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Der Orient · 1843-10-31 · 44 (31.10.1843) · p. Spalte 699-700

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
44 (31.10.1843)
Article
44
Date
1843-10-31
Page
Spalte 699-700 (sequence 3)
Language
German
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<399 Liter. Nachrichten und Mlscellen. Urtheile älterer Autoren über die Pijutim. *700 wahrhaft geboten ist. Doch wir wollen hierüber nicht weiter rechten, sondern es dankbar hinnchmen, wenn ein Rabbiner von- Holdheims Gelehrsamkeit mit diesem Freimuthe aufzutreten wagt. Auf das Einzelne behalten wir uns vor später zurück zu kommen; daher hier noch eine kurze Inhaltsangabe. Das Buch enthält zwei Aufsätze, wie das der Titel schon besagt. Zn dem ersten beweist er, 1) daß das im Schulchan Aruch noch enthaltene Verbot der nicht jüdischen Richter und Rechte ein vermeintliches sei. Die Barajta habe nur im Sinne, daß ein Zude an einem heidnischen Gericht nicht als Richter sungiren dürft. Man kann darüber mit Holdheim streiten, doch davon ein andermal. Vorläufig nur dieses, daß Paulus dasselbe den ersten Christen verbietet, ihre Streitigkeiten vor ein heidnisches Gericht zu bringen (1. Korinther 6, 1—6), und daß der Widerwille gegen ein heidnisches Gericht ein den damaligen Juden und Christen ein zu natürlicher war, als daß man dafür tiefere Gründe zu suchen nöthig hätte. Gerade daß die Barajta dieses Gebot nur gelegentlich erwähnt, ist eine Stütze für unsere Einrede. 2) Die Anerkennung der Verfügungen der Landesgesetze von Seiten des jüdischen Rechts. Hier wird Holdheim nur unbedingte Zustimmung zu erwarten haben. 3) Anwendung dieses Grundsatzes auf Erb- und Eheliches Güterrecht. Hier machen wir besonders auf die Seite 104 ff. enthaltene Bemerkung aufmerksam. Ich freue mich, in Holdheim einen Vertreter der von mir in den Briefen über die Iudenfrage hierüber geäußerten Ansichten gefunden zu haben. Was Holdheim dagegen S. 105 Anm. bemerkt, daß der Grundsatz mm bd? npiD ninntP bbrt? nicht strikte zu nehmen sei, möchte ich bezweifeln. Der Sabbat war in einer heidnischen Umgebung der einzige Ausdruck des Monotheismus. Er war ein Aeugnlß für die Schopfungslehre; daher wer ihn öffentlich entweihete als ein Leugner des Monotheismus betrachtet wurde. Eben so machen wir aus die gehaltreiche Anmerkung S. 412 aufmerksam. 4) Weitere Anwendbarkeit desselben auf die jüdische Ehe, namentlich auf Eingehung und Scheidung derselben. Vorschläge zur Abhilfe der aus dem bisherigen jüdischen Ehegefttz hervorgehenden Uebelstände. Dieses gewährt denn den Uebergang zum zweiten Aufsatz, wo die Msstände bei der heutigen Eingehung und Trennung der Ehen noch mehr hexvorgehoben werden. Wir nehmen von unserm Verfasser mit wahrer Hochachtung Abschied und erwarten eine Reihe von Schriften, wo das von ihm aufgestellte Princip in seiner praktischen Fruchtbarkeit sich immer mehr Herausstellen wird. Dr. Samuel Hirsch. Literarische Nachrichten und Miseellen. Emendation. In den beiden Ausgaben des Jbn Esra'- schen Merkchens -)rv nsttf ^)DD, sowohl m der von Lerteris (Preßburg 1838), als in der von Lippmann (Frankfurt 1843), befindet sich ein Wort, das den Gedanken des Verfassers entstellt, und für welches ich eine andere Lesart Vorschlägen zu müssen glaube. Der letzte Satz der Rubrik (2. lautet nämlich: wn? “imy )fim> Dm dV*0D1 D'H Mn nn^nD. „Und mehre Ausleger erklärten das Wort DvbnN durch un geborenes Kind, und dieses wird durch Seefische erzeugt". Ich glaube nicht, daß sich alle Leser des Merkchens, sowie die Herausgeber mit diesen Worten begnügen können, ohne sich zu fragen, was die Q^riN1 mit dem, von Seefischen erzeugten, ungeborenrm Kinde zu thun haben? Und der soll noch geboren werden, welcher miy hier anders, als: ungeborenes Kind, embr^o, t'oetus übersetzt! Ich trage kein Bedenken, die Lesart i. e. Ambra vorzuschlagen, wodurch die Erklärung des Jbn Esra zu ihrem wahren Sinne zurückgeft'ihrt wird. Es heißt dann: „Mehre Erklärer nahmen 'n für Ambra, welches von Seefischen erzeugt wird". Es ist bekannt, daß noch heutigen Tages die Naturforscher der Meinung sind, jener aromatische Stoff, Ambra, welcher unter den Luxusgegenständen der üppigen Araber eine sehr große Rolle spielte, von Seefischen erzeugt werde. Und dieser Meinung war man zur Zeit des Jbn Csra allgemein, nur glaubte man damals auch, der Wallsisch erzeuge den Stoff. Sollte das Wort oder für Ambra nicht in altern Rabbinischen Werken Vorkommen? Kimchi hat es im rad. Ms? und Ps. XLV, 9 für njrtfp. ße&ved&t.' Artheile älterer Autoren über die Pyutim. Gesammelt von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) II. Specielles. Wir besitzen auch Urtheile über einzelne Gattungen der Pijutim, die theils Lobend, theils tadelnd sind, zuweilen auch auf Besonderheiten eingehend. Wir lassen sie hier nach den ' Gattungen folgen. Erbauliche Poesie.ls) Hier ist besonders Saadja's Urtheil zu beachten. Derselbe hat sich sehr günstig über die poetisch-religiösen Ermah- 13) Bergt, zur Kenntniß u. s. f. S. 83. §. 33 ft f.

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