Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 42 (17.10.1843)
- Article
- [Ohne Titel] / Haarbrücker
- Date
- 1843-10-17
- Page
- Spalte 665-666 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
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Kalender gedruckt m Jernsalem. Arab. und indische Monate. 068 665 zum ersten Male als DruckorL auf, als CivilcsaLionspunkt mitten im verwilderten Morgenlande, und die Presse ist eine hebräische, nationale, die Bücher erscheinen in derselben Sprache, in der vor drei Lausend Jahren die Propheten und die heiligen Sänger gesungen, in der die Weisen Israels ihre Lehren in den Schulen in heiliger Begeisterung vorgetragen. Jerusalem! Jerusalem! welchen Eyklus haben deine jüdischen Einwohner seit zwei Jahrtausenden durchlaufen, wie wird selbst der durchgebildetste Unglaube und der kälteste Indifferentismus beim Schicksale deiner jüdischen Einwohner stutzig! Nach langen Verirrungen wohnen endlich wieder 10,000 Israeliten in deiner Mitte, und diese sind nicht, wie sonst, jeden Augenblick im Begriff, den Wanderstab zu ergreifen, um theils der Geisel der Pascha's zu entfliehen oder um Brot für den Hunger zu erbetteln, sondern diese deine Einwohner .leben endlich in Frieden, und Ruhe und eine organische Gestaltung ersteht. Es beginnen Institute aufzublühen, welche das Gedeihen der Gemeinde fördern, und mit der Errichtung der hebräischen Druckerei ist auch die Civilisation in das alte Vaterland eingezogen. Sir Moses Montefiore und seine für die alten Erinnerungen des Iudenthums so zart fühlende Gemahlin haben für das Gedeihen der neuen Kolonie unendlich viel gethan, und ihre Namen sind m dem heiligen Lande unvergeßlich. Vor Allem ist der bedeutende Unterstützungsfond zu erwähnen, den Sir Moses gegründet, nach welchem der englische Konsul daselbst angewiesen ist, denjenigen Israeliten kleine Summen ohne Zinsen!zu überlassen, die Nachweisen können, daß sie irgend ein Handwerk oder Geschäft beginnen, wodurch der Armuth mehr als durch milde Gaben gesteuert wird. Das Zweite, was geschehen, ist die Schenkung zweier englischen Schnellpressen, wodurch nicht nur viele sich ernähren, sondern auch noch die Bildung über die Einwohner des heiligen Landes verbreitet wird. Hr. Israel Bak leitet die Druckerei, an welcher gegenwärtig 21 Personen (Juden) beschäftigt sind; er schneidet die Lettern selbst und ist zugleich Faktor der Anstalt. Es ist schon eine Anzahl hebräischer Bücher hier gedruckt worden, und Res. wird nächstens ein Verzeichniß derselben mittheilen. Als das Dritte, was geschehen ist, hat man die Institute zu betrachten, die durch die milden Gaben der Juden Europas dort entstanden, namentlich gehört dahin die Synagoge mit den vielen Wohnhäusern, die erst kürzlich errichtet wurden. Jetzt kommt noch dazu das großartige Hospital mit den Elementarschulen, welche das Haus Rothschild errichten läßt. Solche Gedanken sind es, die Jeden beim Anblick eines hebräischen Buches bewegen, worauf der Name Jerusalem uns entgegen leuchtet; der großgedruckte Name D^rp ist uns das Symbol, daß, wenn selbst alle Verheißungen der Religion durch die Gewalt der Zeiten verschwinden sollte — gegen welches übrigens jedes fromme Gemüth sich sträuben wird — die nationalen Verheißungen etwas unzerstörbares behalten. Was den r\b selbst anlangt, so weicht er, obgleich nur 8 Blättchen stark, in Inhalt und Form doch sehr von den gewöhnlichen Luchot ab, daß eine kurze Beschreibung desselben wohl nicht ohne Interesse ist. Neben den jüdischen Monaten werden die parallelen arabischen gesetzt, und zwar in dieser Weise: 'nm, (LDOm (Ramadan). — ‘PNf&y (Schewwal). — myp^n (Dsul Kaade). mü, — nirtn (Dsul Hidsche). UM, — D-irilD *) (Moharremll TIN, — TDS (Safar). ID':, — (jnin y'm (Nebie 1.). T'N, — ONH y'TV (Nebie 1!.). Jl’D, -— “US'ft.l (Dschemadi 1.) im — ■ONH ‘■»Nal (Dschemadi!!.) DN, — (Nedschab). — pyttf Schaabün). Die arabischen Monate, deren Lange wie die jüdischen nach dem Umlauf des Mondes berechnet werden, stimmen natürlich ganz mit den hebräischen zusammen, da die Monatsanfänge auch immer zusammenfallen. Außerdem sind aber noch die abendländischen Monate, mit dem Beisätze pp^sriD1? für die Franken (Europäer) und die indischen, mit dem Beisatze: n)H Bei den abendländischen werden noch die Abweichungen des griechischen Kalenders, mit dem Beisatze npj'p1? angegeben. Die indischen Monatsanfänge den abendländischen gegenüber sind: 16. Okt. DfcOtiTPl, 14. Nov. 'iDSWl, 14. Dec. DTHD, 11. Jan. DDDD, 9. Febr. DTO, 9. März, mm r\ixb dtd, 9. AM. Anfang ihres Jahres 4944. DTPN, 10. Mai. nrpD, 1V. Juni. DTÜ-D, 13. Juli. QW, 15. Aug. Der ist immer nach den 3 Normen, nämlich nach ]D:n, Yi'DNn, und eben so der Vollmond, TJPJn, angegeben, und außerdem sind noch ausführliche astronomische Berechnungen auf jeder Seite. *) Dabei steht noch die Jahrzahl 1260 mit dem Bemerken: nnn rw.