Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 48 (28.11.1843)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1843-11-28
- Page
- Spalte 757-758 (sequence 1)
- Language
- German
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- Job 2× ep/1005326
- Cicero 1× ep/1024888
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757 Kurze Anzeigen. Ha-Chochma, Ha-Lebuma we-ha-Dat. Bon M. B. Friedenthal. 758 Kurze Anzeigen. ^6) mwrWQnn/noDnn. Erstes Heft. Beitrag zur Dogmatik. Zusatze zu den sämmtt. Schriften, die Iesodeha-Dat genannt werden, mit einer Abhandlung, genannt: ^-y^n als Zusatz zu dem Abschnitte über die Bestimmung des Menschen. Von M. B. F r i e d e n t h a l. Breslau, 1843. 4. H. Sulzbach. Das vielbändige Werk Iesode ha-Dat des Verfassers dieser Supplemente hat theils durch sein allmäliges Erscheinen, theils durch die geraume Zeit, die seitdem hingegangen, manche Verbesserungen und Bereicherungen nothwendig gemacht, und um diese dem Publikum nicht vorzuenthalten, hat sich Hr. F. entschlossen, nachträgliche Hefte in hebräischer Sprache erscheinen zu lassen, mit dem hier anzuzeigenden den Anfang wachend. Was den Inhalt dieses ersten Heftes oder des nDSnn “)ÖND anlangt, so besteht dieser in Folgendem: 1. DieUrweisheit (jrbyn erkennbar aus der Harmonie, Ordnung und Schönheit der Schöpfung, aus dem nach bestimmten Gesetzen und Zwecken geordneten Zusammenhang des Weltgebäudes, als eine der vorzüglichsten in Betrachtung der göttlichen Eigenschaften. Diese Weisheit, als die höchste und vollkommenste Intelligenz, kam schon als Inbegriff und Einheit aller Offenbarung des göttlichen Wesens gleich in der nachbiblischen Periode zum Bewußtsein im Judenthum z vorbereitet in Ijob, Mischle, Kohelet, erlangt die Betrachtung derselben bei Ben-Sira (K. 24, 22 ff. 38, 33), Baruch (3, 36), und dann vorzüglich im Buche der Weisheit eine vollendete Durchbildung. 2. Die absolute Weisheit in ihrem Verhältnis zu der relativen des Menschen. Enger Zusammenhang der menschlichen Weisheit mit der göttlichen; die Arweisheit ist der Geist Gottes, die menschliche das wirksame und beseelende Princip in der physischen und moralischen Welt; die intelligentia humana ist der Abglanz der int. divina. Der Weise ist vom Geiste Gottes beseelt. In dieser Weise schildert schon die jüdifch-alexandrinische Theologie die aocpict. 3. Die subjektive menschliche Weisheit offenbart sich theoretisch und praktisch, wie schon 1. Kön. 4, 33., Pro. 1, 5. 7. 2, 11. 3, 18. 22. 6, 25. und namentlich Ben-Sira an vielen Stellen entwickeln. 4. Die verherrlichte menschliche Weisheit zeigt sich vorzüglich in dem jüdischen Volke; theoretisch erschien sie bei Israel als Inbegriff alles menschlichen Wissens und als xwv ovtatv yvcoag dtyEvdrjg, als Seele aller Gelehrsamkeit u. s. w. Daher sie auch dem Begriffe der Philosophie, wie ihn Cicero in de offic. 2, 5 desinirt: sapientia rerum di< vinarum et humanarum causarumqtie, quibus hae res continentur, scientia, gleich ist. Nach einer allgemeinen Darstellung dieser Sätze in einer eigenen Abhandlung nDDnn, We man auch: „Begriff der hebräischen und jüdischen Weisheit" nennen kann, sucht der Verfasser sein Thema zu detailiren, und nach eigenen Abschnitten zu sondern, nämlich 1. die Weisheit auf der untersten Stufe; 2. die menschliche oder subjektive Weisheit und die Unterschiedsmomente von der Thierwelt; 3. die göttliche Weisheit oder die Weisheit des En-Sof. Einen Anhang zu diesem Maaamr ha-Chochma bildet eine synonymische Forschung über sämmtliche hebräische Wörter, die „Weisheit" bedeuten. Was die Art der Ausführung dieser trefflichen, zur Dogmatik des Judentums gehörenden, grossen Abhandlung anlangt, so ist sie in einer so ausgezeichneten Weise durchgeführt und mit einer eben so tiefen als umfassenden Benutzung der talmudischen und rabbinischen Literatur, daß man dieser unbez weifelt den Vorrang vor allen ähnlichen Abhandlungen der Art einräumen muß. Ziegler' s dritter Exkurs zu seiner Uebersetzung der Denksprüche Salomo's, Urnbreit's Einleitung zu demselben Buche, S. 3ff.,Bretschneider's Dogmatik der Apokryphen, S. 201 ff (vgl. dessen dritten Exkurs zu Sirach p. 726), He yd eure ich's Probe einer Uebersetzung des Buches der Weisheiten Tzschirncr Memorabilien N.2. S. 2.), Lücke's Kommentar zum Evang. Joh. (1 Theil, S. 207), die über dasselbe Thema sich verbreiten, sind kaum gegen die Abhandlung F.'s der Beachtung werth. Selbst die treffliche Abhandlung, „Begriff der hebräischen und jüdischen Weisheit" von dem Prof. Grimm, die er als Einleitung zu seinem Kommentar über das Buch der Weisheit abdrucken ließ, ist kaum eine Skizze, der Abhandlung Fr.'s gegenüber, zu nennen. Was die Stellung dieser Abhandlung in der theologischen Wissenschaft anlangt, so bildet sie einen Theil der biblischen Dogmatik in der Lehre von Gott. In dem religiösen Bewußtsein der Juden gab es nämlich zwei verschiedene Wege, um Gott zu erkennen, oder vielmehr die Ansicht von Gott spiegelte sich bei den Juden nach zwei Seiten hin ab, und diese zwei Seiten sind auch zugleich die Kennzeichen zweier Epochen. In der vorexilischen Periode nämlich wurde Gott nur nach Abspiegelung seiner Macht, Größe und Herrschaft zum Bewußtsein gebracht; alle ältere Propheten und Gottesmänner, von Moses bis auf Ieremija, zeichneten Gott als den allmächtigen, großen und gewaltigen König und Weltherrscher, so daß selbst die frühern hebräischen Namen der Gottheit nur Macht und Größe bezeichnen. Es ist die primäre, naturmenschliche Gotteserkenntniß, wie sie die sinnliche Anschauung derNaturphänomenen austauchen läßt, und wie Hr. v. Cölln in seiner biblischen Theologie (S. 93 ff.) es überzeugend bewiesen. In der nachexilischen Periode, in bet: das Gottesbewußtsein von der Naturstufe sich ablöste und das religiöse Bewußtsein von der Reflexion beherrscht wurde, da kam die Gotteserkenntniß aus Betrachtung derWe i sh eit, wie die spätern Psalmen, Ijob, Sprüche und die Apokryphen es klar darthun. Die großartigen Werke der Natur wurden nicht mehr nach ihren gewaltigen Eindrücken auf die Menschen, sondern nach ihrer Harmonie und Schönheit betrachtet, und das Bewußtsein von einer intelligentia suprema entftanb. Diese zwei Anschauungen sind, aber nur allein möglich, und da das Iudenthum diese zwei ausgebildet, so hat es hiermit die ausgedehnteste Erkenntniß Gottes. Zwar haben christliche Dogmatiker die Behauptung aufgestellt, daß die letzte Erkenntnißausbildung des Judaismus noch keineswegs die letzte in der Erkenntniß Gottes sei, daß 48 *