Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1843)
- Article
- Hamburg
- Date
- 1843-11-07
- Page
- Seite 353 (sequence 1)
- Language
- German
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Vierter KSS3 Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. ManabonnirLbei allen (öbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Lahr. Wische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst. Bon dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. 45» Leipzig, den 7. November__ 1843« Deutschland. Hamburg. Die fünfundzwanzigjährige Jubelfeier des neuen isr. Tempels und das fünfundzwanzigjahrige Amtsjubiläum des Hrn. Dr. Salomon. Berlin. Das Wörterb. von Menachen ben-Seruk wird gedruckt. München. Nückschritte in Beziehung auf die Juden. Breslau. Bericht der zeitigen Verwaltung über das zehnjährige Wirken des isr. Harrdlungsdiener-Jnstituts. — Oesterreich. Brody. Das fünfzigjährige Jubiläum des Dr. Friedränder. Preßburg, der Magyarismus. — Moldau und Walachei. Jassy. Die gewaltsame Taufe des Judenkindes. — Lichtrr. Schattenbilder aus d. jüd. Geschichte der Vergangen!), u. Gegenwart. Die Juden in Italien. (Schluß.) — LB. des Or. Deutschland. Hamburg, 22. Oktbr. Die fünfundzwanzigjähriZeJubelfeier des neuen israel. Tempelvereins zu Hamburg und das fünfundzwanzigjahrige Amtsj ubila um des Herrn Dc. Gott hold Salomon, Predigers an dieser Gemeinde. Noch unter den Nachwirkungen des Krieges, aber schon unter den schirmenden Fittigen des Friedens hatte der neue israel. Tempelverein zu Hamburg am 18. Oktbr. 1818 sein Panier erhoben. Ein Vierteljahrhundert ist seitdem vorübergerauscht und die ersten Gründer der neuen Gemeinde, der Vater unseres Gabriel Ri esser, dann der Uebersetzer der Apokryphen, Seckel Isaak Frankel (der Schwiegervater des ersten am Tempel angesteltten Predigers, Herrn Dr. Kley), ferner die Herren Bresselau und Markus Robinow, jener, als Notar und als Sekretär der Gemeinde, durch Gelehrsamkeit, Charakter und wahre Lebensfreiheit auch in weiteren Kreisen in ehrendem Andenken verblieben, dieser in seinen Söhnen, von denen der älteste so eben als jüngstes Mitglied in die Tempeldirektion eingetreten ist, würdige Nachfolger findend — sie alle sind, froh des auf Erden vollbrachten Tagewerkes, in die höhere Gemeinde der Seligen übergegangen. Aber noch sind dem Vereine aus jener Zeit neben dem jungem Nachwüchse altere kräftige Stützen geblieben, unter denen ich hier zuerst Hrn. Dr. Eduard Kley, den Direktor der israelitischen Freischule nenne, der beinahe ein volles Vierteljahrhundert als Prediger in dieser Gemeinde segensreich gewirkt und als Kanzelredner, Schriftstellerund Jugmdlehrer durch Wort und Beispiel weithin die Wohllhaten des Unterrichts und der Erziehung zum Gemeingut gemacht hatte, ehe er sein geistliches Amt freiwillig niederlegte. Aber auch die Namen der Herrn Dr. Maimon Frankel, des Landsmannes, ältesten Freundes und ehemaligen Schulamts-Kollegen des Hrn. Dr. Salomon, darf ich bei dieser Gelegenheit nicht vergessen; er stand an der Wiege des Vereins und rechtfertigte erst noch im vorigen Jahre seine Existenz und seine Wirksamkeit in öffentlicher Schrift vor Mit- und Nachwelt. Und noch zwei Namen fühle ich mich verpflichtet hier anzureihen, weil sie treuen Anhängern und ausdauernden Vertheidigern der vom Tempelvereine ausgestellten Grundsätze angehören, die der Herren Meyer Wolffson und Moses Haar bl eich er. Der Letztere, der jüngste der Männer, welche die Stiftungsurkunde unterzeichnet, jetzt als Sekretär der hochdeutschen Gemeinde das Organ der Beschlüsse unseres Vorstandes, hat sich durch deutsche und hebräische Poesieen einen wohlverdienten Ruf erworben. Wie schon früher als Dichter vieler Festgesänge und Gebete, die der Tempel adoptirt hat, wie spater (1840) als Verfasser eines herrlichen deutschen Lobgedichts auf Gutenberg, dessen Kunst auch den unterdrückten Juden ein neues Dasein und bewußtes Leben eingehaucht, im ernsten Genre, so hat er auch bei festlichen Veranlassungen unverkennbare Proben seines schönen poetischen Talents in humoristischer Auffassung und 45