Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-12-05 · 49 (5.12.1843) · p. Spalte 773-774

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
49 (5.12.1843)
Article
[Rezension]
Date
1843-12-05
Page
Spalte 773-774 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897977--3309-2371134
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Einige Worte rc. von Tugendhold. — Galiläer rmd Judäer. 774 773 entschieden und bestimmt ihr Streben nach Vorwärts und nach Umgestaltung der alten verjährten religiösen Observanzen von der Kanzel herab verkündigen. Diese Farbe trägt auch diese Antrittspredigt. 52. Einige Worte am Gründungstage des israel. Armen- Jnstiruts in Warschau, nach Verlauf des ersten Jahres seiner wohlthätigen Wirkung. Bon W. Tugendhold, Lektor der hebräischen Literatur am Wilnaer Censur-Konnte;. Warschau, 1842. 8. Missions-Buchdruckerei. Nicht als Probe der Wohlredenheit oder als Meisterstück der Sprache zeige ich hier die am Jahrestage der Gründung des Hospitals gesprochenen Worte an, sondern als Beispiel, wie die Brüder Tugendhold mit Begeisterung seit fast 20 Jahren für das Wobl und Weh der polnischen Gemeinden fühlen, wie sie fast keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um ihre Glaubensbrüder aufzuklären, zu erheben und der Dolmetsch ihrer Gefühle zu sein. Die Brüder Tugendhold haben durch Reden und Schriften zur Verbreitung der Aufklärung und Bildung unter den polnischen Glaubensbrüdern mehr gewirkt, als es Hrn. Lilienthal bei all seiner Prahlerei je getingen wird, und wenn auch diese würdigen Brüder wie Hr. L-oevinsohn und andere Würdigen, durch die Jntrlguen jenes baierischen Eindringlings von dem Petersburger Komito fern gehalten wurden, so mögen sie sich damit trösten, daß ja auch, wie ich so eben aus London erfahre, Sir Moses M o n t e sior e von diesem windbeuteligen Charlatan genarrt worden ist. Doch werde ich diesen Punkt an einer anderen Stelle ausführlich besprechen; für jetzt gehe ich zu dieser Rede zurück. Hr. W. Tugendhold aus Wilna machte diese Rede, als er bei feinem Bruder in Warschau zum Besuche war. Gewidmet ist diese Rede Hrn. M. Rosen, dem präsidirenden Mitgliede des isr. Gemeinde-Vorstandes, einem Mann, den auch viele Bürgertugenden zieren. Der Ton der Rede ist weniger biblisch als attgemeinmenschlich und ein warmes Herz für die Leiden seiner Glaubensbrüder zieht sich durch das Ganze. Denselben Charakter trägt auch das der Rede beigefügte Gedicht. Missions-Wesen und Unwesen. Einblick in das Urchriftenthum. (Schluß.) Sanhedrin 90 a, nöjn ^D1? min V'M “ON rin NOH •f? Toyo no rbwüü mm mro ip'zb xy bw on iO'py n ~idn N'jn b lyotcm jrpn non aoari po!msn nmy^ non Toyo nri'pnw nbw npw ndj p)idd^, noN waa mbmnDfiy nny p. Alle dergleichen, von selbst klar genug sprechende Stellen, gebe ich, um diesen Artikel nicht ungebührlich auszudehnen, nur mir Auswahl und ohne irgend eine Bemerkung beizufügen, die Jeder selbst machen kann. Auch beim Tischgebete sogar wichen die Galiläer von den Judäern ab. Berachot 49 b Mischna 'dt y"n noN , dd-qo on ‘pnpn on now rin- Das bei den Galiläern besonders vorkommende leichtfertige Deuteln der in ihren Kram passenden Bibelstellen, fand dadurch bei ihnen noch besser Raum, als ihre Aussprache des Hebräischen, namentlich der Gutural - Buchstaben yriVi.V, die sie alle wie 4vt aussprachen — siehe Erubin 53 a — sie darin bestärkte. Bei der Seltenheit der Bibelabschriften, — die in Galiläa besonders rar sein mochten — wo man also zumeist aus dem Gedächtniß citirte, waren solche Vertausche, ohne daß man sich ihrer bewußt wurde, leicht möglich. So Pesachim 36 a. also n für-y — HO ttiy ürb 10iN rin niMM biOt£/. Dergleichen hierher gehörende Beispiele sind - so häufig, daß man sie überall im Talmud, aber kaum von R. I. ha-G. äufsinden kann. Hierher gehört auch die, von Hrn. Dr. Geiger neulich so hart angegriffene Mischna, Nasir 66 a. — Letztere scheint überhaupt einer ziemlich spätern Zeit anzugehören und von dem Mischna-Ordner nur deshalb hierher am Schluffe des Traktates, sonst ganz unpassend hergestellt worden zu sein, um mit Agada zu endigen und Lust zum ferneren Studium zu machen. So enden fast alle Traktate, sowohl Mischna wie Gemara, wie ich auch anderwärts genauer Nachweisen werde; und so wird auch heute noch ein Frommer, der Mischnijot lernt, nach jedem. Abschnitt nicht vergessen Dr 'wpy p 'von n zu sagen. Zum Glück berühren dergleichen Spielereien, als den Galiläern und ihren Schulen zu eigen, weniger das Gesetz, und halten sich mehr auf ihrem agadischem Gebiete. Sogar dem klaren Wortsinn widersprechende Deutungen erlaubten sie sich. Kiduschim 32 b. jpj j\\« rin nODH HJpty rn, und waren nur in Galiläa die Gelehrten in so hohem Ansehen, das sie noch durch gegenseitige Ehrenbezeugungen^) zu vergrößern suchten, in Judäa aber war es 11 Daß ich hierbei nicht übertreibe, kann ich wieder aus dem Gegensatz zwischen R. Eliösec und R. Akiba erweisen. Ersterer, der große letzte Halachist, sagte es den Mitgelehrten ohne Scheu, wenn sie gefehlt hatten und erlaubte sich dagegen zu handeln. Außer dem bekannten Streit, erzählt auch Rosch ha-Schana 18 b. — noyn nun nwyo Drwynntp no by mynm ins ■ pn-n 'riS ttt, novno. Andere, sehr wichtige Folgerungen, die hieran zu knüpfen, bleiben, als hier nicht am geeigneten Orte, für „die verschiedenen Schulen im Talmud". Wie ganz anders ist R. Ak's. Betragen! Doch will ich gestehen, daß mir das Geschichtchen verdächtig vorkommt und dazu erfunden scheint, um mit einem Schlage zwei galiläische Gebräuche zu sanktioniren, das Händewaschen, und das pünktliche Befolgen der rabbinischen Gebote. Allein ob echt oder nicht, beweist doch das Geschichtchen so viel für unsdaß man sich nicht getraute, noch vor R. Ak. galiläische Gebräuche bei den Rabbaniten anzunehmen, wobei sogleich die Lüge erweislich gewesen wäre, für 49 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.