Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 49 (5.12.1843)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1843-12-05
- Page
- Spalte 771-772 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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7?1 Fefipredigtenv.Frankfurteru. Salomon. — Der segmsvolleBerufisr.Geistl.v,Jolowicz. 772 laufer, der mi( Gewalt sich einmagyarict, haben kann? Zum Glück Hr. Krorienfels, sind Sie kein Magyar. Die magyarische Sprache har noch kein solches Pamphlet aufzuweisen. Wenn Sie mir den Gefallen thun wollen, und recht bald in Ihrem neuen Glauben sterben — da sie einmal für unsere Erde nicht passen,.—, so lasse ich Sie kanonisirenwir Juden können Alles. Es gab so viele Heilige, die getauft und beschnitten und Judenfeinde waren, warum nicht auch ein heiliger Kronenfelsius! Doch kann ich Ihnen nicht dazu verhelfen, daß sie bei den Magyaren verehrt werden sollen. Als heimathlose Armesünderseele werden sie in den slovakischen Grenzdörfern, die man nicht weiß, wohin sie gehören, von den Kohlenbrennern und Lopfstrickern alljährlich celebrirt werden. Ich wünsche von Herzen, daß Sie als Fels des Teufels auf Erden, diese Krone recht bald erringen mögen, damit wenigstens Ihr Name eine Wahrheit werde. Ruhe Ihrer Asche! 50. Festpredigten zur fünf und zwanzigjährigen Jubelfeier des neuen israel. Tempelvereins am 17. und 18. Oktbr. 1843, von Dr. M. F r a n k f u r t e r und G. Salomo n. Zweite Auflage. Hamburg, 1843. 8. Moritz Geber. Die Jubelfeier des Tempels nach Zurücklegmig eines Vierteljahrhunderts war für Prediger und Glieder desselben hoch und bedeutsam, und die Begeisterung, welche Beide an jenem Tage umschlungen, war in der Lhat der Feier werth. Die zwei der Gemeinde zum Angebinde gewidmeten Festpredigten sind die Dolmetscher jenes wichtigen Tages, und selbst diejenigen, die außerhalb der Gemeinschaft jenes Tempels stehen, werden daraus Grund und Wesen dieser Feier begreifen? Die erste Festrede am Abend des 17. Oktbr. von Dc. Frankfurter gehalten, spricht sich in glühender Begeisterung über Wesen und Grund dieser Feier aus. Die 25ja'h-, rige Dauer eines israel. Gotteshauses ist allein gewiß kein so bedeutendes Ereigniß) israelitische Gotteshäuser haben sich unter schwereren Zeiten und heißeren Kämpfen Jahrhunderte erhalten; aber die Feier galt dem blühenden Sproß, der aus dem alten Stamme des israel. Gottesdienstes noch irr junger Kraft emporschießen konnte. Der Tempel hat sich aus Trümmern des alten Gottesdienstes gebildet) denn die Synagoge war im Verfall. Im Hinblick auf die besseren Zustände des Gottesdienstes überhaupt feiert dieser Tag die religiöse Wiedergeburt des gesummten Israels. „Da ist keine israelitische Gemeinde, in der nicht erkannt wurde, daß es Zeit, hohe Zeit sei, für Gott und Göttliches etwas zu thun. Da ist kaum ein israelitisches Gotteshaus, in welchem nicht mehr oder minder kräftig des Herrn Ruf und des Herrn Wort in der Muttersprache erschallt) da ist kaum ein israelitisches Gotteshaus, in welchem nicht für den heiligsten Inhalt der Gebete würdigere Form in Gesang und Vortrag gesucht und gefunden wird) da sind viele Gotteshäuser, in welchen in Chören Preis und Ruhm ertönt dem Einen und Ewigen; da sind manche Gotteshäuser, in denen mit den frommen Liedern in der ehemaligen Väter Sprache, Gesänge in der Muttersprache abwechselnz da sind einige, in denen, wie bei uns, der Orgel Ton die Andacht weckt und begleitet, und Wünsche und Dankeswort hinauf zum Vater des Lichtes trägt. All-überall ist der Morgen angebrochen, dem ein heller, lichter und glücklicher Lag folgen wird, folgen muß". Der Tempel hat den Funken dieses neuen isr. Lebens genährt. Aber auch die Arbeiter waren für den Tempel thätig. Außer den zwei Lehrern, von welchen Einer sein Jubiläum mit dem des Tempels feierte, sind es noch zwei, die mit dieser Feier das ihrer eigenen Wirksamkeit feiern, nämlich der Chasan Dav. Meldola und der 71jäyrige Küster des Tempels Joseph Gowa. Von den ersten Direktoren ist nur noch übrig Hr. Dr. Leo Wolfs, die andern. Serkel Isaak Frankel, Meier Israel Bresse l a u und Marcus R u b i n o w, haben diese Feier nicht erlebt. Hiernach wendet der Redner sich zu den Lehrern des Tempels, gedenkt der Verdienste des Dr. Kley und in begeisterten Worten wird das Verdienst gerühmt, welches die' Lehrer um den Tempel hatten. Zum Schlüsse ermahnte der Redner zur Einheit nach Innen und zu erhöhetev Liebe nach Außen, zum Treufein dem Loosungsworre des Tempels, welches „Vorwärts" heißt. Hierauf folgt die den 18. Okt. gehaltene Predigt des Dr. Salomon, am Tage da auch dessen 25jähriges Amtsjubiläum war. Die Ueberschrift der Predigt ist: Ich lebe und erzähle, was mein Gott gethan, oder: Betrachtung eines Wanderers am Ende der Laufbahn von einem Merteljahrhundert, und in der That ist die Predigt die Betrachtung eines Wanderers, wie man sie m Form und Inhalt in d-er jüdischen Homiletik noch nicht hat. Nach einem kurzen aber trefflichen Gebete folgt in einer begeisterten Einleitung eine tiefergreifende Schilderung über die zurückgelegten 25 Jahre, worauf denn die eigentliche Betrachtung eines Wanderers in 3 Theilen folgt. Im ersten Theile wird die Wanderung mit Hinblick auf die Umstände, unter welchen er die Wanderung angetreten, im 2. in Hinblick auf die Segnungen und endlich 3. in Hinblick auf die Gefährten, die die Wanderschaft mit ihm angetreten. Alle diese Theile sind mit jener Meisterschaft durchgeführt, die man von Salomon immer erwartet. Der Raum dieser Anzeige gestattet nicht, näher auf diese Predigten einzugehen, und zwar schon um deßwillen, weil der Stoff derselben fast ganz die Geschichte des Tempels ist und wir, wie ich höre, von Hrn. Dr. Salomon eine Geschichte des Temvels nächstens erhalten. 51. Der segensvolle Beruf israelitischer Geistlichen und die Pflichten der Gemeinden gegen sie. Antrittspredigt von Dr. H. Jolowicz, israel. Prediger und Volkslehrer in Marienwerder. Marienwerder, 1843. 8. Ed. Levysohn. Hr. Jolowicz gehört zu denjenigen jungen Predigern tzer Synagoge, die ohne pharisäische Achselträgerei, ohne ängstliches Rücksicht - nehmen, ohne treulose Doppelgängigkeit