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Der Orient · 1843-11-21 · 47 (21.11.1843) · p. Spalte 743-744

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
47 (21.11.1843)
Article
Stimmen und Urtheile über den Frankfurter Reform-Verein
Date
1843-11-21
Page
Spalte 743-744 (sequence 2)
Language
German
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*743 Kurze Anzeigen. Gregorii Bar Hebraei Grammatica etc. 744 wärtsstreben zu vermehren trachten, verachtend das Gesindel, welches wie schmutziger Boden sich än unsere Füße hängt, und ihm keine Koncession gewährend. Also auch in bürgerlicher Hinsicht war die Idee zu dem fraglichen Vereine eine höchst unglückliche, indem der erwünschte Zweck dadurch nicht gefördert, vielmehr durch Aufhebung der Einheit unter den Juden nur vereitelt werden könnte. Aber eben diese Einheit, daß sie bestehe, wollt Ihr nicht zugeben; nicht mit Unrecht deutet ihr auf die Zerrissenheit unserer Zustande hin, wie schwach unterstützt die reformarorischen Bestrebungen seien, welche Halbheit sich aller Dinge bemustern, wie die besten Kräfte im Ankämpfen gegen den reagirenden Strom nutzlos verschwendet würden, wie besonders die alte Partei, der günstigen Zeit vertrauend, sich da und dort mit kecker Arroganz breit mache und jeden lebendigen Funken im Entstehen zu dämpfen suche. Da sei es nöthig, meint Ihr, daß diesem Unwesen durch eine muthige und offene Deklaration ein Ende gemacht werde, daß man den retrograden Bestrebungen frei entgegentrete und ausrufe: wer es mit der guten Sache hält, der halte sich zu uns! Wir wollen eine undurchdringliche Phalanx bilden, an deren vereinten Schilden die Speere des Obskurantismus abbrechen, eine starke Mauer, von deren festgefügten Steinen die Böcke des Zelotismus unnütz abprallen sollen. Da wir das gemeinsame Iudenthum zu nichts Erklecklichem kommen sehen, wohlan! so lastet uns auf eigenen Füßen stehen, gehen und mit Gott weiter kommen. Wohl! dieß hört sich in der raifonnirenden Theorie recht gut an, aber wie wird's mit der Praxis bestellt sein? laßt sehen! nriDfitfDD WM Tyri nriN, in einem Orte, Einer, in einem Bezirke zwei könnten sich vielleicht für Euch erklären, was soll dann aber aus der großen Zahl der Uebrigm werden, welche, Euere weitausgreifenden Schritte tadelnd, das Iudenthum auf einer gediegenen Basis regeneriren möchten? Werden Bestrebungen, wie die Eueren, maaßlos und ohne Haltpunkt, den Zeloten nicht willkommen sein, um auf Alles, was nux entfernt wie Reform aussieht, wie auf Abfall und Jrreligion hinzudeuten? Merkt auf! sie werden die Regierungen auf Euer Verfahren Hinweisen; sehen Ew. Excellenz, werden sie zu diesem und jenem Minister sagen, wohin das Streben dieser Neuerer, dieser Zerstörer alles Bestehenden führt? Alles Hervorragende in der Religion, Alles, was ihren Bequemlichkeitstheorien entgegensteht, wollen sie erniedrigtsehen, damit Alles hübsch eben, flach, frei, gleich werde, denn Freiheit und Gleichheit, Vernunft und Willkür, das sind die Gottheiten, welche sie an die Stelle unserer alten Heiligthiimer setzen möchten. Staat und Religion werden durch diese Sekrirer auf gleiche Weise bedroht, und darum ist es am gerathensten, die Neologie mir Stumpf und Stiel auszurotten und alle Reformbestrebungen in unserer Mitte gewaltsam niederzuhalten. So werden sie reden, so reden sie wohl jetzt schon; Euere extraravaganten Schritte werden jene zu gleichen Extravaganzen hinreißen, und Ihx, die Ihr Kämpfer für die gute Sache sein wollet, wetzet das Schwert wider sie selbst, und Ihr, die Ihr euch Freunde des Fortschritts nennt, Ihr werdet die Masse Euerer Brüder im Fortschreiten hindern, und Ihr, die Ihr euch den Scheintitel jüdischer Reformer beilegt, Ihr würdet der Reform die schlimmste Wunde versetzen, wenn Euer Vorhaben gelänge, Ihr werdet dem Svotte und dem Hohne verfallen und Euerer Sache in Euch selbst schaden, wenn alle Parteien Euch preisgeben, wenn Euer Werk in Euerem kleinen Kreise nicht die nöthige Ausdauer, Begeisterung und aufopfernde Hingebung findet, um es vor einem baldigen Einsturze zu wahren. (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 42. Gregorii Bar llebraei Grammatica Linguae syriacae etc. edidit, vertit anntt. instruxit E. Berthe au, LJrof. Gottingen, 1843. 8. Bei den wenigen Erscheinungen in den orientalischen Sprachen überhaupt und der syrischen insbesondere, muß uns gewiß jedes Produkt in diesem Gebiete sehr willkommen sein. Um so erfreulicher jedoch ist eine grammatikalische oder lexikalische Arbeit aus der srühern Zeit, auf einem Felde, das sonst nur sehr spärlich angebauet wurde.. Einer solchen Erscheinung haben wir uns in diesem Jahre zu erfreuen in dem von Prof. Bertheau herausgegebenen Werke. Der Herausgeber verräth in der Uebecsetzung und in den Anmerkungen eine sehr tüchtige Sachkenntniß, legt eine große Bekanntschaft mieden allen und neuen Grammatiken der syrischen Sprache an den Tag und verstärkt nur feinen früheren Ruf als Orientalist. Bedenken wir noch außerdem die Schwierigkeiten , die sich bei der Herausgabe eines solchen Manuskripts darbieten, wie wenig vorgearbeitet ist, ja daß wir nicht einmal eine ausführliche Grammatik und bis jetzt fast gar kein Lexikon haben, so dürfen wir manchen Mangel, den sich etwa hie und da der Herausgeber zu Schulden kommen lassen, nicht zu hoch anschlagen. Aber gerade weil die Kenntniß des Syrischen noch iu ihrer Kindheit liegt, weil in grammatischer und lexikologischer Beziehung Alles fehlt, ist es Pflicht jedes Recensenten, selbst eines solchen in einer kurzen flüchtigen Anzeige, Alles das anzumerken, was der Berichtigung werth gehalten wird. Wir gehen diesemnach zum Werke selbst über. In der Einleitung y. 6 übersetzt H. B. corroborare; das Verbum kommt blos im Pael in der Bedeutung jung sein, wovon die hebr. Derivata -nüby, nhy Herkommen, und im Etpael in der Bedeut. heranwachsen vor; aber nirgend hat es die Bdtg. stark sein. Sollte es nicht vielmehr die zweite Konj. des arab. sein, und „klug machen" bedeuten? was auch

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