Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1843-10-10 · 41 (10.10.1843) · p. Spalte 655-656

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
41 (10.10.1843)
Article
Die Menschenopfer der alten Hebräer [Rezension]
Date
1843-10-10
Page
Spalte 655-656 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8555529-9897774-9897930-2370644--3172-2370673
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

655 Literarische Ankündigungen, 656 Bäumen". Der Verf. wird wol-L nicht in Abrede stellen, daß Berge und Höhen fürden Menschen die geeignetsten Orte zur Erhebung und Erbaung sind, wo der freie Anblick der Natur feierliche Eindrücke und erhebende, andächtige Gefühle begünstiget. Daß man daher, besonders in gebirgigen Ländern, bevor man Tempel, und heilige Gebäude hatte, auf Bergen und Höhen Opferstätten errichtete, beurkundet gerade, daß der Opferkultus nicht Zweck, sondern Mittel zur Erhebung in Gott und Erregung aller edlen Gefühle, die bei uns das Gebet hervorbringt. Erwähntes Verbot spricht daher nur von der Zerstörung der Orte und Vertilgung der Götter, die auf den Höhen ihren Sitz hattenkeineswegs lag aber vor der Erbauung des Tempels ein Verbot vor, auf Höhen zu opfern. Zion, Sinai, Karmel und Libanon waren und blieben immer heilig wegen der göttlichen Offenbarung und außerordentlichen Begebenheiten, deren Schauplatz sie waren; daher die Ausdrücke „Berg Gottes", „heilige Berge". Der Verf. hat aber in den Bergen, die er, um seine archäologische Kenntnisse zu bereichern, durchwühlt, seltene Erze gefunden, die er vorschnell, ohne deren Gehalt und Werth zu prüfen, für Gold auögiebt. So fand er, daß Iah der Heilige vom Berge, *yiD ttTipl, in Hab. 3, 3 genannt wurde. Wir, die wir keine solche Exegeten sind, welche bei Rabsake Theologie studirten, lesen in dieser „Gott kam - von Teman, der Heilige (kam) vom Berge Parun". ' Ferner fand Hr. Gh., daß für die Juden Iah auf Zion, für die Israeliten auf dem Karmel wohne, und zwar nach dem buchstäblichen Ausspruche des jüdischen Propheten Micha (7, 14) mitten auf dem Berge, in den anmuthigen Wäldern. Der buchstäbliche Ausdruck dieses Propheten ist bei uns Juden aber „Weide dein Volk mit deinem Stabe, die Heerde deines Eigenthums, die einsam weidet — ein Wald mitten auf Karmel — laß sie weiden auf Baschau und Gilead, wie in den Tagen der Vorzeit. Mit diesen Beispielen, wie Herr Ghillany Bibelverse auf die schamloseste Weise verstümmelt und verfälscht, wollen wir diese erste Abtheilung, schließen und zur zweiten übergehen, in der Hr. Gh. mittelst ähnlicher Kunstgriffe darzuthun versucht, daß im Dienste Iah's Menschen geopfert worden. ' Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen l£ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [91/] Bei Eduard Levysohrr in Marrenwerder ist so eben! erschienen uno in allen Buchhandlungen zu haben: Der segenvolle Beruf israelitischer Geistlichen und die Pflichten der Gemeinden gegen sie. Untrittspredigt, gehalten am Sabbat Re eh 5603 (26. Uug. 1843), von Dr. Hermann Jolowicz, israelit. Prediger und Bolkslehrer in Marienwerder. Preis 5 Sgr. [92/] In der Palm',schon Verlagsbuchhandlung in Erlangen ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Dessauer, D. I. H., methodisches, nach lückenlosen Stufen geordnetes und möglichst vollständiges Lehr- und Lesebuch für israelitische Religions- und deutsche . Schulen und Privatlehranstalten, zugleich auch als erster Theil des „Derech leemuna" (Religionslehre in Beispielen). 8. 12 gr. — 48 kr. (In Partieen billiger.) Eine ausführliche, Inhaltsanzeige ist in allen Buch- Handlungen gratis zn haben. [93/ Im Verlage von Karl Tauchnitz in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu haben: Lehrgebäude der aramäischen Idiome mit Bezug auf die Indo - Germanischen Sprachen von Julius Fürst. Auch unter dem Titel: Formenlehre der Chaldäifchen Grammatik. Zn 8. Preis: 1 Thlr. 10 Ggr. < Dieses sprachwissenschaftliche Werk, welches zum ersten Mal die aramäische Grammatik nach den Principien der Sprachvergleichung behandelt, ist auch das erste, welches ün Semitischen die analytisch - historische Methode angewendet. Eine auszügliche Uebersetzung'desselben lieferte Herr Blücher unter dem Titel: „Marpe Lasch on Arami." Verlag von C. L. Fri tz sch e. Druck von I. H. Nagel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.