Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 46 (14.11.1843)
- Article
- Stimmen und Urtheile über den Frankfurter Reform-Verein
- Date
- 1843-11-14
- Page
- Spalte 727-728 (sequence 4)
- Language
- German
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727 Literarische Nachrichten und Miscellen. 728 Zeichnung; wir vor Allem müssen streben, uns als Menschen unter Menschen zu zeigen, die remmenschllche Seite unseres Bekenntnisses herauszuwenden, damit wir uns befähigt erweisen, dem bürgerlichen Wesen uns mit Leib und Seele einzuleben, weil nichts Hemmendes, Störendes, Eigenes, kein eigenthümlicher Gebrauch und keine besondere Erwartung unserer Verschmelzug mehr entgegensteht, indem wir mit den alten religiösen Formen auch das jüdisch-nationale Gewand bis auf den letzten Faden von uns gestreift haben. Nicht Eigennutz ist es, was uns treibt, nein! wir wollen nur selbst den intolerantesten Gegnern zeigen, daß man zugleich Jude und Deutscher von ganzer Seele sein, daß man dem innersten Wesen seiner Religion warm anhängen könne, ohne deshalb an ihrem Schritte und Ausha'ngeschilde den abstoßenden Fremdling zu zeigen. Es liegt Wahrheit in diesem zweiten Beweggründe, wenn Ihr aber glaubet, daß er Euer Beginnen rechtfertige, so befindet Ihr Euch wieder in so viel Unrecht als Irrthum. Also Ihr allein wollt Euch im Besitze des reinen Judentums zeigen; mit Euch ziehe die Bundeslade des Herrn in den Krieg, daß kein Feind vor Euch bestehen könne, und Eisenmenger und Ghillany ^und das ganze Heer der Philister müssen beschämt vor Euch zurückweichen; denn alle Talmudgläubkgen und alle Messiashoffenden habt Ihr ja daheimgelassen, sie dürfen nicht kommen in Euere heilige Schaar. Aber, sagt mir, was soll aus diesen guten Leuten werden, wenn es einer Regierung je einsiele, blos die Mitglieder des Reformvereins zu emancipiren? Gewiß, Ihr behauptet, und ich glaub's auf Euer Ehrenwort recht gern, Ihr wollt uns, die wir mit Euch gleichen Schritt weder halten können noch wollen, nicht verlassen; Ihr wollt großmüthig auch für die traditionellen Juden kämpfen und sie nicht mit dem Talmud ihren Feinden überliefern. Aber was wollt Ihr thun, wenn man doch mit Fingern auf uns deutet? wenn die Judenfeinde, der Zwietracht sich freuend, Juda und Israel mit den eigenen Waffen zu vernichten suchen? wenn sie sich in den Irrgarten ihrer Trugschlüsse noch mehr verlierend, Euch als Bundesgenossen begrüßen, die talmudischen Juden als staatsgefährlich , die Messiasgläubigen als bürgerlich unfähig bekämpfen, indem Ihr ja selbst Euch von Talmud und Messias so feierlich glaubtet lossagen zu müssen? Wenn Ihr nun, mit oder ohne Eueren Willen, mit leichter Mühe diesseits des Jordan Eueren Antheil am Lande der Verheißung werdet erhalten haben, sollen wir dann allein in den Kampf ziehen wider den Emori, Chitti und Iebusi? Ist dies edel, männlich, brüderlich von Euch gehandelt, daß Ihr junser Heer zu zwei Lager theilen wollet, jetzt wo uns Einheit so Noth thut, um den gemeinsamen Feind zu überwinden? (Fortsetzung folgt.) Literarische Nachrichten und Miscellen. R. SaLbati ben Möir ha-Kohen (-jV). A sulai spricht imSchem Ha-Gedolim, Bl. 161 b (ml. Krotoschin) die Vermuthung aus, daß R. S. b. M. außer den Sifte Kohen, Nekudot Ha-Kesef, Tokfo Kohen und Geburat Anaschim auch ein Werk über die sogenannten vier Turim verfaßt habe. Zugleich berichtet er, daß derselbe in einem Alter von kaum zweiundvierzig Jahren gestorben ist. Das Erste wird bestätigt, das Zweite näher bestimmt durch die Grabschrift des R. S. b. M. Von der großen Grabschrist theile ich das hierher Gehörige und Wichtigste mir: N'bi rrb Don n bo pwi .iu~d , pn ruyja unn unio douddh jiNin Din , piN N' 'E'jidd , ]idd rwcon brun pDn vnd -rino iiNin 'n 'n:» 'Di ypn NnD’nob p'>v , pr mu , jhd ii-w ’ija pisa D1’3) ptyNI TIN D 1DND l.niDtJO ~N3' , JDTn '2ND b)ü£> TOD ND Qi'n iTO , pj| IDpJ ID ’Jtm D'DNn D'p’isj nn’DJ , pi’D ndh Dbp «nb Nim , p'pn n^ djj P'D D'.Lob) ni3D^>. (1. e. 5423=1663.) niDTi Q’D'nl D'IIND DUDTO lyb )lDn NDN 'DDE' ispn ^ddn mipj dj> D.1I 'ID oniD '1 ^TON'N Q'im bob njn nun llDVvn jttm nb byi 1 nDn D’inD nnoi n^u 'iah p njin ‘pdji inyn bun d'iidi D'DDn 'J’v d'i'nd nniNan iDlvn 1IVN ara. Daß das Grab in Holle schau sich befindet, bedarf wohl kaum einer besondern Erwähnung. A. Ink. Ergänzung und Berichtigung. Im LB. Nr. 44. S. 702. Anm. 16 hat Herr Dukes sehr richtig bemerkt, daß in der Tochacha, dem Akrostich nach eine Strophe fehle (mit n an fangend) und die Ergänzung aus dem Machasor von Avignon gewünscht; diese gebe ich hier aus jenem Machasor. Sie Lautet: - noji rn’U' 'mp? «nn : IDD'riN TIN D'kLY In Bezug auf Anm. 18 daselbst ist zu bemerken, daß im Avignoner Machasor die Strophe mit j anfängt; sie lautet nämlich: 'Dl DTK V.r Dn&Oia.. ‘ Asher. R. Isaak Len Jehuda Len Natanel's Geburts- oder Wohnort. Um einem leicht sich verbreitenden und zu weitern Irrthümern Anlaß gebenden Misverständniffe vorzubeugen, bemerke ich, daß Hr. Dukes bei Gelegenheit der im LB. Nr. 44 mitgetheilten Tochacha von dem Dichter Isaak ben Jehuda ben Retanel, den Geburts- oder Wohnort desselben aus Versehen falsch angegeben. Nach dem Citate, das Hr. Dukes aus Alcharisi's Tachkmwni geliefert, wäre der erwähnte Dichter ein Barceloneser gewesen. Dem ist