Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 50 (12.12.1843)
- Article
- Probe aus einer nächstens zu erscheinenden hebräischen Synonymik
- Date
- 1843-12-12
- Page
- Spalte 787-788 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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787 Parallele zwischen Megilla im jerus. und bab. Talmud. 788 Daß andere synonymscheinende Wrbb. (als D1K u. dgl.) nicht hierher gehören, Lehrt die Beachtung der dem Art. Vorgesetzten Angabe der llebereinstimmung der in demselben erklärten Wörter. Argumente gegen die allgemein angenommene Meinung, als hätte der Jeruschalmi der Redaktion des babylonischen Talmuds Vorgelegen. (Fortsetzung.) Zw Zerusch. Moed katan 9—10 wird uns erzählt, daß R. Iochanan dem R. Elasar sehr zürnte, weil dieser einen Satz nicht in seinem Namen gegeben, und er konnte nur durch die Vorstellung besänftigt werden, daß es sich von selbst verstehe, daß die Sätze des Schülers R. Eleasar dem Lehrer R. Iochanan angehören. Der Zorn des R. Joch, wird gelobt, indem auch David mit den Worten: In deinem Zelte möchte ich ewiglich wohnen! (Ps. 6:1, 5) gefleht habe, daß seine Worte in den Lehr- und Bethäusern citirt werden mögen. Bei solcher Zitirung, wird in orientalischer Redeweise hinzugesetzt, regten sich die Lippen im Grabe rc. Ein Gleiches erzählt der bab. Talmud Jebamot 96 b, vgl. auch bab. Talm. Menachot 93 d, Megilla 15 a, Cholin 104 b, Nidda 19 b. Hiernach können wir es mit der größten Zuverlässigkeit annehmen, daß überall, wo der bab. Talmud denselben Satz einem andern Gelehrten, als der Ierusch. zuschreibt die Redaktion des erster» diesen nicht vor sich gehabt, da sie sonst ganz gewiß die abweichende Angabe mit der Formel: nb *HDN1 k* beigefügt hatte. Wir halten es für überflüssig, dies noch mehr zu erhärten, sollte es jedoch verlangt werden, so werden wir es nachträglich thun. Wir kommen nun zur eigentlichen Beweisführung, und fangen mit dem Traktat Megilla an, weil dieser am meisten studirt wird. Megilla. 1) Ierusch. 1 b: „R. Acha, R. Juda b. Levi, R. Jos. b. r. im Namen des Rabbi: Lud und Gtz ha-Charaschim waren zur Zeit Iosua's mit einer Mauer umgeben. Warum rechnen sie nicht auch Ono?... Weil es schon in der Mischna (Arachin 32 a) aufgezählr wird. — Aber es heißt ja (Chronik 1, 8. 12): Er (ElpaaL) baute Ono und Lud? R. Eleasar b. R. Jose sagt: Im benjamimtischen Kriege wurde sie zerstört, und Elpaal erbaute sie wieder. Es heißt auch (Richter 20,48): Auch alle Vorgefundenen Städte verbrannten sie. Hingegen heißt es im bab. K. 3b— 4a; R. Jos. b. Levi sagt: Lud, Ono und Ge ha-Charaschim waren zur Zeit Iosua's mit einer Mauer umgeben. Aber Elpaal erbaute sie ja erst, denn es heißt re.? (Frage dich fesbst Affa erbaute sie ja, denn es heißt (?): Affa erbaute die festen Städte Iehuda's!] n b N: Sie waren wohL zur Zeit Iosua's ummauert, wurden aber im benjamimtischen Kriege zerstört, und Elpaal ervauete sie wieder, (sie wurden dann baufällig! und Affa reparirte sie. Einen Beleg hierzu giebt die Schriftstelle (Chronik 2, 14, 6): Er (Affa) sagte zu Iehuda, wir wollen diese Städte erbauen, woraus erwiesen, daß es früher Städte waremj Abgesehen nun von der abweichenden Angabe der Gelehrten- Namen, wird im bab. Talm. Ono ganz unrichtig mit aufgezählt, wie auch die Tos. z. St. ihre große Verwunderung darüber ausdrücken, ohne jedoch den Ierusch. zu erwähnen. Beides würde aber nicht geschehen sein, wenn die Redaktion des Hab. T. den Ier. vor sich gehabt hätte. — Wir wollen nur noch unsre Leser auf eine merkwürdige Interpolation in unsrer bab. Stelle aufmerksam machen. Wir halten dafür alles von uns in Parenthese Gesetzte. Denn erstens ist der angebliche Bibelvers nirgend zu finden, wie schon Raschi erklärt. R. I. Berlin bemerkt richtig, daß Chr. 2, 14, 5 gemeint sein müsse: „Er (Affa) baute feste Städte in Iehuda"» Aber hat diese Stelle auch nur einen Schein von Beweis, daß jene Städte gemeint seien?? Ferner beginnt hier die Antwort mit •"pDJJtt1?!. unb dann kommt was sich im ganzen Talmud nicht findet und sich auch nicht finden kann, wie auch jeder Anfänger wissen wird; denn wäre das nicht interpolirt, so müßte es heißen: 'Dl 'Ol S'n, oder: 'Hl TDJJI& 'Dl Endlich beweist ja der zum Schluffe angehängte Beleg aus v. 6 für die eigentliche Frage, ob nämlich jene Städte zu Iosua's Zeit waren, ganz und gar nichts. Wenn man nun noch erwägt, daß im Ier., wo derselbe R. Eleasar die Antwort giebt, von all dem Gerügten sich nichts findet, und daß auch dieses aramäisch ist, während das llebrige hebräisch vorgetragen wird, was unser Jost (Gesch. d. Isr. Th. 4. Anh. z. 13. Buch) mit Recht als ein Kriterium der Interpolation erklärt; so wird es ganz offenbar, daß das Ganze von einem,- wie man sich ausdrückt, nyift TD*?n herrührt. Sein Gedächtnis; täuschte ihn*), und er glaubte, daß es Chr. 2, 14, 6 heiße, wie noch jetzt im Talmud steht, er baute die festen Städte Iehuda's, welches Letzte er im weitern Sinne auch für Binjamin nahm, und gründete darauf seine Frage. Er beantwortete sie sich mit der Antwort des R. Eleasar und zog sich noch einen Beleg aus dem folgenden Verse, was aber alles von einem schwachen exegetischen Gefühl zeugt. Diese Randglosse wurde nun, wie viele andere, nachher in den Text geschoben. — Eine verschiedene Angabe der Gelehrten - Namen findet sich 2) Ier. 2 a und bab. Th. 5 b. — 3) Ibicl. bringt der Ier. im Namen der dortigen (babylonischen) Rabbanan eine Widerlegung eines Beweises, verwirft sie aber mit gutem Grunde; im bab. T. wird nun jene Widerlegung im Namen des Rabba gegeben, ohne dm Einwurf des Ier. auch nur zu *) Was auch mim linken widerfuhr, cf. Zion, 2, 60—1