Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 46 (14.11.1843)
- Article
- Missions-Wesen und Unwesen
- Date
- 1843-11-14
- Page
- Spalte 733-734 (sequence 2)
- Language
- German
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N. Jose Ha-Gallli., 732 401 im ersten Jahrhundert nach der gewöhnlichen Zeitrechnung gelebt. Wer nun die Geschichte des Christenthums kennte wie es im Anfangs nur nach Aussen sich erstrecken und nur bei Heiden Wurzel fassen konnte, wird es bei unbefangener Betrachtung mit mir nicht bezweifeln, daß damals von Kollisionen zwischen Juden und Christen, als solchen, wie auch von vorsätzlichen Verfälschungen aus Haß, von Seiten der Juden, nicht die Rede sein kann. In Sebachim 57 a erzählt uns der Talmud R. Jose ha-Galili's erstes Auftreten in Jamnia: ^riN TO!?n DK' M )m ->>7.n w n^nn ssnion nn1? D'DDn.’üD1? ndk/ — dazu Raschi — nnn DiTJD^ IDN'D nbnn nnn NV7 wo er sehr rühmlich mit seinen Waffen gegen R. Tryphon und R. Akiba kämpft, die der Agada und ihrer Spitzfindigkeiten nicht gewachsen, von ihm in die Enge getrieben werden..." Dieser R. Tryphon — keineswegs derselbe, der mit Justin dem Märtyrer gegen die Mitte des 2. Jahrhunderts d. g. Z. das Gespräch hielt — lebte schon zur Zeit des Tempels und kurz nach der Zerstörung desselben. ' Lalm. jerus. Horiot K. 3. -DN 'OD DN tlDpN ]1DDD M DDN ypim — mi)D NQixi — -m '12N MN pz-DL'. Ln Berachot 49 b Mischna plDö DH bnpn DN 'üb *“ON nn _ ^n’ipy N DDN —. Aus dem Zusammenhänge ist unbestreitbar, daß beide Zeitgenossen waren, und R. A. dem R. I. ha-'G., der zuerst seinen Ausspruch gethan, entgegnet, sonst müßte es wie -^N nn, auch nD1N j/S, und nicht jn DQN heißen. Zn Moed katan 28b kommt schon R. I. Ha-G. bei den D'Opl — Ältesten vor. Als die Söhne des R. Jsmael gestorben waren, gingen vier Aelteste, ihn zu trösten. R. Tryphon, R. Jose Ha-Galili, R. Elieser den Asarja und N. Akiba. Hier ist freilich eine Lücke, wo und wann R. J.ha-G. zur Aeltesten-Würde erhoben wurde, die aus Mangel an Notizen kaum auszufüllen sein dürfte; genug an dem aber, daßR. I. Ha-G. wieder nebenR. Tryphon in hohem Ansehen steht. Jn Bechorot 17 a steht sogar zuerst R. I. Ha-G., dann R. Tr., dann N. Ak.; eben so in Gittin 83a; doch ist bei letztrer Stelle aus Tosafot Aboda sara 45a zu ersehen, daß eigentlich N. I. Ha-G. nach R. Tr. und. nur vor R. El. b. As. und R. Ak. stehen sollte, wie es auch in der Tosifta wirklich der Fall ist.6) 6) Ich mußte deshalb hierbei so ausführlich werden, und gegen Willen und Gewohnheit so viele Belegstellen beibringen, weil R. I. Ha-Galitr's Zeitalter von Andern immer zu spät angegeben worden. Maimonides z. B. um (nicht zu lange mich hierbei aufzuhalten, nehme ich das Haupt) stellt ihn in seiner Einleitung zur Ordnung Sera'im, eigentlich zur Mischna überhaupt, doch halte ich die übliche Benennung bei — nach R. Akiba; in der Einleitung zu seinem großen Werke ha-Jad, gewöhnlich Jad ha-Chasaka genannt — giebt er sogar R. Akiba's Zeitgenossen, R. Tryphon dem R. I. Ha-G. als Lehrer. Jn der Mischna-Einleitung nennt nun Maimonides den R. auch als R. Akiba's Lehrer, wenigstens zum Theil, und führt als Beweis cm, weil R. Tr. ihn beim Namen Emen noch unumstößlicher« Beweis, daßR.J.ha-G. kurz nach Zerstörung des Tempels lebte — ob nicht auch noch Akiba nennt; und dies ist ja auch bei R. I. Ha-G. der Fall, der, wie wir bereits oben, im Texte nachgewiesen, zu N. Akiba nur Akiba sagt. Wie sehr Maimonides sich von dieser vorgefaßten Meinung Hinreißen ließ, scheint mir aus Sanhedrin 27 b ersichtlich. Daselbst heißt es in der Mischna: fei nn pi nn-rmt/to h^d^dn *o*py m rwo n Dnp 'n, DM iniND b Dnpn bü) ^nn nn TKO nt nn pmn:n — darauf Gemara 28 d nN 'ML7 n? n^n 'di Dnn dmo Ol oumn 8n DNDl : n"n pnxü? Dnp. Also R. I. Ha-G. ganz so wie die nj'KWn i"WD von R. Akiba. In der Erklärung zu dieser Mischna will nun Maimonides solche gewaltsam verrenken und das wr\yb l8 nsnn dem R. A. zuschreiben, obgleich es, wie deutlich aus dem Zusammenhänge zu erkennen, zur ruwi »WE gegen R. A. gehört; wahrscheinlich um die vor ihm ausgestellte-Zeittafel, wo R. I. Ha-G. nach R. A. war, aufrecht zu erhalten. Daß rWNn rDttfD sich so, wie ich es erkläre, auf frühere Zeit, nicht aber, wie von Einigen gesagt wird, sich auf eine frühere Mischna-Redaktion des R. Jehuda Ha-Kadosch bezieht, ist aus Gittin 52 b ersichtlich: nJK'D IT □nouN DrrnnN bw in nn, nn^N'i. Dieser Jrrthum ist jedoch keineswegs aus irgend einer Absicht, oder gar vorsätzlich, dessen wird wahrlich Keiner — oder höchstens nur ein Missionär — den reinen hohen Geist des Maimonides für fähig halten, und glaube ich auch den Ursprung dieses Jrrthums sogar Nachweisen zu können. Jn Erubim 53 a wird R. I. Ha-G. von einer Frau Namens Weruria, durch seine weitschweifige, ungeordnete Rede — scheint der erste Ausflug von Galiläa nach Lydda gewesen zu sein — als Galiläer erkannt u. deshalb verspottet. Wer nun den Talmud u. seine, namentlich bei Erzählungen, sehr lockere Verbindungsfäden kennt, wird es mit mir, nicht allein erklärlich, sondern sogar sehr natürlich finden, daß durch Jdeen- Assoeiation, von dieser gelehrten Frau, die noch obendrein denselben Namen führte, zu einer anderen berühmten Bettina, der Frau des R. Mökr, gesprungen wird. Da nun R. Meir der Schüler des R. A. war , ließ sich dies Alles nicht anders vereinigen, als auch R. I. Ha-Galili dazu zu pressen, um irgend wie, die vielen Widersprüche zu beseitigen. Auch die Tosefot — siehe Adoda sara'45 a — sind der Meinung, daß die Beruria, die R. I. Ha-G. verlacht, R. Mmr's Frau ist, und kommen dadurch gewaltig ins Gedränge. Daß die Frau, die den N. I. Ha-G. verspottet nur beim Namen Beruria genannt, keineswegs aber, wie die Beruria,- bei den folgenden Erzählungen als wd ni nnnn — R. Mmrs Frau aufgeführt wird, ist sonderbarer Weise von Allen übersehen worden. Zur größerer Ueberzeugung führe ich noch an, daß es in der von uns festgesetzten Zeit des R. I. Ha-Galili, auch eine gelehrte Frau, Namens Beluria gab. In Rosch Ha-Schana K. 1 wird sie miMin;n^D Beluria, die Proselytin» genannt; — die Verwandlung drs -> in darf nicht befremden, da sie an dieser Stelle mit Leuten aus Jerusalem spricht, mit R. Gamaliel und R. Jose ha-Kohen, wahrscheinlich Jofephus — in der Tosifta zu Baba mezia K. 1 ist es wahrscheinlich wieder dieselbe Beruria, die mit R. Tryphon streitet, wo ihr sogar von R. Jehoschua — unbedingt bei N. Ehananja, also einige Generationen vor R. Mäir — Recht gegeben wird. Ob nun der Name Beruria ein Eigennamen war, und zufällig zwei, zu sehr verschiedenen Zeiten lebende gelehrte