Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1843)
- Article
- Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter
- Date
- 1843-11-14
- Page
- Seite 367 (sequence 2)
- Language
- German
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367 ses in quos a reverendo domino'nostro archiepiscopo Coloniemi ex una parte, et a seabinis ac universitate opidi Andernaccnsü ex altera parte, tan quam in arbitros seu amicabiles co.mpositores super expulsione judeorum et confractione-scole et domorunv ac herereditatis domini nostri compromissum exist.it, liabito consilio proborum pronuntiamus et dicinius: quod milites, scabini, majores et Universitas Andernaccnsis jurabimt, quud judeos Andernacenses defendent toto posse suo et nuliam injuriain vel violentiam irrogabunt eisdem, nec ab aliquo fieri permittent, sed ipsos korebunt et nanuteiiebunt, dulo et fr au de in premissis exchksis. Quod si aliquis vel aliqui judeos predictos vel ali queni ex ipsis, ipso rum culpa non exigente, offenderit, leserit, seu manus in personas et res eorundem injecerit, vulneraverit vel occiderit, eorpus et res illiusj qui hoc fecerit erit in potestate domini nostri archiepiscopi; et scultetus et scabini Andernacenses illum capient et tenebunt ita quod idem dominus noster de corpore et de rebus illius suani facere potent voluntatem. Si vero aliquis de militibus, seabinis, majori bus seu de universitate Andernacensi volens judeos defendere et bona ipsorum, aliquem vel aliquos imientes in judeos seu bona ipsorum violaverit, leserit, percusserit vel occiderit, vel aJiquid aliud mall intülerit, dictus defensor hoc faciet sine pena, nec dominus noster, scultetus suus3 vel scabini aliquod judicium facient vel sumcnt de eodem, ut unusquisque paratior et promptior sit pro judeis riefenden dis. Item milites, scabini, majores et unusquisque opidanus Andernacensis dives et pauper familie sue domestice prohibebit, ne aliquos insultus, contumelias vel oifensas facient in judeos. Quod si fecerint, dominus suus illum non recolliget in dom um suum nec etiam aliquis alius de opido predicto, nisi ex gratia domini nostri vel sui sculteti , sufffeien ti turnen secundum modum exccssus prius prestita emenda. Item scabini et majores pro* hibebunt et deponent vexilla et cantus probrosos : sub certa pena, prout ipsis videbitur expedire, quia de talibus possit discordia exoriri. Item scabini et majores apud quoscunque int<dlexerint bona et res judeorum detentas esse, una cum scnlteto Andernacensi compClient tales ad restitutionem bonorum predictorum. Item universi opidani Andernacenses divites et pauperes nocentes et innocentes scolas et domos judeorum et hereditatem domini nostri archiepiscopi confractas et confractam reed ificabunt eque bene infra f es tum beati Martini hyemalis secundum bonitatem et dispositionem priorem c di bei o rum predictorum. Item cum dominus noster graves fecerit expensas primo pro custodia castri sui Andernacensis, in quojtideiproplerlimorem opidanorum pro conservaiione vite se receperunt, et etiam propter expensas nunc in tractatu liabito inaus Köln, die wir von unserm verehrungswürdigen Herrn Erzbischof von Köln einerseits- und von den Schöffen u. der Gemeinde von Andernach andererseits, zu Schiedsrichtern wegen der Vertreibung der Juden, wegen Zerstörung ihrer Schule, ihrer Häuser u. des erblichen Eigenthums unseres Herrn, gewählt worden sind, verkündigen, nachdem wir redliche Leute zu Rache ^gezogen, und sagen aus: Die Ritter, Schöffen, Meier und die Gemeinde von Andernach sollen schwören, daß sie die dortigen Juden mit ganzer Kraft verteidigen, und kein Unrecht und keine Gewalt ihnen anthun, noch von einem andern anthun lassen werden, sondern sie hegen und stützen — der Schwur soll ohne allen Vorbehalt geschehen. Wenn nur Einer oder Mehrere die vorgenannten Juden oder Einer von ihnen, ohne daß sie's verschuldet, beleidigen, verletzen, oder Hand an ihre Personen oder Besitzthümer legen, verwunden oder tobten wird, so soll Leib und Gut dessen, der dies gethan, der Gewalt unseres Herrn Erzbischofs verfallen sein, und Schultheiß und Schöffen von Andernach sollen ihn fangen und halten, so daß unser Herr über Leib und Besitztümer desselben frei verfügen könne. Wenn aber Einer von den Rittern, Schöffen, Meiern oder der Gemeinde von Andernach bei der Vertheidigung der Juden und ihrer Güter Einen oder Mehrere der Judenverfolgcr oder ihre Güter verwunden, verletzen, zerschlagen oder tobten, oder diesen sonst ein Uebel zufügen sollte, so soll dieser Verteidiger ohne. Strafe bleiben, noch soll unser Herr, sein Schultheiß oder die Schöffen ihn verurtheilen; damit ein Jeder um so geneigter zur Vertheidigung der Juden sein soll. Ferner sollen Ritter, Schössen, Meier und ein jeder Bürger von Andernach, reich wie arm, seinem Hausgesinde verbieten, Beleidigungen, Schmähungen und Angriffe gegen die Juden zu machen. Lhuen's diese doch, so soll weder ihr Herr, noch sonst Einer in der Stadt sie in sein Haus aufnehmen, es sei denn auf Vergünstigung unseres Herrn oder seines -Schultheißen, nachdem jedoch eine im Verhältniß zum Exceß stehende Strafe gebüßt worden. Ferner sollen Schöffen und Meier Spott sahnen u. Spott lieber bei wirksamer Strafe verbieten und abschaffen, weil daraus Tummult entstehen kann. Wenn ferner die Schöffen u. Meier erfahren, daß Besitzthümer von Juden von Jemand unrechtmäßig eingehalten werden, so sollen sie mit dem Schultheißen von Andernach diesen zur Rückgabe derselben zwingen. Ferner sollen alle Bürger von Anhernach, reiche undarme, schuldige undunschuldige, die Schulen und die Häuser der Juden und das Erbe unseres Herren Erzbischofs, welches alles zerstört ist, bis Martini in derselben Güte und Lage wieder aufbauen, die jene Gebäude früher gehabt haben. Da ferner unser Herr schwere Ausgaben gehabt hat, erstlich bei der Beschützung der Burg von Andernach, wohin die Juden aus Furcht vor dm Bürgern, um das Leben zu erhalten, geflohen waren, sodann durch bie Kosten der zwischen ihm und den Bürgern deshalb stattgesundenen Unterhaltung; so bestimmen wir, daß vorgenannte Bürger diese Ausgaben in dem Maße unserm Herrn ersetzen sol-