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Der Orient · 1843-10-31 · Heft 44 (31.10.1843) · p. Seite 345

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 44 (31.10.1843)
Article
Hamburg : Wochenbericht [Nachricht]
Date
1843-10-31
Page
Seite 345 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. das Literaturblatt mit- Herausgegeben gerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem von Dienstag regelmäßig. Nr. Julius Für ft. 44« Leipzig, den 31. October 1843. Deutschland. Hamburg. Wochenberichte Frankfurt a. M. Scheelsucht und Judenhaß. Judenfeindlicher Verein. Schubin. Ein Prozeß. — Oesterreich. Prag. Traurige Folgen von Judenhaß. Hr. Wehli. Katholische Orthodoxie. — Moldau und Walachei. Jassy. Die gewaltsame Taufe des Judenkindes. — Polen und Rußland. Warschau. Ukas über die Militarpflichtigkeit der Juden. — Lichtu. Schattenbilder aus d. jüd. Geschichte der Vergangen!). u. Gegenwart. Der Frankfurter Reform-Verein. Kritik der Erklärung desselben. — D i e Juden in Italien. (Forts.) — LB. des Or. Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirt befallen lobt. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Deutschland. Hamburg, 15. Okt. Die Wochenberichte, die ich dem „Orient" in der letzten Zeit zugesandt, sind durch eine von meiner Seite nicht verschuldete Nachlässigkeit wohl erst jetzt, und mit Einem Male in Ihre Hände gekommen. Statt nun das seitdem Rückständige (die Berichte vom 24. Sept. — 15. Okt.) in drei einzelne Abtheilungen zu bringen, fasse ich alles hierher Gehörige kurz und aphoristisch zusammen. Im Kirchenstaate dauert die Unsicherheit der Juden, trotz der Suspension des Inquisitions-Edikts, noch immer fort; noch schmählicher fast, als die angedroheten Maaßregeln selbst, ist die ihnen in der Augsb. Allg. Zeitung zu Theil gewordene Beschönigung. ■— Auch in den russisch-polnischen Grenzprovinzen sieht es noch immer so düster und hoffnungslos aus, wie vor 3 Monaten. Der größtentheils von Juden bewohnte Marktflecken Naswisch im Gouv. Minsk ist durch eine furchtbare Feuersbrunst heimgesucht worden, die in einer jüd. Badestube begann und 136 Hauser einascherte. —* Von England aus ertönen (in der Voi.ee of Jacob) laute Klagen über die unglückselige Lage der Juden in Italien und in Mahren. — Aus Tunis dagegen meldet das Journal ckes Debals, daß dort zwei Juden, der Palastarzt und der General-Intendant der Steuern, mit dem Orden Nischan-Jftihar belohnt worden seien. — In Deutschland will es noch nirgends vorwärts gehen. In Hamburg dauerten der leidenschaftlichste Federkrieg und die gehässigsten Verleumdungen gegen die Juden, die durch eine tolle Schrift eines verrückten Konvertiten, des Roß- und Menschentäuschers Nathansen, neue Nahrung erhalten haben, ununterbrochen fort. Die christliche Obrigkeit und die jüdische Behörde könnte einst bereuen, dem Skandal nicht rechtzeitig ein Ende gemacht zu haben. — In Franks, a. M. stehen noch imer die Angelegenheiten der jüd. Protestanten im Vordergründe. Das Haustein derselben scheint sich in Frankfurt selbst gar nicht, außen ebenfalls wenig zu vermehren.— In München ist einem Vater der Befehl zugekommen, an seinem Sohne die Veschneidung gegen seinen anfänglichen Willen vornehmen zu lassen. — In Worms wird der Wunsch rege, daß auch für den Religionsunterricht der das Gymnasium besuchenden zahlreichen Juden in derselben Weise, wie es in der christlichen Kommunalschule und selbst in christl. Privat-Mädchenschulen geschieht, gesorgt werde. — In Mannheim wird ein junger Vorsänger, I. Gallenberg, sehr gelobt. Daselbst will H. Wagner, Klausrabbiner, im Laufe dieses Winters, öffentl. Vorträge über jüd. Geschichte halten. — Im Großherzogthume Baden sind viele Religionslehrer- und Vorsangerstellen vakant. — In Berlin ist das Rabbinae von Neuem erledigt, da Hr. Dr. Frankel in Dresden es definitiv abgelehnt hat. Mit allgemeiner Theilnahme wurde in Berlin die goldne Hochzeit des ehemaligen Kaufmanns Salomon Schönlank gefeiert. Derselbe ist Vorsteher vieler Wohlthatigkeilsanstaltem An der Feier 44

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