllen und ihn somit in seiner Wirksamkeit unterstützen werden. Der auf dem dritten Verbandstag gefaßte Beschluß, „eine kurzgefaßte Schrift herauszugeben, in welcher die im Neuen Testament enthaltenen Lehrsätze den entsprechenden Quellen aus dem jüdischen Schrifttum gegenüber gestellt werden," ist nunmehr zur Ausführung gelangt. Unter dem Titel „Christentum und Judentum" (Parallelen) ist diese Schrift in unserm Jahrbuch abgedruckt. Durch einen Sonderabzug sind wir in der Lage, den Verbandsvereinen die erforderliche Anzahl von Exemplaren für ihre Mitglieder zur Verfügung zu stellen. Wie im Vorjahre aus den 700jährigen Todestag des Maimonides, hat der Verband die Vereine in diesem Jahre rechtzeitig auf den 800jährigen Todestag Raschi's aufmerksam gemacht, sodaß fast überall das Andenken dieses großen Lehrers in Israel in würdiger Weise gefeiert werden konnte. Eine ansehnliche Zahl von Vereinen erhielt das Material zu diesen Vorträgen von der Leitung des Verbandes bereitwilligst zugestellt. Mit Genugtuung verzeichnen wir, daß viele Vereine, dem Beispiel des Berliner Vereins