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Der Orient · 1843-11-28 · 48 (28.11.1843) · p. Spalte 753-754

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
48 (28.11.1843)
Article
Argumente gegen die allgemein angenommen Meinung,
Date
1843-11-28
Page
Spalte 753-754 (sequence 1)
Language
German
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Meratnrblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Meratur. JVi 48» Leipzig, den 28. November 4848» Argumente gegen die allgem. angenommene Meinung, als hatte der jerus. Talmud der Red. des babyl. Vorgelegen. Eine Skizze. — Kurze Anzeigen. Hci-Chochma, Ha-Tebuna me-ha-Dat. Erstes und zweiles Heft. Von M. B. Fried enthal. Sefer Enruna Jeschara. Von H. Kalischer. — Stimmen und Urtheile über den Fr. Reform-Verein. 1. Der Fr. Reform-Verein, vom Standpunkte des fortschreitendenRabbinismus beleuchtet von Leopold Stein. (Forts.) — Lit. Analekten. Poetische Kleinigkeiten, gesammelt von L. Dukes. — Lit. Ankündigungen. Argumente gegen die allgemein angenommene Meinung, als hätte der Jerufchalmi der Redaktion des babylonischen Talmuds Vorgelegen. , Eine Skizze. Im Rabbinismus großgezogen und von ihm durchdrungen, wunderte es uns stets, daß der Erstgeborene Jerufchalmi zum Sklaven der Tochter Babels gemacht worden, der er nur die Schleppe nachzutragen hätte, niemals aber begegnen sollte. Daß die so sehr ängstlichen Rabbmen, die sich Jahre lang abquälen, um einen geringfügigen Ausspruch des Maimomdes und Anderer zu rechtfertigen, die stets bereit sind, ihr ganzes Wesen aufzugeben, wenn es irgend einSätzlein vcn älterem Dato gilt, dennoch gegen den Jerufchalmi eine Sprache führen, wie sie auch der am geringsten Autoritäts- Gläubige nicht billigen kann. Wer wird nicht erstaunen, wenn er liest, wie z. B. Jom Tob Heller dem Ierusch. Bibelversrändniß abspricht!'-). Und warum, weil der.Talmud die betreffende Stelle nicht so erklärt! Befragen wir nun die Nabbinen über den Grund dieses Verfahrens, so berufen sie sich auf Alfasi (Erubin, Ende), welcher behauptet, daß der Ierusch. dem bab. Talmud (eigentlich der Redaktion desselben) Vorgelegen, .und man habe sich daher, nach der bekannten Regel: jorDD nr&n, nur nach dem spätem Talmud zu richten. Abgesehen nun von der bald als falsch sich erweisenden Behauptung, muß es auch jeden Talmudkundigen im; höchsten Grade wundern, daß man in Bezug auf unsre Frage; jene Regel so über alle Maaßen ausvehnt, da sie doch nur : in den mehr der Spekulation und logischen Deduktion angehörenden Fragen Geltung hat, wo es natürlich ist, daß die Spatern, denen die Gründe der Frühern Vorlagen, in den Gegenstand tiefer eingingen und ihn richtiger auffäßteri, als die Frühern, die, wüßten sie von den neu vorgebrachten Gründen, ihnen wohl beisielen. In den Fragen aber, wo es sich mehr um das Verständniß älterer Stellen, um die Erforschung früherer Zustände und der den Vorschriften und Verordnungen zum Grunde liegenden Motive handelt, überhaupt in den Gebieten, die mehr der Vergangenheit und Tradition angehören, da wird immer den Frühern, den Ueberlieferern vor den Empfängern der Vorzug eingeräumt. Daher ist es unbestrittener Grundsatz (s. Ascheri Moed katan 18 a), daß jene Regel nur von Abaji und Raba weiterab Anwendung finde, weil von da an bekanntlich die Schulen den ri'PVin und witzschärfenden Pilpulim gewidmet waren, im Traditionellen aber kaum den frühern zu widersprechen wagten. Wir fragen weiter: wäre jene Regel der Grund zur Zurücksetzung des Ierusch. gewesen, so hätten ja die Geonim ihn nur in Kollisionsfällen mit den spatern Thaten unberücksichtigt lassen, ihn aber nicht ganz von ihren Studien verbannen sollen! -) Oder will man annehmen, daß Alles, was der bab. Talmud aus dem Ierusch. nicht ausgenommen, unbeachtenswerth sei? 2) Vergl. Rapaport: Biogr. d. R. Nissim Anm. 16. Wir gestehen hiermit, daß wir irrthümlich in den Israel. Annalen 1841. Nr. 51 gemeint haben, die gaonische Nicht- Berücksichtigung des Ierusch. könne den vielen Schreibfehlern, auf die schon, wie dort gezeigt wird, Maimuni aufmerksam macht, zugeschrieben werden; da vielmehr, wie Hr. Rap. in einem Schreiben, an uns unter Anderm richtig bemerkt, diese meist unwesentliche und oft durch Parallelen leicht zu korrigirende Fehler in Folge jener Nichtberücksichtigung entstanden sind. Daß aber diese selbst da stattgefunden hat, wo der b. T. dem jer. nicht widerspricht, sagt ausdrücklich N a ch m. in M i l ch a m., M o e d katan, Ende. — 48 1) Beza 5, M. 2 z ek. Komm. zum jer. T.

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