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Der Orient · 1843-11-28 · 48 (28.11.1843) · p. Spalte 761-762

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
48 (28.11.1843)
Article
[Rezension]
Date
1843-11-28
Page
Spalte 761-762 (sequence 3)
Language
German
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761 Votum des Rabb. L. Stein über den §r. Reform-Verein 762 Ansichten Kant's über die Anfänglichkeit der Welt, e) Dritter Beweis nach den Glaubensartikeln, d) Vierter Beweis. Untersuchung über den Raum und über den Begriff der Nothwendigkeit. e) Zwei Antworten auf die Frage: Kann etwas in der Zeit Geschaffenes außerhalb der Zeit gedacht werden? f) Beweis gegen die Ansicht Platons so wie gegen die spinozistische Weltansicht. 4) die Vorsehung, in 7 Kapiteln abgehandelt, a) Beweis für die fpecicUe Vorsehung, b) Zweiter Beweis, c) Die Lösung einer Frage in dieser Beziehung. 6) Beweis von Seiten der Seele, e) Beweise aus den Naturerscheinungen. f) Die Physik, g) Beweise aus der Schrift. 5) über die Seele, in 14 Kapiteln abgehandelt, a) Allgemeine Betrachtung über Unsterblichkeit der Seele, Lohn und Strafe, b) Beweis gegen Alexander Ferdufi und Erläuterung der dahineinschlagenden Stellen des More, e) Noch ein Beweis über das Dogma der Unsterblichkeit. cl) Dritter Beweis, e) Ausführung des vorigen und Erläuterung vieler Gebote, k) Beweis aus Kohelet. g) Drei Beweise von Seiten des Daseins Gottes, h) Erläuterungen von Schriftstellm. i) Weiterführung der Beweise des Phädon. k) Wesen des geistigen Lohnes. 1) Die mannigfachen Arten der geistigen Vergnügungen, und Läuterung der verschiedensten Ansichten darüber, m) Drei Zeiten der Seligkeit. Auferstehungslehre. Wesen der geistigen Strafe, n) Lösung der Frage: Warum das Gesetz von der Unsterblichkeit nichts erwähnt. —- In diesem'reichen Umfange der Untersuchung, so sehr auch sehr oft die unlogische Disposition zu tadeln ist, beurkundet der Verfasier eine außerordentliche Belesenheit in den philosophischen Schriften jüdischer und nicht jüdischer Autoren, und als Würze der mühsamen Untersuchung werden Erläuterungen schwieriger Wibelstellen und sonderbarer talmudischer Sprüche eingestreuet, eine Weise, wie es schon ältere jüdische Philosophen und in der neuern Zeit Hr. Friedmthal gemacht. Und die Masse der erklärten Bibel- und Talmudstellen ist wirklich groß, daß wir sowohl bei ihm als bei Hrn. F. mit Recht einen gut geordneten Realindex zu denselben gewünscht. Was den Gesammtcharakter dieser Dogmatik anlangt, so ist er ganz nach dem ältern Zuschnitt, der freilich in unserer Zeit, wo die wissenschaftliche Abgrenzung viel schärfer hervorgetreten ist, kein Echo findet. Es ist das Schicksal der geistigen Epigonen, daß sie in ihrer Zeit nicht die Empfänglichkeit finden, welche sie anerkennt, und das ist auch in der That das Recht der Zeit. Zum großen Theil hat Hr. Friedenthal dasselbe Schicksal. Man will nicht blos einen neuen Inhalt, sondern auch die neue Form, wie sie die Philosophen der Gegenwart geben. Was der Kommentar zu Ijob anlangt, der als Anhang mit besondern Pagina's beigegeben ist, so werde ich ihn bei einer andern Gelegenheit, wo ich die Komm, überhaupt besprechen will, mit anzeigen. Stimmen nn- Artheile Über den Frankfurter Reform-Verein; l. Der Frankfurter Reform-Verein, vom Standpunkte des fortschreitenden Rabblnismus beleuchtet von Leopold Stern. (Fortsetzung.) Nein! dies ist nicht der rechte Weg, welchen unsere Reform einzuschlagen Hatz die Höhergebildeten, ich setze voraus auch Edlerdenkenden, sollen sich nicht als eine privilegirte Kaste außerhalb des weiten Kreises ihrer tieferstehenden Brüder stellen, um allein die Prärogative einer freiherrlichen, aber deshalb noch nicht edlen Handlungsweise zu genießen, sich mit einem, nichts weniger als kühnen, Sprunge an's erträumte Ziel zu versetzen, unbekümmert, ob die Masse Nachkomme oder auf ihrem beschwerlichen Wege zu Grunde gehe. Weg mit jenem verderblichen Grundsätze, welchen die Unthätigkeit und religiöse Gleichgiltigkeit in der Vaterstadt des Vereines zu dem schimpflichen Sprichworte erhoben hat: 1)? nm' man überlasse das alte Iudent h u m sei n e m S ch i ck sa l e, b i s es in si ch selb st zusammensinkt, welcher Grundsatz es in der so viele gediegen e Elemente in sich fastenden Frankfurter Gemeinde, die ein Mittelpunkt für die Reform des Judentums in Deutschland werden könnte, bis jetzt zu nichts Tüchtigem hat kommen lassen, bis er endlich mit seinen abgesteckten Wurzeln die wurmstichige Frucht des Reformvereins an's Licht gefordert. Ihr kennt das alte Iudenthum nicht, sonst würdet Ihr wissen, wie viel ftdle Lebenskeime in demselben liegen, welche des erweckenden Hauches, nicht des zerwühlenden Sturmes harren; Ihr kennet den Talmud nicht, sonst würdet Ihr wissen, wie sein tausendfaches Geäder sich so tief in das gesammte Iudenthum verschlingt, daß eine blindzuschneidende Hand nur Schaden in unserem Organismus anrichten kann. Ihr kennet das Leben der Juden nicht, sonst würdet Ihr wissen, wie schwer das Werk der Reform sei und wie diese nur gesichert erscheine, wenn jeder Schritt vorwärts auf sicherem, religiösem Boden, nicht auf dem Grunde haltungsloser Willkür geschieht; Ihr kennet das Verhältniß der cs mit der Sache der Religion aufrichtig gut meinenden Rabbinen nicht, sonst würdet Ihr wissen, wie schwer ihr Beruf sei, wie sie am meisten unter uns das Weh der Zeit fühlen, wie ihr Herz blutet, den entstandenen Riß nicht ausgleichen zu können; wie schmerzlich sie Verkennung und Mistrauen drückt, wie sie aber dennoch mit hoher Freude und lebendiger Begeisterung an ihrem Berufe halten, der Zukunft vertrauend und der siegenden Gewalt der Wahrheit, und nach dem erha-

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