Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 42 (17.10.1843)
- Article
- Leipzig: Die Juden-Bekehrungen durch den Bischof Alexander zu Jerusalem
- Date
- 1843-10-17
- Page
- Seite 330 (sequence 2)
- Language
- German
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330 mit ihnen einen förmlichen Kontrakt, daß wir nur unter der Bedingung zu den ihrigen übergehen, wenn sie uns zeitlebens alle unsere Bedürfnisse geben; und das Eingehen auf diese Bedingungen machte uns blind. So in ihrer Mitte lebend hatten wir Gelegenheit, ihr sündliches Treiben zu durchforschen und zu betrachten; wir fanden, daß mit den schlechtesten Mitteln die Religion zum Kinderspiel herabgesunken; sie wandeln nicht auf geradem Wege, sondern schleichen im Dunkeln und freuen sich, wenn durch finstere Künste ihnen ein Handel gelungen. Ueber das Treiben der christlich-gebocnen Missionare waren wir nie so entrüstet, denn vielleicht ist dieses die Handlungsweise nach altem Brauch, aber das von den jüdischgebornen hat uns empört! Uns Israeliten hat Gott aus allen Völkern gewählt und das Gesetz der Wahrheit und die heiligen Gebote gegeben; das Gesetz ist unser Leben und' wer darf es aufzuheben wagen? Wer könnte unserem Lehrer Moses gleichen, den Gott als den größten Propheten erkannt? Wer hatte die Macht, unsere Gesetze als aufgehoben darzustellen, werden nicht, wie es in der Schrift heißt, eher die Gesetze des Himmels und der Erde weichen? Und diese Männer, die sich wahre Israeliten nennen, .mäkeln mit ihrem beschränkten Verstände am Gesetze, sprechen wider denGottesdiener Moses, und durch listige und glatte Worte verkünden sie, man dürfe das Joch der Gesetze abschütteln! Wehe den Abgefallenen!" ■ (Fortsetzung folgt.) Frankfurt a. M., 18. Sptbr. Die hiesige Ober-Post-Amts-Zeitung hat nachfolgenden Artikel: „Officiellen Mittheilungen von Seiten des Gemeindevorstandes und Rabbinats zu Jerusalem vom 16. Juli zufolge, wurde in Palästina mit den für die dortigen israelitischen Nothleidendm unter den europäischen Israeliten durch ein zu diesem Zwecke in Amsterdam bestehendes sogen. Komite gesammelten Almosengeldern (wozu auch in Frankfurt a. M. noch vor wenigen Wochen wieder bedeutende Beiträge gezeichnet wurden), der beispielloseste Misbrauch getrieben, indem die Gelder nicht sowohl zur Unterstützung der Armen, als vielmehr zu deren tyrannischer Bedrückung, wie zur Unterhaltung eines nur in der Türkei möglichen Spionirsystemes u. dergl., verwendet wurden. Ja, der zur Vertheilung der Gelder von Amsterdam aus ernannte Beamte (Vekil) erwirkte sich für einen Theil eben dieser Gelder von türkischen Beamten die sonderbare Machtvollkommenheit, die Widerspenstigen in der Gemeinde mittelst der Baston ade zur Raison zu bringen! Bemerkmswecth und charakteristisch ist noch hierbei, daß in einem Erlaß des Rabbinats zu Jerusalem das Amsterdamer Konnte und dessen Agenten mit dem Banne bedroht werden, wofern sie ihre Eeldsammlungen für die Armen Palästinas fortsetzten." Bezugnehmend auf vorstehenden Artikel, und gestützt auf die in Händen habenden ofsiciellen Aktenstücke, die wir zur Zeit veröffentlichen werden, gereicht es uns zur traurigen Beruhigung, aus den Aktenstücken die Ueberzeugung gewonnen zu .haben, daß wir von hllen Anschuldigungen des amst. Komite Nichts zurückzunehmen nöthig haben. Der erwähnte Erlaß des portug. Nabb. lautet wie folgt: irpn Vas by nmon mm anm ux wny»i nnyoi nuNmn tai pnx /ouy3 my lmyrp xb 'ii bin reo fern ';n -ctwn diüd d^dddi crbm non dtsw Iprw ny n^obiy nb^no t> pxi, bx-vura vprm ' nsy» nb rnon n^y x'x b by nimm , mr>y *mx nx OOI pri'03 D'ym cnao dto nnm nnonn yom pm '»tdjni wdjstn nun» tan D'bbon pmub msao ornx *rb bbn fob nooi oi tcmpn nonn dt by laupi nbDi ibwon bMx jnijo mni03 npm 'Din cono nmsro in'y oi-nrn nom oi ni'EPBJio nro b'nx >3 nyi jyob, mirai irbbn n'tap ibipi ,]X3b '.tt Dnn J]"pD iiD'b Gnpm nD iy\W. Unter den vielen auf diesem Aktenstück befindlichen Unterschriften ist die erste und bekannteste üb p3J bxDi lSno33 min'. Rafa e t Kirch h eim. Deulschlan d. Hamburg, 25. Sptbr. (WB. vom 10—24. Sptbr.) Einer der geachtetsten unter den jüngern Rabbinen Deutschlands, Dr. Ullmann zu Crefeld, Präsident des'dortigen Konsistoriums, ist in der Vlüthe seiner Jahre am 3. Sptbr. vom Tode hinweggerasst worden. Der Verstorbene, der früher in Bonn studirt harte, hat sich durch seine Uebersetzung des Koran auch in der lit. Welt einen Namen erworben. Kurz vor seinem Ende faßte er noch die Petition ab, in welcher die rhein. Stände angegangen wurden, die Aufhebung des Napoleonischen Usuredikts zu bevocworten. Es war ihm noch beschieden, die Annahme seines Petitums durch eine überwiegende Majorität des Landtages zu erleben; wie groß wäre erst seine Freude gewesen, wenn er den Gefammtbeschluß der Stande durch die Negierung bestätigt gesehen hätte! Was ihm der unerbittliche Tod zu schauen versagte, wird hoffentlich für die Überlebenden in Erfüllung gehen. Wenigstens darf es für eingutes Anzeichen gelren, daß die preuß. Regierung über den Grad des Antheils und die Größe der Opfer, welche den Juden in den Kriegen der Jahre 1813—15 zufielen , Nachforschungen anstellen läßt. Auch die Ernennung des Dr. Frankel zum Rabbiner in Berlin, mag die Hoffnungen derer, die seine Erhebung zum Oberlandesrabbiner erwarteten, nicht gefallen haben, giebt aber, wenn sie sich bestätigt, wenigstens eine theilweift Bürgschaft dafür, daß die unlautere Handlungsweise der Missionäre in Zukunft nicht mehr gebilligt und kein Rückschritt mehr versucht werden dürfte. Allerdings spukt noch der Geist der Intoleranz in vielen preußischen