Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 43 (24.10.1843)
- Article
- Urtheile älterer Autoren über die Pijutim
- Date
- 1843-10-24
- Page
- Spalte 685-686 (sequence 2)
- Language
- German
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685 Urtheile älterer Autoren über die Pijutim. 686 unterworfen ist, von denen der Pajtan frei bleibt. Der Dichter spricht für sich, der Pajtan fürs Volk; selbst wenn anzunehmen ist, daß die Pajtanim viele ihrer Gedichte zunächst für ihren eigenen Gebrauch verfertigten: so ist doch die Absicht und der Wunsch bei ihnen zu. vermuthen, daß es sich verbreiten möge in weitern Kreisen und zum Volke übergehe. Der größte Theil des letzten besteht aber aus Menschen, dem ein unverstandenes Wort oder Redensart moralische Unbequemlichkeiten verursachen kann. Manches schadet dem Volke schon, indem es ihm nichts nützt. Es fragt sich immer bei einem solchen Gedichte, ob es öffentlich recitirbar ist, und ob es irgend einen praktischen Nutzen gewährt? obwohl nicht zu la'ugnen ist, daß manches Produkt, von dem diese Fragen nicht zu bejahen sind, sich dennoch durch eine Reihe von Jahrhunderten hindurch erhalten habe, wo allein der Gebrauch — dieser König der Könige — es schirmend unter seinen Schutz nahm. Dieser Standpunkt der praktischen Brauchbarkeit war es, von welchem der größte Theil der altern Autoritäten die Sache betrachtete, ob mit Recht oder Unrecht ist hier zu entscheiden nicht der Ort — und von diesem Standpunkte aus sprachen sie ihre Urtheile und von diesem Gesichtspunkte müssen wir sie auch auffaffen. Sie haben oft von den Pijutim gesprochen, sowohl lobend als tadelnd und zwar in den verschiedensten Abstufungen. Die Urtheile derselben sind entweder 1) auf das Allgemeine gerichtet, oder 2) umfassen einzelne Gattungen der Pijutim. Diese zwei Rubriken umfassen auch Alles, was darüber mitzutheilen ist. I. Allgemeines. Im Allgemeinen findet sich mehr Tadel als Lob der Pijutim aufbewahrt. Das Nichttadeln ist hier als negatives Lob zu betrachten. Der Tadel ist ebenfalls theils allgemein, theils speciell. Der Tadel rührt gewöhnlich von spaninischen Autoren her und beziehet sich sehr oft auf Produktionen der deutsch-französischen Pajtanim, weil diese den spanisch en Kritikern viele Blößen darboten, durch schlechte Handhabung der Sprache und durch Unebenheit des Ausdrucks. Jbn Esra in seinem Tadel des Kaliri sagt dies ausdrücklich. Ma i m o n i d e s -) und Kimchi 1) S. dessen Kommentar zu Kohelet 5, 1. Auch in Sasa Berura (Ed. Lippmann S. 14) lesen wir P'DVD wyi DWDjop OTioip nim — - — DDPD ]W *D yN iTOJ ~)2lb )y"P DD1? yp |\N nfto -)Dfr pppao dh riiyö -MN> inn dp«jp ab) /w frOpDD 1ITOT nwp Ebenso in seinen Sefat Ieter §. 74. m ipnn n? rio mip ton w O uyp -- .nwp) nn? nto ^p^ddstodi myo ton tod dd Vergl. auch unsere Rote Nr. 35. 2) More Nebuchim Th. 1. Abschn. 59. 3) Wörterbuch, Art. -)5>y. — Sche m Tob Palkeira mochten ihn im Sinn gehabt haben, als sie ihre Urtheile über die Pijutim niederschrieben. Genau betrachtet, trifft dieser Tadel — wenn er überhaupt nicht aus theologischen Gründen die gänzliche Verbannung der Pijutim aus der Synagoge wünschte *) mehr schlechte Pijutim, als die Pijutim an und für sich selbst. Und selbst wenn der Tadel ux der größten Allgemeinheit ausgesprochen ist, so ist doch anzrmehmen, daß darunter nicht die Produktionen eines Jbn Gabirol und seiner Kunstgenoffen gemeint sei. Als Beweis dafür ist anzuführen, daß altere Philosophen, Exegeten und Grammatiker Stellen aus diesen Pijutim anführen, als sprachliche Belege und als Ergänzung des Sprachgebrauchs oder des Sinns in Bibel- und Tatmudstellen. Es findet sich manche specielle Bemerkung über manche Pijutim, wo der Tadel auf den Gebrauch einzelner Worte und Phrasen sich bezieht^), oder gegen die gewöhnliche damals festgesetzte philosophische Schulterminologie6), oder gegen vermeintliche Anachronismen^). Das.was der Glanzpunkt der maurisch-spanischen Pajtanim war, ihre Metrik und ihre Kunst form überhaupt, diente oft auch dem Tadel sogar spanischer Schriftsteller als Zielscheibe; die Fülle bir angewandten Kunst wollte diesen Kritikern bedünken, als zöge es ab von der Andacht, indem dadurch der Sinn mehr auf die Kunstform, als ans den in seinem Buche typrion (S. 27 ff.) wo er überhaupt von den verschiedenen Gesängen spricht, die durch Prophetie und durch den heiligen Geist eingegeben sind, fährt dann fort t©o \nd T>n rninnnn „n-rmm onty nn-wan ^nx 'm '1 -rjjni p 'iconro xuy p qm3N ‘-)i nuj? p nwa'n ’i^n min» px n^a '-i mn conm n«u p pria^ P mm p pjvi' '-)) nx’j p n~'rr> m mm,Var »nap x’Ji^apD anai tidd3 onoDpn mnxi b"i unox d 1 di1 p na j?a x^ ammcro-wni?nxipxi xa:»mndi naxm fort) '''tun mts6 'ixn cm1? m n’ttpi nb^ xPi — .b nbnn man »a 4) Ueber die Pijutim gesammelt und zugerufen dem Geschlechte dieser Zeit von Aniam ben Schmida. LB. des Orients 1841, Nr. 23, 24, 25, 26. Der unbekannte Verfasser hat auch aus spätem Rabbinen Alles gesammelt, was auf das Verdrängen derselben aus der Synagoge Bezug hat. Derselbe sammelte nur den Tadel. 5) Jbn Esra (2 B. M. 11. 1, 13) tadelt, daß ein Pajtan, den er nicht nennt, sich des Wortes n'oro bediente. 6) Derselbe tadelt Kohelet 5, 1, daß ein Pajtan in einer Hymne die Worte brauchte ]\\* niD^iy numn. Seine Worte lauten: nbnn nwpn -an Nin di nsin mn nnN com “IDNI0 Dnp DU DJ DJ\N DnDl TU m 'inJ'INH nDN WN t> pxv nci bnj dh1? ]in n^mn HD JIT ife O “1DN1 — N"DJ — .ab by nbiy mn -oin mn $b □&* e/vtd 7) Vergl. Jbn Isra zu B. M. 1. 46, 4,3, wo es heißt: D'D?2 D\ro”D wyw ly nyan nr ub n &*bip pd nmi ’D'nind nnN htid*p min nnoty .'VH