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Der Orient · 1843-11-07 · Heft 45 (7.11.1843) · p. Seite 355

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 45 (7.11.1843)
Article
Hamburg
Date
1843-11-07
Page
Seite 355 (sequence 3)
Language
German
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355 diese Erinnerungen schloß er seinen Dank an Gott, der .ihn bis dahin erhalten und seinem Worte Kraft gegeben und ihm die Herzen seiner Hörer zugewandt habe; an seine Gemeinde, die seine Anregung zu heiligen Worten und heiligen Wecken so treulich und rastlos benutzt habe; an seinen früheren und seinen jetzigen Kollegen, die ihm als Mitarbeiter im Weinberge des Herrn und als zuverlässige Freunde zur Seite gestanden, endlich an die Tempeldirekrion, die, wenn auch in Bezug auf die Personen wechselnd, doch unter allen Umstanden ihn unter- .stützt und das Princip, auf dem der Verein ruhe, aufrecht erhalten habe. Und daran endlich schloß er das Gelübde, auszuharren in dem für Recht Erkannten, so lange noch Leben und Arhem in ihm sei und Gottes Wort atzch ferner zu lehren nach bestem Wissen und Gewissen. So weit der öffentliche Theil der Feier. Indessen geziemt es sich, zumal in einem Blatte, das in Leipzig, der Stadt, die wahrend der Messe einen Sprößling oder richtiger einen Ableger des Hamburger Tempelvereins alljährlich in ihren Mauern besitzt, ans Licht tritt, noch dasjenige mitzulheilen, was sich auf die dem Jubilar gewordene öffentliche Anerkennung bezieht. Der Tempelverein hatte zum Geschenke für Hcn. Dr. Salomon ein treffliches und kostbares Kunstwerk aus Silber von einem tüchtigen jüdischen Künstler in Berlin, Hrn. Friedebecg, .dessen Sohn es selbst hierherbrachte, arbeiten lassen. Dieses Kunstwerk stellt den Haupttheil des Tempels, die eigentliche Andachtsstatte mit der Kanzel vor; der Bibel gegenüber findet sich die Uebersetzung derselben von Hrn. Dc. Salomon aufgeschlagen. Im Vordergründe zeigt sich eine sehr gelungene plastische Darstellung nach einer nach den Worten des heiligen Textes gearbeiteten Situation. „Salomon segnet das Volk". Von dieser bildlichen Metallarbeit sind Abgüsse in Brome verfertigt worden und käuflich zu erlangen. — Ein anderes schätzbares Geschenk war Hrn. Dc. Salomon von mehren seiner ehemaligen Schülerinnen und jetzigen Kuhörerinnen und Verehrerinnen, sammllich einer hochgeachteten hiesigen jüdischen Familie angehörig, bereitet worden. Es ist ein herrlich ausgestattetes Album, mit einem die größte Pracht entfaltenden Einbande, inwendig mit ausgezeichneten Randverzierungen, von einer der Gebermnen mit einem den Verdiensten des Jubilars huldigenden Gedichte eingeleitet. In dem Album selbst finden sich Denkblätter. aneinander gereiht, die aus den verschiedensten Gegenden Europas hier zusammengetroffen sind. Männer und Frauen, Einheimische und Auswärtige, persönliche Bekannte und unbekannte Verehrer, Juden und Christen, 'Geistliche beider Religionen, bis zu dem höchsten Range hmanreichend, Gelehrte von europäischem Rufe, Umversüätsprofessoren, Docenten, Pädagogen, Aerzte, Auserwahlte der Wissenschaft, der Kunst und des Handels und einige Damen, mit Einem Worte, die Zierden der höchsten Gesellschaft oder, wie Steffens sie nennen würde, der Aristokratie der Geistreichen, haben sich hier ein Rendezvous gegeben, das einen der glänzendsten Kongresse, die sich je versammelt, weil einen durch Geistund Gemüth ausgezeichneten, bildet. Ich habe kein Recht, die Damen alle zu nennen, die hier dem Jubilar ihre Huldigungen von nah und fern dargebracht — möchte er sie mit den schönen, oft unnachahmlich trefflichen, Ausdrücken ihrer Gesinnung seinen Freuden lithographirt mittheilen! — Aber einen Begriff von dem literarischen Werche dieses Albums wird sich Jeder machen können, der erfahrt, daß schon am Tage des Festes Frankreich, Belgien, die Schweiz, Oesterreich, Preußen und der größere Theil der übrigen deutschen Staaten ihr Kontingent zu demselben gestellt hatten, indem von Paris, Brüssel, Bern, Wien, Prag, Königsberg in Preußen, Berlin, Hohenems, Breslau, Halle, Dresden, Schwerin, Hannover, Stuttgart, Tübingen, Dessau, Oldenburg, Burgkundstadt, Sr. Lengsfeld, Seesen, Kassel, Frankfurt a. M., Altona und Hamburg selbst zu dieser Huldigung beigesteuert worden war. Besonders überraschend für 5p. Dr. Salomon war es auch, daß sich aus Königsberg in Preußen, von wo fast die zahlreichsten Denkdlatter, mehre mit den Unterschriften der gepriesenstenPatrioten und größten Denker Ostpreußens geziert, am 17. Oktbr. eingetroffen waren, Herr Kaufmann Schönlank, der mit dem Jubilar vor mehren Jahren bekannt geworden war, persönlich eintraf und ihm seinerseits mündlich und durch ein passendes Geschenk seine Anerkennung zu Theil werden ließ. Alle, die, wie Res. noch den Abend des 18. Oktbr. in der Gesellschaft des Jubilars zugebracht und die Geistesftische desselben zu bewundern Gelegenheit hatten, werden gewiß mit uns und den weitverbreiteten Schülern und Verehrern des Gefeierten den Wunsch und die Hoffnung theilen, daß nach abermals 25 Jahren der neue Tempclverein mit seinen jetzigen beiden Predigern das fünfzigjährige Fest seiner Stiftung in dem schönen, im künftigen Jahre einzuweihenden neuecbauten Gotteshause begehen mögen. E. CE. Berlin, im Okt. Ich glaube den Freunden der Wissenschaft einen Dienst zu erzeigen, wenn ich die nachstehende Mittheilung zu ihrer Kenntniß bringe. Das älteste auf uns gekommen^ bis jetzt noch nicht edirte hebräische Lexikon von Menachem den Seruk, nebst der Kritik seines Zeitgenossen Dunasch den Librüt (Beides aus dem Ende des 9. Jahrhunderts) wird auf Veranlassung des Ministeriums des Kultus demnächst im Druck erscheinen. Die Staatsbehörde hat einem hiesigen renommirten Gelehrten von Fach jene Arbeit übertragen und sich sogar selbst bei der holländischen Regierung für Verabfolgung eines betreffenden iir Leyden befindlichen : Manuskripts verwendet. Dieses Manuskript, welches die philologisch intereffante Marlginalbemerkung trägt: ,, Ex legato rh'i illustris Josephi Scaüger6( und wahrscheinlich um 45 *

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