Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1843)
- Article
- Amsterdam : Die Geldspenden für Palästina [Nachricht]
- Date
- 1843-11-14
- Page
- Seite 362 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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362 meinten Israels, die sammtlichen Schreiben haben wir freiwillig, ohne daß wir sie verlangten, erhalten, und wir hoffen mit nächster Post (“)nhh DDipn) noch mehre zu bekommen, wir erwarten von Euch, daß ihr unser Thun und Lassen mit Gerechtigkeit beurtheilm werdet. Ihr geliebten Brüder! Fahret fort in neuen Spenden zu der ttHpn nonn rran, nach der Weise wie bisher, und seid überzeugt, daß euere Beitrage zum Besten verwendet werden. Amsterdam, 7. Marcheschwan, 5603. Hirsche! den Abr. Most Lehren, Elia Abr. ben Aharon Prins, Salman ben Jeh. Bar Rubens, Jakob Möir ben Abr. Most Lehren. Hierauf ist die weitläufige erwähnte Haskama über das Werk n:n und über das y'ü uv nt^np 2dd abgedruckt, worin dem Verfahren des Hrn. Lehren nicht nur alle Gerechtigkeit gegeben wird, sondern sein Thun wird auch sehr gelobt, .Unterschrieben ist diese in vielen Beziehungen höchst interessante Haskama von den ausgezeichneten 26 Rabbinen der heiligen Stadt'Jerusalem, so daß jeder Unbefangene gewiß nicht so leichthin über die Handlungsweise der hiesigen Pekidim aburtheilen wird. Die Unterschriften sind: Sam. Dav. Magar; Js. Parh i (^->2); MÄr Binj. Men. Donon; Joh. Sal. Cohen; Jak. Finci; Dav. Misrachi; Ras. Abr. Makluf Hajat; Mos. Bardanz; S. I. N. Arje; M. E. Susin; R. P. Misrachi; I. Estr 0 m 0 so; P. S a r a g 0 s s i; H. M. Pisanti) D. Alkalgni; I. Salomon; M. H. I. Mejuhas; I. Abulafia; N. S. I. Arwatz; I. Capilato; A. Askenasi; I. Fusin; M. I. Farki; I. Papo; E. I. Nissim und I. H. Pesanti. Nächstens ein Mehreres. Deutschland. Hamburg, 3O. Oktbc. (WV. v. 15-29. Okt.) Zu dem früheren Ukas, welcher die Entfernung der russ.- poln. Juden von der preuß. (und' österr.?) Grenze, angeblich wegen Smuggelhandels, befahl, ist neuerdings eine noch grausamere Anordnung gekommen: die Verurtheilung der poln. Juden zum Militärdienste. Grausam nenne ich dieses Edikt, weil es einer kurzen Täuschung eine langjährige Qual folgen laßt, und weil keinerlei Recht dafür als Aequivalent geboten wird; von einer Verurtheilung darf aber um so eher die Rede sein, als das ganze Leben des cuss. Soldaten mit seinem Eintritte ins Heer in seiner Blüthe geknückt ist, und er fortan nicht mehr sich und seiner Familie gehört, sondern nur Ecobecungszwecken dient, und der viehischen Trunkenheit, der gräßlichsten Entwürdigung, der Knute - und vielleicht auch Sibirien verfallen ist. Wie kläglich nehmen sich da die gestatteten Ausmchmen aus? Allerhöchst koncessionirte Rabbiner, ein paar hundert Bauern, einige Dutzend Meister — das ist Alles, was auf Befreiung vom Militärdienste Anspruch machen kann. Doch bald hatte ich vergessen, zu erwähnen, daß Alle, die vor der Einführung der Konskription (vordem 1. Jan. 1844) zum Christentbum (nola bene zur griech. Lehre) übertreten, vom Kriegsdienste verschont bleiben. Also ist es doch darauf abgesehen, alle Russen zur Annahme derselben Konfession zu zwingen? Mit den christl. Polen im Königreiche, in Litthauen, Podolictt und Volhynien ist der Anfang bereits gemacht. -— Der röm. Karholicismus sieht die Zahl seiner Anhänger immer mehr zusammenschmelzen; in den Ostseeprovinzen sollen sich die christlichen Deutschen mehr und mehr vom Protestantismus lossagen; warum sollten auch gerade die Juden des Reiches von dieser mütterlichen Sorge der griechischen Kirche für ihr Seelenheil ausgeschlossen sein? — Nur noch eine Frage: Wer handelt und schachert hier mit dem Heiligsten und Ehrwürdigsten? Sind es noch die Juden, die Solches rhun? — und eine Prophezeiung: alle Verwünschungen der Unschuldigleidenden werden einst zu einem lauten Wehe über Rußland! verschmelzen. Hier ist es nicht die Nation, die den Druck verewigen will; hier stemmen sich einige wenige Menschen gegen den Nachschluß der Vorsehung. Und gerade sie werden ihn befördern, ihn beschleunigen helfen. Fern sei es von mir, von den ruff und poln. Juden alle Schuld abzuwälzen; aber ich kann nicht so ungerecht sein, daß ich mit B. Vary: Zeitgemäße Gedanken über die Emancipation desMenschen (Konigsb. 1843) diese Mishandlungen gerecht finde. Er hat den Ertrag seiner Schrift den aus ihren Wohnsitzen Vertriebenen bestimmt; aber wenn er dadurch ihre materielle Noch etwas erleichtert, gewinnt er denn damit das Recht, ihnen Bitterkeiten, und seien sie auch bittere Wahrheiten, zu sagen? — Ueber die italienischen Juden vernimmt man Nichts mehr. — In Prag werden jüd- Fabcikanten wieder in die Judenstadt zurückgeworfen. — Im Schwerinschen ist die Judensache, die dem diesjährigen Landtage vorgelegt werden sollte, Gewerbneids halber, wieder zurückgelegt. — Auch in Hamburg durfte sie in diesem Jahre schwerlich .an die Reihe kommen. Die wöchentlichen Nachrichten haben endlich zum Rückzüge geblasen und der nichtswürdige Nathanson, den der Telegraph verdienter Maaßen abgefertigt, wird wohl seine Gönner bald genug kompromittiren. Schon hat Nathanson in Kopenhagen, Redakteur der Berlingschen^Zeitung, gleichfalls ein getaufter Jude, öffentlich darum ersucht, ihn nicht mit diesem Namensvetter, der eigentlich I. Nathansen heiße, zu verwechseln. W^ünehen, 15. Okebr. Zur Berichtigung des aus der D. A. Z. in Ihr sehr geschätztes Blatt — Orient Nr. 40. 1843 — übergegangenen Artikels von