Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Journal
- Mitteilungen aus dem Verband der Vereine für Jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Heft 7 (Dezember 1899)
- Article
- Zur Geschichte des Verbandes
- Date
- 1899-12-01
- Page
- Seite 283 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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283 lediglich auf die Zinsen des im vorigen Jahre begründeten Wanderrednerfonds angewiesen, und diese stellen jährlich nur eine geringe Summe für den genannten Zweck zur Verfügung. Indessen läßt sich auch mit Wenigem Manches bewerkstelligen, und so hat der geschästsführende Ausschuß schon in diesem Winter mit der Aussendung von Wanderrednern begonnen. Im October dieses Jahres verschickte der geschäftssührende Ausschuß ein Rundschreiben zunächst an die Gemeinden der Provinz Brandenburg, in welchem er diese auf die Nothwendigkeit der Verbreitung der Kenntniß des Judenthums hinwies und ihnen das Anerbieten machte, aus seine Kosten in ihrer Mitte Vorträge über das jüdische Schriftthum zu veranstalten. Fast alle bis jetzt eingelaufenen Gesuche fanden Berücksichtigung, und so wurden auf Kosten des Verbandes bereits in 14 kleinen Gemeinden Vorträge gehalten. In drei dieser Gemeinden bildeten sich gleich daraus selbstständige Literaturvereine. Einigen andern Gemeinden sind Vorträge sür den Monat Januar zugesichert. Außerdem fanden noch Gratisvorträge in 12 bereits bestehenden Vereinen statt. Auch in diesem Jahre wandten sich viele Mitglieder von Literaturvereinen an das Secretariat mit dem Ersuchen, ihnen Material zur Ausarbeitung von Vorträgen einzusenden, und alle diesbezüglichen Gesuche fanden bereitwilliges Entgegenkommen. Nur können wir es nicht unterlassen, an dieser Stelle die betreffenden Vereine dringend zu ersuchen, die leihweise erhaltenen Bücher nach erfolgtem Gebrauch auch zurück zu schicken. Ebenso dringend müssen wir die Vereine bitten, einen regelmäßigen Jahresbeitrag an die Casse des Verbandes abzuführen, da der Verband, falls er den an ihn gestellten Anforderungen Nachkommen soll, vorläufig auf diese kärglichen Einkünfte unmöglich verzichten kann. Wie wir schon in unserem vorjährigen Bericht bemerkten, werden diese Beiträge nicht unwesentlich zur Stärkung des Wanderrednersonds beitragen, der mit der Zeit allen Vereinen, insbesondere aber denjenigen, die zu Bezirksverbänden zusammengetreten sind, zu Gute kommen wird. Leider betrauert der Verband auch in diesem Jahre das