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Der Orient · 1843-10-03 · 40 (3.10.1843) · p. Spalte 635-636

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
40 (3.10.1843)
Article
Die Menschenopfer der alten Hebräer [Rezension]
Date
1843-10-03
Page
Spalte 635-636 (sequence 2)
Language
German
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635 Die Menschenopfer der alten Hebräer. Bon Ghillany. 636 13) *). Der Verf. hat aber nicht berücksichtigt, daß der Maleach im Namen Iah's wie ein Abgesandter im Namen dessen, der ihn sendet, spricht, was deutlich aus 1 Mos. 22, 15, 16 zu ersehen ist; aus diesem Grunde hat der Vers, auch diese hierhergehörenden Stellen nicht angeführt. Ferner wird in der h. S. eine übernatürliche Erscheinung mit Elohim benannt, wie z. B. „n)tf lb DDO ” NTl *np'l '(2 M. 3, 3)". Als Iah sah, daß er hinzutritt zu sehen, da rief ihm die Erscheinung zu (Ibn-Esra); so sagte auch Manoach: „Wir müssen sterben, O wir haben eine Erscheinung gesehen. In der Zend-Religion gründet sich die Mithras-Idee auf das Prinzip, daß die Veränderungen und Zufalle in der sublunarischen Welt von zwei entgegengesetzten Principien abhängen; das entgegengesetzte Gute und Böse müsse auch ein entgegengesetztes Prineip haben. Ormuz ist daher das Princip des Guten, des Lichts, Ahriman des Bösen, der Finsterniß. Zwischen diesen Beiden steht Mithras in der Mitte, daher der Name Mittler (Plut. de lsid. 369. Kreutzer II, 202). Der Mosaismus kennt hingegen nur Ein Princip, Einen Urquell des Guten wie des Bösen, des Lichts wie der Finsterniß, wie es heißt (Ies. 45, 7) ntsny un , jn n-o dbw n^y, tnoi hn iLN ‘PD. Die Vorstellung des persischen Mittlers ist daher nicht minder eine exegetische Pflanze, die im Iudenthum keinen heimathlichen Boden zur Gedeihung finden kann. Die Achnlichkeit von Metatron mit Mithras, die der Verf. als Beweis aufstellt, kann uns aber keineswegs bestimmen, ein System anzunehmen, das dem Geiste des Mosaismus so diametral entgegen ist — und das um so weniger, als Metatron offenbar nichts Andres als das lateinische metator, Vorläufer, ist. e) Iah ist ein sinnliches Wesen, d) Bild Iah's auf der Bundeslade. So wie des Verfassers Darstellung und Grundansicht vom mosaischen Opferkultus anthropopathisch ist, ebenso legt er dieses System dem Ursprung des Tempels und der heiligen Gerathschaften zu Grunde. Unterscheiden sich aber auch die Tempelarchitektur und die heiligen Gerathe nicht wesentlich von den heidnischen Tempeln und Gexäthschasten; ja beurkunden sogar, die symbolischen Deutungen, die dieser Kultusstätte von den ältesten Gelehrten jedes Glaubens gegeben worden 30), keine der der mosaischen Religion eigenthümlichen *) Diese und ähnliche Stellen wurden von einem Dr. Frankel mittelst der nämlichen Exegese aus — Christus gedeutet, eine Auslegung, welche von Löwenstein („Überzeugungen eines Israeliten", 1842) ad absurdum geführt wird. Und hier sollen nun dieselben Ausdrücke gar den Moloch bedeuten! Wie sich doch gleichgestimmte Geister so seltsam begegnen! Löwenstein mag nun den protestantischen Frankel zm dem katholischen Ghillany in die Schule schicken. 30) Philo, vita Mos. 3; de Prof. 1; Jos. Ant. 3, 7, 8 und 6, 4; Clemens Alex. 5, 562; Orig. Hom. 9; Hieronym. 64; Sohar und Abraban. Religionsidyeii (was Bahr I, 107 wohl mit Recht rügte), so ist aber dennoch das unterscheidende Merkmal des Mosaismus dadurch unverkennbar, daß im israelitischen Tempel kein Bild und keine Gestalt des angebeteten Gottes sichtbar war?*). Die Idealität und Einheit des absoluten Wesens .war daher im Tempel in seiner Intalität symbolisirt. Die Sorgfalt und Genauigkeit, mit der, bei dem Tempelbau Alles abgemessen und abgezählt war, und die unnöthige weitläufige Wiederholung des nach vorgezeichnetem Plan wirklich aufgeführten Tempelbaus, hat eben darin seinen Grund, um jeder Ausschmückung und Verzierung, die der arbeitende Künstler, nach den Gebilden seiner Phantasie oder nach den verkörperten Formen heidnischer Gottheiten machen könnte, vorzubeugen und urkundlich darzulegen, daß der Tempel dereines unsichtbaren Gottes sei. Da nun diese Vorstellung der vom Verf. zu Grunde gelegten widerspricht, so muß er nodhwendig im Tempel das Bild Gottes aufsuchen, und in der That will er nicht nur das Bild, die Natur, sondern auch den Sitz, den Thron desselben gefunden haben. Die Cherubim, sagt demzufolge Herr Gh,, Hilden, wie aus deren Beschreibung hervorgcht, einen Stuhl oder Thron, auf welchem Iah sitzt; daher müsse auch die Stelle „DOTOn ihren wörtliche n Sinn beibehalten 3 Der Deckel der Bundeslade ist Hrn. Gh. der Schemel; denn David sagte: „Ich hatte im Sinne ein Haus der Ruhestätte zu bauen füx die Lade des Bundes und den Fußschemel unseres Gottes (1 Chr. 28, 3). Außer dieser Stelle fand der redliche, bibelfeste Herr Gh. den Fußschemel Gottes nur noch zweimal genannt , nämlich, Psalm 99, 5 und 132, 7. Die erhabene Stesse in Jesaja 66, 1: „Der Himmel ist mein Thron und die Erde meiner Füße Schemel" scheint daher auch in des Vers. Bibel nicht zu stehen; denn gerade aus dieser Stelle geht hervor, daß alle andern Stellen, (wie auch Ps. 18, 11; 2 Sam. 22, 11; Deut. 3) nur bildliche Bezeichnungen der Herrlichkeit und Majestät Gottes sind, eine Theophame, wobei die Idee der göttlichen Offenbarung zu Grunde liegt. Der Vers, geht nun zur Gestalt Iah's über, die auf der^Bundeslade saß, und die eine Menschengestalt hatte. Das Haupt derselben, sagt Hr. Gh., könnte die eines Stiers gewesen sein; jedoch sei ihm eine merkwürdige Stelle übrig geblieben, die für ein menschliches Antlitz sprechen möchte. Herr Gh. fand nämlich, daß die Statue, die Mi- 31) lüde vulgafcum nulla. intus deum effigies et inanania avcana. (Tarif. hist. 5, 9.) 32) Der Vers, weicht hier von De Wette's Übersetzung, der er immer folgt, und der hier übersetzt „über den Cherubs thronend" aus dem Grunde ab, „weil wir uns für unfern Zweck an den buchstäblichen Sinn halten müssen. Ueber den Ursprung und die symbolische Bedeutung der Cherubim sind die Ansichten verschieden (cf, Spencer de Cher.; Bahr 1, 348). De Wette (Bibl. Dogm. 83) hält sie für Symbole der Stärke, Macht und Weisheit Gottes und seiner Nähe. Herr Gh. eignet sich diese Ansicht an, ohne die Quelle anzugeben.

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