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Der Orient · 1843-12-12 · 50 (12.12.1843) · p. Spalte 791-792

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
50 (12.12.1843)
Article
Argumente gegen die allgemein angenommene Meinung,
Date
1843-12-12
Page
Spalte 791-792 (sequence 3)
Language
German
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791 I. Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karüer. 792 kommenden Sätze dieser Lehrer und Ueberlieferer im Namen Anderer und die daran geknüpften Diskussionen in den Glossen auf, die, da sie immer aus andern Talmudstellen entnommen worden waren und daher ganz das talmudische Gepräge an sich trugen , um so eher in den Text eingerückt und den Zusammenhang unterbrachen. Daher findet sich unsers Wiffens nirgends eine solche Unterbrechung bei häufig vorkommenden Lehrern'und Ueberlieserern im Namen Anderer, z. B. durch'^ 1DK n 1DN). (Beschluß folgt.) Jakob TrkglanH's Abhandlung über die Sekte der Karäer. (Im 2l'uszuge übersetzt und mitgetheilt.) (Fortsetzung.) Es muffen also die No^moi von den Pharisäern so verschieden gewesen sein, daß sie einander gegenüberstanden und nicht die eine Partei unter der andern begriffen werden konnte; von den yga^uazeLg aber in der Art, daß sie zugleich in gewisser Hinsicht mit demselben Namen bezeichnet werden konnten. 3) Muß diese Art von Beleidigung bei Christo wider dessen gewöhnliche Sitte emgetreten, wenigstens muß sie der Hoffnung und Erwartung jenes. Gesetzlichen zuwider gewesen sein. Es müssen daher die Nofimoi geglaubt haben, daß sie in größerer Achtung bei dem Heilande ständen, als daß dasselbe Verdammungs'urtheil, wie über die Pharisäer, über sie ausgesprochen werden könnte. Welcher Partei haben sie also angehört? Vielleicht der der Effaer? Diese führte ein sehr zurückgezogenes Leben, und mit ihnen hat Jesus, soviel wir wissen, sich nichts zu thun gemacht. Eben so wenig können es Sadducäer gewesen sein, denn diese haben nie mit Christo auf einem so freundschaftlichen Fuß gestanden, daß sie es hätten können übel nehmen, wenn er auf sie den Blitz der Verdammung schleuderte. Sie müssen also einem andern Geschlecht angehört haben, welchem aber, das zu ergründen, ist für die gelehrtesten Männer eine höchst schwierige gewesen. Am besten hat es gewiß Joh. Drusius getroffen, der sehr passend die'Stelle aus Mischna Abot vergleicht, wo es heißt: *a yjDi im wn nna dj;d p w idn m b idn Ww t> Tninni nbw b ]M tin bw) bw “pjjo b to nnN Dipo nmo f?Dl QHD1D. Hierzu sagt er, daß wahrscheinlich Jerusalem zu verstehen sei, und daß er zu Hause einen Kommenrar über jenes Buch habe, der aus zehn Rabbinen zusammengetragen sei; darin werden die Weisen genannt by2 »WD d. h. Wiederholer und Talmudisten, die Seribä aber by2 b. h. solche, die sich mit der Schrift oder dem Text beschäftigen, denn *opD heißt der Text der Schrift. Wir sehen daraus, daß es ehemals bei den Juden eine gewisse Klaffe von Männern gegeben hat, welche Schreiber genannt wurden, weil sie sich allem an die Schrift hielten. Denn ist es anderwärts her bekannt, daß Schreiber auch die öffentlichen Lehrer unter den Juden genannt wurden, von denen sich zu Christi Zeit die meisten zu den Pharisäern hielten. Hiervon hängt, wie mir scheint, das Verständniß jener schwierigen Stelle ab. Als Christus jenes Wehe nicht nur über die Pharisäer, sondern V. 24 auch über die Scribä ausrief, einen Namen gebrauchend,, der (obgleich aus einem verschiedenen Grunde) beiden gegeben wurde, ärgerte dies den Mann, weil er sehr fürchtete, daß er und die ihm'Gleichgesinnten in Folge dieses Urtheils Christi, in Verdacht und Haß beim Volke gerathen möchten. Erwünschte also, daß Christus, der ihre Verschiedenheit von den Pharisäern und den dieser Sekte angehörenden Volkslehrern'kannte, sie auch mit einem unterscheidenden Namen bezeichnen möchte. Passend hat daher Lukas ihn einen Nopixog genannt, als der allein dem Geseke Gehorsam leistete. Es war also wahrscheinlich ein Mann, der sich zu der Meinung bekannte, die den Karäern eigenthümlich ist. Denn seine Kenntniß hat den gelehrten Scultetus verlassen, als er schrieb, daß Epiphanius die No{iwoi zu den Pharisäern rechnete, und also recht sagte: GvvrjGctv yag avzoig ol Nofunoi, denn Epiphanius will, gerade das Gegentheil. Wir wollen die Stelle hersetzen. Nachdem er in der 14. Härese über die Sadducäer, in der 15. über die Scribae gesprochen hat, fängt er die 16. so an: zavzaig zotig 8v6iv aiQSGEai KCtT CtKOXovß'SttV 6VVrj7lZCCl 7} ZCOV flp(XQ LGCiLCOV aigsGig, otlhjvig, oizivsg za avza zovzoig etpgovovv Tgata- [iuzevgl de PML, zoog SQfjiriv8vo[jLSV(Hs Nofio6o8aG'na?.oig0 GWTjGav yag avzoig nai 01 Nofuuoi. AlXa 8s neu naget zovzovg Tiahv 01 <I?agiGaioi sqigovovv, nolizeia9 {iei£ovg e%ovzeg. Hier kann avzoig nicht auf <öotgiGai(ov gehen, welches entfernter ist, sondern es geht auf rga^ictzevGi und vo{.io8i8aG7ittAoig, was unmittelbar vorhergegangen ist; denn es soll der Grund angegeben werden, weshalb die Fga^azug durch No^odidacnaXoi erklärt werden, weil nämlich die Nominal es mit ihnen hielten. Und wenn der folgende Satz mit alla anfängt, so ist offenbar, daß hier die Nofunoi nicht mit den Pharisäern, als wären sie mit ihnen eine Partei, zusammengeftellt, sondern ihnen vielmehr entgegengesetzt werden. Obwohl mir nicht unbekannt ist, daß der Name No- {io8i8ctG%aloi Act. 5, 34 in einem andern Sinne einem pharisäischen Lehrer gegeben wird; so hat ihn aber Epiphanius nicht genommen. Es ist nämlich mit diesem Namen ebenso wie mit Fga^azeig. Beide bedeuten, wie das hebr. das aramäische Männer mit Staats-, Kirchen- und Schulämtern, von hohem und niedrigem Stande, worüber Sparcheim d. ältere, Hottinger, Lightfoot u. a. viel geschrieben haben. Es sei nur erlaubt, eine Bedeutung hervorzuheben, die nicht so bekannt, die aber aus klassischen und alten Schriftstellern entnommen ist, nach welcher onDD, yga^azeig, Scribae solche Juden u. Judenlehrern bedeutet, welche mit Verwerfung der Traditionen, die Schrift allein verehren. 1. Beweisen dies hebräische Schriftsteller. Jene Kommenra-

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