Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 47 (21.11.1843)
- Article
- Probe aus einer nächstens zu erscheinenden hebräischen Synonymik
- Date
- 1843-11-21
- Page
- Spalte 737-738 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt -es Orients. Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. M 47. Leipzig, den 21. November 184». Probe aus einer nächstens zu erscheinenden Synonymik von I. Einhorn. — Stimmen und Urtheile über den Fr. Reform- Verein. I Der Fr. Reform-Verein, vom Standpunkte des fortschreitendenNabbimsmus beleuchtet von Leopold Stein. (Forts.) — Kurz e Anzei gen. Gregurii Bai* Hebraei Grammatik Linguae Syriecae etc. — Jehova, nicht Moloch, war der Gott der Hebräer. — De medicis illustr, Judeoi'um etc. — Lit. Nachrichten u. Miscellen. Ein More Nebuchim — Mskrpt. in Tübingen. Von L. Dukes. — Missions-Wesen und Unwesen. Einblick in das Urchristenthum. — Lit. Ankündigungen. Probe aus einer nächstens zu erscheinenden hebräischen Synonymik. Das Bedürfnis; nach einer hebräischen Synonymik ist so allgemein, daß es wohl überflüssig ist, darüber ein Wort zu verlieren; aber keineswegs ist es so allgemein bekannt und anerkannt, daß eine hebräische Synonymik, wenn sie den Anforderungen der Wissenschaft entsprechen soll, die analytischhistorische Erforschung der Wurzeln zur Basis wählen müsse, wenn sie nicht Lustgebäude aufzubauen gesonnen sei. Salomon Pappen he im in seinem dreibändigen Jeriot Schelomo verfiel, trotz seines ungemeinen Scharfsinns in der Eruirung der ursprünglichen Wurzelbedeutungen und ungeachtet seiner außerordentlichen Gelehrsamkeit, in diesen Fehler; seine Forschungen schweifen in der Regel so oft in die Luftregion der Extravaganz über, wo Alles möglich wird, nur nicht die Wahrheit, und die Grundsätze der Zweibuchstäbigkeit der hebräischen Wurzeln, die er von Menachcm b. Seruk adoptirte, wurden ihm zu Irrlichter, die ihn immer weiter von der Wahrheit entfernten. Es ist daher für die hebräischen Sprachforscher gewiß erfreulich, daß Hr. Ignaz Einhorn aus Preßbuyg, wenn auch in der hebräischen Philologie dem Publikum noch unbekannt, sich dieser Arbeit unterzogen. Die analytisch-historische Methode in der Erforschung der hebr. Wurzeln, wie sie in meinem „Lehrgebäude der aramäischen Idiome", in der „Concordanz" und in dem kleinen „hebräischen Schulwörterbuche" niedergelegt ist, wurde vom erwähnten Vers, der Synonymik als Leitstern für seine Forschungen angesehen. Indem ich hier die Probe mirrheile, erlaube ich mir, das Publikum im Voraus auf diese Arbeit aufmerksam zu machen und sie zu empfehlen. .DDR, rfo, D5N , “CIS x) 1* Bezeichnen sämmtlich ein Uebergehen vom Sein zum Nichtsein, und weichen nur in ihren engern Bezeichnungen hierin von einander ab: a) "DK Grundbedeutung: fortbewegm, Weggehen, entfernen (in Laut und Bdtng. mit der unter N. 95 lit. b. erläuterten Wurzelsylbe pad, verw. s. das.) vergl. hebr. TD, ^TTi; arab. <Sj5 JojJoU; syr. 4-^»; gr. ßadc-gw; lat. evado, vito 5 beut« waten; ungr. visz-im; slav. Tod-inn Hieraus die eigentliche Bdtung: verloren gehen oder werden, daß nämlich ein Gegenstand von seinem bisherigen Orte weg, und an einen andern uns unbewußten Ort hin, uns also aus den Augen kommt, unsichtbar wird. Dieser Bgr. des Unsichtbarwerdens bilde: dm Uebergangspunkt von der eigentlichen zu der (uns hier allem beschäftigenden) entlehnten Bdtung des Zugrundegehens, und bezeichnet dies von Seiten des dadurch veranlaßten Unsichtbarwerdens; dah. gew. völlig zu Grunde gehen, verschwinden, unsichtbar werden; oft aber negirt es nur das Ueberbleiben eines ansehnlichen, in die Augen fallenden Restes, da auch hierdurch das Ding schon unsichtbar wird, aus dem Auge verschwindet, als: tfnaiD rmx v jnn Dnbn'(<§*. 7, 10), schon haben wir der Plagen eine große Menge geduldet, schon liefe Schmerzen, großen Schaden und Verlust um ihrentwillm 1) Aeltere Philologen nehmen das hebr. 2N als identisch mit dem syr. und chald. , fcOJN für fructus, wonach es mit nD synonym wäre, und hier also, und zwar am allerersten,'besprochen werden müßte; indessen ist diese Auffassung falsch (von neuern Philologen wirklich allgemein, verlassen)- welches nachzuweisen wir uns hier füglich ersparen könnenindem wir nur auf Hetzels krit. Wrtrb. («. h. v.) verweisen. 47