Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 50 (12.12.1843)
- Article
- Argumente gegen die allgemein angenommene Meinung,
- Date
- 1843-12-12
- Page
- Spalte 789-790 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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789 Parallele zwischen Megilla im jerus. und bab. Talmud. ^— Rapaport. 790 erwähnen. — Wer da nun weiß, wie streitlustig der bab. Talmud oder vielmehr die Sammler und Ordner desselben sind, wie oft ganze Diskussionen gleichsam zum Spiel angestellt werden (cf. Naschi Megilla 3 a), —- wird die Richtigkeit dieses Beweises erkennen. — 4) Jer. 2 b giebt im Namen des R. Asi, daß am 14. Adar (NMH) auch ein Einzelner, ohne Zuziehung eines Minjan, der Pflicht der Megilla- Lesung genügen könne- und selbst am 13, wenn der 14. Sabbat ist; womit die im bab. S. 5 a angeführten Sähe des Rab (bekanntlich Lehrer des R. Asi): rtfDD kann sie auch von einem Einzelnen, nJDD tibü? aber nur von einem Minjan gelesen werden," und ferner: „fällt das Purim-Fest aus Sabbat, ist Freitag Düöl", ganz übereinstimmen. Im bab. T. werden aber diese beiden Sätze des Räb als sich widersprechend dargestellt und auf sehr gezwungene Weise ausgeglichen, im Namen des N. Asi wird aber angegeben, daß selbst ein Minjan nöthig sei! — 6) Jer. 3 a erzählt R. Aba b. Sabda, Rabbi habe das Fasten am 9. Ab abschaffen wollen, wogegen R. Eleasar meint, er habe nur den vom Sabbat verlegten Fasttag abschaffen wollen. Dieselbe Stelle findet sich auch Jer. Iebamot Abschn. 6 und Ta'anit 15 b, und überall - setzt der Jer. ausdrücklich hinzu, daß bei einem andern Falle R. Eleasar erzählte und R. Aba b. Sabda die Erzählung modisicirte. Im bab. T. 5 a—b erzählt aber auch hier R. Eleasar, und R. Aba b. Sabda modisicirt es. — 7) Ibid. b wird uns folgende Erzählung gegeben: „R. Juda der Nasi schickte dem altern R. Hosia am Purimsest eine Flanke und eine Flasche Wein, und R. Hofla ließ ihm sagen, er habe an ihm erfüllt. nunDV er schickte ihm abermals einen Kuchen und Wein, und R. Hos. ließ ihm sagen, er habe an ihm erfüllt: iny-fr WW ÜÜD m^Db" Hr. Rap. (Kerem Chemed B. 6, S. 231—2) findet dies verworren und ohne rechten Sinn. Uns scheint aber ein sehr schöner Sinn ganz einfach darin zu liegen. N. Hos. war dürftig, der Nasi aber reich, und als jener daher die erste Gabe empfing, ließ er sagender habe an ihm erfüllt: der Weise aber verlangt der eiteln Schätze nicht und dünkt sich im Augenblicke, wo er seine Bedürfnisse befriedigen kann, reich genug zu sein, daher ließ R. Hos. bei der zweiten Gabe sagen: HiJD nfe'Db Im bab. T. 7 a—b heißt es nun aber: „R. Juda re. und er ließ ihm sagen: tfirw niJD nfrtMDl 'O HD”p./v Won einer zweiten Gabe wird nicht erzählt, Raschi sucht es nun mit dem nächst vorhergehenden Satz des R. Josef in Zusammenhang zu setzen, es will aber nicht halten. In Schebltot p. 66 aber wird von 2 Gaben erzählt, nur daß die im Jer. erste Antwort hier die zweite und die dort zweite hier die erste bildet, und Hr. Rap. beweist es zur Genüge, daß Scheeltot nicht aus dem Jer., sondern aus dem bab. T. geschöpft haben muffe, nur scheint er uns zu irren, wenn er die Leseart in Scheelt. für die richtige hält, in die er einen sehr gezwungenen Sinn hineinlegt. Nachdem aber auch in Ialkut Simeoni z. d. St., der, wie der Zusam- & menhang zeigt, aus dem bab. T. schöpfte, die Stelle so wie im Jer. sich findet, nur daß das, woraus die zweite Gabe bestanden, nicht angegeben oder ausgefallen ist, was nach unsrer Erklärung wohl geschehen konnte, da das Quantum und Quäle der zweiten Gabe ganz gleichgültig ist, während nach Hrn. Rap. der ganze Sinn in der Größe dieser Gabe liegen soll, — halten wir es für höchstwahrscheinlich, daß ursprünglich die Stelle im bab. T. sowie im Jer. gelautet, irgend ein Abschreiber aber, der den schönen Sinn nicht erfaßte, glaubte sie verwand t mit dem vorhergehenden Satz des R. Josef, und kehrte die Antworten um, wozu ihn auch dieselbe Wortfolge in der Bibel verleitet haben mag/ und aus einem solchen Exemplar ging dann die so umgekehrte und verkehrte Stelle in Scheintot über. Dem sei nun, wie ihm wolle, so zeigt auch dieses, daß der Jer. zuverlässiger sei, als der bab. T. — 8) Eine Verschiedenheit in der Angabe der der Gelehrten - Namen waltet ob zwischen Jer. 3 b und bab. T. 6 b, so wie 9) zwischen Jer. ibid. und bab. 7 a$ ferner 10) zwischen Jer. 4 a uod bab. T. 6 b, und 11) zwischen Jer. 5 b und bab. T. 9 b. 12) Jer. 5 b: R. Iermija im Namen des R. Chija b. Aba sagt, daß der Proselyte Onkelos den Pentateuch vor R. Elieser und R. Jos. übersetzte, und sie priesen ihn, er sei der Trefflichste unter den Erdensöhnen". Im bab. T. 3 a aber sagt derselbe, daß Onkelos die Uebersetzung aus dem Munde (->28) des R. El. und R. Jos. fertigte. Da diese Stelle zu argen Misverständnissen in hochwichtigen Dingen Anlaß gegeben, so wollen wir etwas länger bei ihr verweilen, um klar zu beweisen, daß die ganze Stelle von (2 b; iTDT '“) nDNl -|D20D JOK "Q K»n bis KWH/ (3 a) eine eingeschaltete Glosse irgend eines Schülers sei, die gar keine historische Beachtung verdiene. Da wir bei unfern Lesern Talmud - Verständnis' voraussetzen, so werden wir hier, zur vollern Anschauung, die betreffenden Stellen im Texte anführen. — Man lese 2 b, wo es dann heißt: : pVi P tjn? nhn ^nb i'p! <p'y-k Nin Httrrb iop Wb runm njno kwo pp n’D-p -Tis'? HDD Ip * * bV-HDl isTiNT . b*o innriDD ndn 12 p ,NnDt^ jrDRDS in hdd Vdi Niijittn “popn nd^> Und nun folgt unsre ganz fremdartige und den Zusammenhang unterbrechende Stelle von 48 Zeilen, die zwei Punkte (:) schließen, und die unterbrochene Diskussion wird weiter geführt! nnD^D,Mrr6 '" ruHD) mDNi swm 'Dl wob nriDK/Db Es zeigt also schon das Aeußere unsrer Stelle, daß sie eingeschaltet sei, che wir aber in ihr Inneres eingehen, wollen wir erst, um uns dann nicht zu unterbrechen, zeigen, wie sie hierher gekommen. — In der oberwähnten Abhandlung werden wir die Richtigkeit folgender Behauptung durch viele Belege aufs klarste darthun: Neben den Sätzen selten vorkommender Lehrer und Ueberlieferer im Namen Anderer schrieben sich die Gedächtnißschwächern alle ihnen bekannten anderweitig vor- 50*