Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1843)
- Article
- Die Verwaltung der Palästina-Spenden ...
- Date
- 1843-11-28
- Page
- Seite 377 (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang Vierter mm ❖ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, -und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 48» Leipzig, den 28. November 4843» Palästina. Wien. Die Verwaltung der Palästina-Spenden. Fünf Aufforderungen an die HH. Löwen stein u. Kirchheim. London. Der Drucker Jsr. llschkenasi in Jerusalem. — Deutschland. Berlin. Verzeichniß der jüd. Soldaten im Freiheitskriege. Hannover. Anordnungen über' Geburts-, Trauunas- und Sterbelisten. Hamburg. Nachrichten und Wünsche. —* Polen und Nußlan d. Warschau. Das neue Militargesetz. Die Stellvertreter. Posen. Die Militär-Konskription. Taufen. Bestechungen. Ungegründete Beschuldigung des Schmuggelhandels. — Oesterreich. Prag. Angriffe auf das Judenthum. Der Prediger a. d. Protest. Kirche. Von der österr. Grenze. Trauriges Loos der jüd. Soldaten in Oesterreich. Brody. Gememdewesen und Unwesen. — Personalesronik und Miscell'en. — LB. des Or. Palästina. Wien, 16. Nov. So eben ist uns hier auch das in Nr. 46 erwähnte hebräische Aktenstück der Amsterdamer Verwalter der Palästina-Spenden, zugekommen, und es ist gewiß keine vorgefaßte Meinung, wenn wir sagen müssen, daß die Angelegenheit der Lehren'schen Verwaltungsfrage sich immer mehr verwickelt und mehr und mehr undurchdringlich wird. Wahrend in diesem amsterdamer Schreiben des Rabbinats und des Vorstands-Kollegiums der deutschen und portugiesischen Gemeinde zu Jerusalem dem Hrn. Lehren- und seinen Genossen in der Spenden-Verwaltungdas maaßloseste Lob gespendet wird, — und nach der Natur des Aktenstückes läßt sich kaum an die Echtheit desselben zweifeln, — theilen uns die Herren Löwen st ein und K irchh ei m Aktenstücke des geraden Gegentheils mit solchen Details mit, daß man ebenfalls kaum an deren Echtheit zweifeln kann. Den 24. Okrbr. 1842 richteten nämlich mehre Personen aus Frankfurt a. M. (Hr. Löwenstein an der Spitze) ein Schreiben an das Rabbmat und an die Vorstands- Kollegien zu Jerusalem, um über 9 Punkte in der Lehren'schen Spenden-Verwaltung Aufschluß zu erhalten, da von der von dort zu erwartenden Beantwortung die Fortsetzung der publicistischen Anklagen gegen die Amsterdamer Verwalter abhinge. Dieses Schreiben kam, vermittelt durch den Bischof Alexander zu Jerusalem, richtig in die Hände des Adressaten, und schon im April dieses Jahres erhielt Hr. Löwenstein in Ff. a. M., vermittelt durch Sir Moses Montefiore, einen Brief des ersten Vorstehers der deutschen Gemeinde und Direktors der Synagoge Menachem Zion zu Jerusalem, nämlich von Hm. Abr. Salman Sefardi, worin den Absendern die Anzeige gemacht wurde, daß die Rabbinate und Vorsteher-Kollegien sich mit der Prüfung dieses Gegenstandes gewissenhaft beschäftigen und das Ergebniß dieser Prüfung zur Zeit nach Frankfurt unvorzüglich berichten werden. Dieses Ergebniß ist nun nicht ausgeblieben. Zehn Aktenstücke oder Dokumente sind in Fs. a. M. bei den Anfragenden angelangt, die nun Herr Löwen stein zum Behufs der Publicitat besitzt, und diese Dokumente sollen, nach einer Angabe aus Frankfurt, das Schwerste enthalten, was gegen das Amsterdamer Komitö je als Anklagen vorgebracht worden ist. Nach diesen Aktenstücken sotten die Anklagen Löwen stein's gegen Lehren begründet und die am 19. Aug. 1842 an ihn gestellten sieben Fragen von dorther zum Nachtheile des Amsterdamer Komi't6 beantwortet worden sein. Aber diesen Inhalt der Aktenstücke, welchen die Gegner Lehren's nur summarisch mitgetheilt, ohne, wie es doch höchst nöthig ist, die Dokumente selbst zu veröffentlichen, können unmöglich die Kontribuenten aus die bloße Anssage Löwen st ein's und seiner anklagenden Genossen als Wahrheit hinnehmen, so sehr wir auch Hrn. Low enstein unsere Achtung zollen. Mit dem Maaße, mit welchem du missest, wirst du wieder gemessen werden; wir haben zu fordern, daß Hr. Löwenstein seine Angriffe auf das Amster- 48