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Der Orient · 1843-10-17 · Heft 42 (17.10.1843) · p. Seite 329

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Journal
Der Orient
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 42 (17.10.1843)
Article
Leipzig: Die Juden-Bekehrungen durch den Bischof Alexander zu Jerusalem
Date
1843-10-17
Page
Seite 329 (sequence 1)
Language
German
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Vierter Jahrgang Berichte, Studien und Kritiken für Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. Dr. Julius Fürst. Mische Geschichte und Literatur» Herausgegeben von Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das LiteratuMatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. M 43. Leipzig, den 17. October 1843. Palästina. Die Iudenbekehrungen durch den Bischof Alexander zu Jerusa'em. Leipzig. Schreiben der Neubekehrten aus Jerusalem. Frankfurt a. M. Verwendung des gesammelten Allmosengeldes in Jerusalem. — Deutschland. Hamburg. Wochenbericht. N h e j n p r e u ß e n. Nekrolog des Dr. U l l m a n n. Hamburg. Verhandlung über hie Emancipation. — Polen und Rußland. Berlin. Gerüchte betreffend den russischen Ukas. — Lichtrc. Schattenbilder aus d. jüd. Geschichte der Vergangen!). iu Gegenwart. Der Frankfurt er Reform-Verein. Offenes Sendschreiben an Hrn. Dr. Rießer. Erklärung des Dr. Frey.stadt. — Personalchronik und Miscelten. -— LB. des Or. Palästina. Die Juden - Dckehrnirgen durch den Bischof Alexander zu Jerusalem» Leipzig 11. Okt. In einer Miscelle des Hauptblattes des Orients habe ich das Publikum auf einen Brief aus Jerusalem aufmerksam gemacht, den ich in hebräischer Sprache von den Neubekehrten daselbst erhalten, worin sie nicht nur reu- und bußfertig ihren Rücktritt zum Judenthum ankündigen, sondern auch Aufschluß geben, durch welche Mittel die Mission zu St. Jakob zu ihrem Zwecke zu gelangen sucht. DerVußbrief hat einen um so großem Werth, als die Schreiber sich selbst gar nicht in ein vörtheilhaftes Licht setzen, und sie durch ihr Geständniß Nichts gewinnen. Hier die getreue Uebersetzung des Briefes: //Jerusalem Donnerstag, den 27. Nisan, 5603. Indem ich Frieden und Segen allen denen wünsche, die den Herrn fürchten und seinen Namen hochachten, schicke ich mich so eben an, Ihnen eine jüdische Freudenbotschaft mitzutheilen, nachdem Sie von mir Herzleid und Kummer gehabt. Von den berühmten und hier angestellten Rabbinen haben Sie brieflich die Kunde vernommen, daß leider drei Israeliten (inJerusalem) das jüdische Bekenntniß verlassen und zum Christglauben, zu einem Glauben, der für uns eine Thorheit der Thorheiten und ohne Wahrheit ist, übergetreten. Ich, der Unterzeichnete, gehörte zu jenen dreien, ich verließ den Weg der Wahrheit, um ein eiteles und thörichtes Bekenntniß auszusprechen; in meinem Innern wohnte der Trug, und ich täuschte — denn wie wäre es auch bei richtigem Verstände möglich, sich zu einem solchen Glauben zu bekennen! — und das Alles, weil ich mich den irdischen Voctheilen ganz hingegeben und sie als meine einzigen Lenker angesehen. Zwei Umstände waren es, welche uns alle zu diesem Schritte veranlaßt, erstens unsere grenzenlose Armuth und die Geldbestechungen der Missionare, und zweitens die Verführung und Verleitung durch einen unserer ehemaligen Glaubensgenossen. Es lebt hier ein ehemaliger Glaubensgenosse, mit Namen Lazarus Luria, der schon früher alle Gesetze und Vorschriften der heiligen Schrift übertreten, und der boshaft und nichc-nürdig genug war, uns zu überreden und zu verfügen. Ich war so unglücklich, mich mit diesem Manne einzulassen, und die heilige Warnung: „stehe nicht aus dem Wege der Sünder" unbeachtet zu lassen, darum geciech ich in das Netz der Sünde, die mich fast ganz verschlungen hätte. Und das Geld blendete mich ganz; denn sie lassen es sich sehr viel kosten und verwenden große Summen, um Seelen für ihren Glauben zu kaufen» Wahrend der-zwei Monate, welche wir in ihrer Mitte (noch ungetauft) zugebracht, wurde uns zu weltlichem Bedarf und zu Vergnügungen Alles reichlich gegeben, und als nach Verlauf dieser Zeit dieses uns für die Zukunft nicht sicher zu sein schien, machten wir 42

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